Big Bang statt Big Deal?Verhandlungen in der Schweiz mit Elsevier, Springer und Wiley drohen zu scheitern

Es geht um 22.4 Mio EUR, welche die Schweizer Hochschulen alleine den drei grossen Verlagen Elsevier, Springer und Wiley jährlich für Zeitschriften bezahlen.

Quelle: Schneider Gabi (2019). Nationaler Aktionsplan Open Access. 7.11.2019

In 6 Wochen könnte es sein, dass dieses Geld nicht mehr an diese Verlage fliesst. Am 16. Oktober erhielten die Schweizer Hochschulen von Michael Hengartner, Präsident von swissuniversities einen Brief, wonach Vorbereitungen zu treffen sind, sollten die Ende Jahr auslaufenden Verträge nicht erneuert werden.

Seit einem Jahr versucht ein Verhandlungsteam mit Vertretung von Rektor/innen, Forschenden, Bibliotheken und des Schweizer Konsortiums Read & Publish Verträge mit den drei Grossen zu erreichen. Die Ziele dieser Verhandlungen wurden vorgängig in einem fortschrittlichen Factsheet, welches sich an den Verhandlungsgrundsätzen von LIBER orientiert, angekündigt.

2018: Kniefall vor Springer Nature

Während andere Länder nun schon seit mehreren Jahren Offsetting-Agreements mit diversen Verlagen abschliessen und dadurch den Open Access Anteil ihrer „eigenen“ Artikelproduktion steigern, hat die Schweiz bisher von der Seitenlinie zugesehen und den Verlagen weiterhin Millionen für Closed Access hinterhergeworfen. Anfang dieses Jahres haben einige Hochschulen immerhin mit RSC ein erstes, jedoch intransparentes Read & Publish Agreement geschlossen.

Gemäss dem Factsheet von swissuniversities wollte man eigentlich schon 2019 ein Read & Publish Agreement mit Springer Nature haben. Allerdings wurde Mitte (!) 2018 still und leise im Fliesstext auf der OA-Webseite von swissuniversities folgender Satz eingefügt:

Im Interesse eines erfolgreichen Transformationsprozesses passte swissuniversities auf Wunsch von Springer Nature die im März 2018 kommunizierte Agenda an und vereinbarte für 2019 eine Übergangslösung.

Wie das Beschaffungsportal simap.ch zeigt, kostete diese euphemistisch bezeichnete „Übergangslösung“ 5.2 Mio EUR.

Verzug des Aktionsplans

Gemäss der Open Access Strategie (2017) von swissuniversities sollen 2024 alle von öffentlichen Geldern finanzierten wissenschaftlichen Publikationen „der Schweiz“ frei zugänglich sein. Wenn dieses Ziel noch erreicht werden soll, muss nun Einiges geschehen. Beim Aktionsplan ist man in diversen Bereichen in Verzug:

Quelle: Schneider Gabi (2019). Nationaler Aktionsplan Open Access. 7.11.2019

Kein Zweitveröffentlichungsrecht

Ein herben Dämpfer erlebte die Strategie ebenfalls, als der Wunsch nach einem gesetzlich verankerten Zweitveröffentlichungsrecht im Parlament bei der Urheberrechtsrevision im Sommer 2019 durchfiel:

Der Bundesrat ist hier der Auffassung, dass ein gesetzgeberischer Eingriff nicht notwendig ist. Die Universitäten stehen bereits heute in Verhandlung mit den Verlegern. Zudem hat Swissuniversities auch in den Hearings darauf hingewiesen, dass die Schweiz im Bereich Open Access im internationalen Vergleich eine führende Rolle einnimmt. Das zeigt schon, dass die Selbstregulierung hier funktioniert, ohne dass es eine zusätzliche Regulierung durch den Gesetzgeber braucht.

Bundesrätin Karin Keller-Sutter, im Ständerat am 4.6.2019

Man kann dies Entscheid des Parlaments durchaus als Quittung dafür ansehen, dass man in den vergangenen Jahren die eigene Passivität im Dossier OA gegenüber der Öffentlichkeit und Politik permanent beschönigt hat.

Zur Erinnerung: Als 2010 Nationalrat Theophil Pfister den Bundesrat einlud, mit dem Gewicht des Geldgebers den Zielen von OA eine stärkere Gewichtung zu geben (Motion 10.3240) wurde diese Einladung ausgeschlagen:

Insgesamt werden nach Einschätzung des Bundesrates die Arbeiten im Bereich Open Access von den verantwortlichen Akteuren zielführend und effizient angegangen. Für den Bundesrat sind somit die Anliegen der Motion erfüllt, und es besteht zum jetzigen Zeitpunkt kein zusätzlicher Handlungs- und Regelungsbedarf im Sinne der Motion.

Befreiungsschlag ist möglich und nötig

Swissuniversities kann sich nun aus der selbstverschuldeten Lethargie befreien, indem nun Ende dieses Jahr klar Stellung gegenüber den Verlagen bezieht und konsequent für OA einsteht.

Man darf sich auch in Erinnerung rufen, dass die Unzufriedenheit mit den grossen Verlagen, insbesondere mit Elsevier, eine lange Geschichte hat:

Zwischenbericht_2010.jpg
Auszug Protokolle ETH-Rat 2010

Wie beispielsweise eine Umfrage an der ETHZ ebenfalls ergeben hat, wird eine Transformation zu OA von den Forschenden klar befürwortet und es gibt eine grosse Bereitschaft auf die Abos zu verzichten.

Dabei könnte Swissuniversities auch gar die Read- und Publishverträge ganz überspringen und sich voll und ganz auf die Finanzierung von Gold OA fokussieren. Die COAliton-S gibt diesen Agreements letztlich sowieso nur eine Chance bis 2024:

After 2024, we will be encouraging institutional libraries and large consortia to switch from ‘read and publish’ agreements with publishers to ‘pure publish’ deals for portfolios of subscription journals that have become open-access journals. The cOAlition S funders will contribute to financing such deals

Und man darf auch ruhig noch einmal betonen, dass die Nutzung von Sci-Hub in der Schweiz legal ist und eine fantastische Abdeckung bietet.

Update 3. Dezember 2019

Die Universität Bern informiert zum ersten mal öffentlich und gibt bekannt, dass swissuniversities am 13. Dezember entscheiden werden.

Neuseeland: Transparenz von Subskriptionskosten

Über drei Jahre musste Mark C. Wilson auf den erlösenden Entscheid des neuseeländischen Ombudsmann warten. Wilson hatte beim Ombudsmann Beschwerde eingereicht, nachdem sich verschiedene neuseeländische Universitäten, weigerten ihre Zahlungen an die grossen Verlage auf seine Anfrage hin offen zulegen, da sie gegenüber den Verlagen die zugesicherte Vertraulichkeit einhalten wollten.

Wilson beschriebt auf seinen Blog den durchlaufenen Prozess als sehr mühsam:

The process was long and required persistence.  I count at least 36 emails and several phone conversations. I commented on the preliminary report earlier this year, and the large publishers certainly had considerable input. […] Gratifyingly, it ruled unambiguously that the commercial interests of the publishers and universities were outweighed by the public’s right to know. The universities have all complied, supplying me with the amounts spent on journals from Elsevier, Springer, Wiley and Taylor & Francis for years 2013-2016 inclusive. There are several other problematic publishers, notably the American Chemical Society, but I had to stop somewhere. I hope that others can continue this work in NZ and other jurisdictions.

Die erhaltenen Zahlen und die letzten Antworten der Hochschulen sind nun auf Figshare einsehbar: https://doi.org/10.6084/m9.figshare.5656069.v1

Daten_NZ_FigshareScreenshot

Die Daten zeigen auf Anhieb nichts Überraschendes:

  • The total amount of money spent on just 4 publishers is substantial, around US$14.9M in 2016.
  • The mean expenditure per academic/research staff member  in 2016 is around US$1800.
  • University of Canterbury is getting a much worse deal than the others, 35% above the mean.
  • The rate of increase of  subscription costs (17%) over the period clearly exceeds the Consumer Price Index inflation rate over the period (2-3% in NZ, USA and Europe).
  • The publisher with highest percentage increase over the period was Taylor & Francis (33%).

Wilson, seit 2002 Senior Lecturer an der University of Auckland, liess sich 2014 durch Gowers Transparenzanfragen in UK inspirieren. Er ist ein starker Unterstützer von FairOA und sähe gerne Journals wieder in der Kontrolle der Wissenschaft.

Die Niederländischen Offsetting-Verträge

Ende 2016 veröffentlichen die Niederländischen Universitäten ihre Subskriptionskosten an die grossen wissenschaftlichen Verlage. Auf eine weitere Anfrage gestützt auf das Niederländische Öffentlichkeitsgesetz haben die Universitäten nun gar die Verträge mit den grösseren Verlagen offengelegt. Diese sind wegen den weltweit einzigartigen Offsetting-Vereinbarungen besonders interessant. Durch harte Verhandlungen haben die Universitäten erreicht, dass neben dem Zugriff auf die Subskriptionsinhalte, die lokale Artikelproduktion automatisch durch die Verlage OA geschaltet wird.

Elsevier und Springer gegen Transparenz

Einzig Elsevier und Springer stimmten einer Veröffentlichung der Verträge nicht zu. Die  Niederländischen Universitäten haben darauf hin ein Komitee zusammengesetzt, welche zur rechtlichen Situation eine Beurteilung vornahm. Das Komitee kam im Mai 2017 zum Schluss (Siehe Entscheide: Elsevier, Springer), dass die von den Verlagen vorgebrachten Argumente (Geschäftsgeheimnis und unverhältnissmässige Benachteiligung) das Interesse an Transparenz nicht zu überwiegen mögen. Diese Entscheide können von Elsevier und Springer noch gerichtlich angefochten werden. Derweil ist der Vertrag mit Elsevier bereits an scienceguide.nl geleaked worden.

OA Komponente in den Verträgen

Wie ein Blick in die Verträge zeigt, wurde die Forderung nach OA für die niederländische Artikelproduktion je nach Verlag unterschiedlich gelöst. Meist wurde jedoch im bisherigen Lizenzvertrag noch ein Abschnitt zu OA eingefügt:

 

Wiley

2. Agreement

Wiley agrees to the hybrid open access publication of accepted primary research material and review articles as requested by Corresponding Authors through a WOAA in consideration of the fee outlined in Appendix D and for no additional APC. This agreement will commence for articles accepted from [] February 2016 and end on 31st December 2019.

3. Wiley’s Obligations

In consideration of the payments listed in Appendix D and subject to the terms and conditions of this Agreement, Wiley shall during the Term of this Agreement:

  1. not charge a Corresponding Author an APC for any primary research material submitted by such Corresponding Author that is accepted for publication in Hybrid Open Access Journal and authorised by the Member Institution, provided the Corresponding Author submits said material according to the WOAA workflow put forward by Wiley. If a Corresponding Author requests Wiley to change the publication basis of his/her submission prior to publication, Wiley will do so; changes cannot be made post-publication. Any APC incurred outside the WOAA workflow is not covered by this Agreement;
  2. list the Member Institution on the Wiley’s Author Services site and in the hybrid open access order form as an Institutional Account Holder,
  3. provide a link from the entry for the Member Institution on the Institutional Account List on Wiley Online Library to the Member Institutions.
  4. identify on Wiley Online Library the articles that are available on an Open Access basis in the Hybrid Open Access Journals
  5. provide an annual report to Member Institutions within 4 months of the end of each calendar year of all articles (open access and otherwise) published by Corresponding Authors in the Hybrid Open Access Journals.
  6. provide access to each Member Institution to the Wiley Open Access Account Dashboard which allows the Member Institutions access to all article and transactional dntn related to their authors.

(Auszug von: http://vsnu.nl/files/documenten/Domeinen/Onderzoek/Open access/Wiley.pdf)


Elsevier

Pilot Gold Open Access

The Authorized Users of the Institutions shall have the right during the term of this Agreement to submit a total of 3,600 journal articles under the Pilot Gold Open Access for publication to Elsevier and, if accepted after peer review, to be published at no additional costs under the Pilot Gold Open Access after which the journal article shall be published under a CC-BY or CC-BY-NC-ND license as determined by the submitting Authorized User. Submitting Authorized Users under the Pilot Gold Open Access shall not be required to transfer any copyright in their work to Elsevier, instead submitting Authorized Users grant exclusive rights to Elsevier in the journal article publishing process. The submitting Authorized Users shall have the same rights to reuse the published journal article as those allowed to third party users of the journal article under the selected CC license.

The number of journals published by Elsevier which are available for the Pilot Gold Open Access are selected by Elsevier in agreement with the Subscriber and are based upon the domain and NL publishing behavior required to meet the respective quota as described above in Gold Open Access journal articles and attached in Schedule 1.2 of this Agreement. The additional number of Elsevier journals to be selected by Elsevier in agreement with the Subscriber for the subsequent year(s) will be determined by the number of articles published by the Authorized User under the Pilot Gold Open Access compared to the previous year and shall be listed in Schedule 1.2 of this Agreement by means of an amendment in writing to this Agreement.

Elsevier shall on a monthly basis provide Subscriber a report of the total number of Gold Open Access journal articles published under this Agreement. Elsevier will make available on a semiannual basis a complete report of all articles (open access and otherwise) published by Authorized Users.

In the event the number of journal articles under the Pilot Gold Open Access has not been reached during a particular calendar year such unused number of journal articles shall cany forward to the next calendar year, however unused journal articles will be forfeited upon termination of the term of this Agreement.

Elsevier will not levy article processing charges directly on Authorized Users of the Institutions in relation to the selected Journals under the Pilot Gold Open Access described herein. The aforementioned does not prejudice Elsevier’s right to charge article processing charges from submitting Authorized Users to the extent these fall outside the scope of selected journals under the Pilot Gold Open Access.

The Institutions shall ensure that Authorized Users who wish to submit article manuscripts shall identify themselves as being eligible in the course of Elsevier’s publishing work-flow.

(Auszug von: http://www.scienceguide.nl/media/1925623/oa_paragraph_elsevier_and_consortium.pdf)


Sage

Clause 17:        Open access publishing

  1. Authors who are affiliated to the Institution and who qualify as eligible Authors according to the conditions set out in Attachment X are allowed to publish their articles in open access in the Hybrid Open Access Journals via Sage Choice at no costs to them.
  2. The applicable open access publishing terms and conditions are covered in Attachment X (‚Open Access Publishing“).
  3. Parties will agree to and evaluate relevant workflows and tools with regard to open access publishing.
  4. Eligible Authors may include and make available the final version (Publisher PDF version) in the institutional repository of the Institution and on the personal web pages of the employee concerned.
  5. Articles are made available under the Creative Commons Attribution License 3.0 or the Creative Commons Attribution Non-Commercial 3.0 License. Publisher will inform SURFmarket as soon as CC-BY version 4.0 has been implemented.
  6. Publisher will use its best efforts to work on providing an automated article upload service to designated repositories.
  7. Publisher will deliver a quarterly report to SURFmarket of the articles that have been published in Open Access in hybrid Journals. The report gives an overview of the corresponding authors(s), the affiliation of the corresponding author(s), the article title and Journal volume, per institute. The report will be delivered within 4 weeks after the end of each quarter.
  8. Publisher will use its best efforts to deliver to SURFmarket a full report of all articles (open access and otherwise) published by the Institutions over the period 1 January until 30 June and l July until 31 December. The report gives an overview of the Institutions, the corresponding author(s), the affiliation of the corresponding author(s), the article titles. Journal volumes and open access Y/N. The report is delivered within 4 weeks after the end of the 6 month periods.
  9. For journals running in the standard production workflow, Publisher will use Its best efforts to incorporate tags in meta-data to indicate If an article has been published in open access http://www.niso.org/news/pr/view?item_key=641bc3f6540b533afee9e7db9edebb6dd5b0ed81
  10. The Parties agree to and evaluate the business model, including the number of published articles. Six months before the Agreement automatically ends the parties agree to meet and compose a written evaluation report on the collaboration.

(Auszug von: http://vsnu.nl/files/documenten/Domeinen/Onderzoek/Open%20access/Sage.pdf)


De Gruyter

Clause 5:    Open access publishing

  1. Authors who are affiliated to the Institution and who qualify as Eligible Authors according to the conditions set out in Attachment C-b are allowed to publish their articles in open access in the Open Access Journals at no costs to them.
  2. The applicable open access publishing terms and conditions are covered in Attachment C-b („Open Access Publishing“)
  3. Parties will agree to and evaluate relevant workflows and tools with regard to open access publishing
  4. Eligible Authors may include and make available the final version (Publisher PDF version) in the Institutional repository of the Institution and on the personal web pages of the employee concerned.
  5. Articles are made available under the Creative Commons Attribution License 4.0 or the Creative Commons Attribution Non-Commercial 4.0 License
  6. Publisher will work on providing an automated article upload service to a central, designated repository
  7. Publisher will deliver a monthly report per institute of the articles that have been published in Open Access in hybrid journals in each month. The report gives an overview of the corresponding author(s), the affiliation of the corresponding author(s), the article title and journal volume, per Institute. The report will be delivered within 4 weeks after the end of each month;
  8. Publisher will deliver a full report of all articles (open access and otherwise) published by the Institutions over the period  1 January until 30 June and 1 July until 31 December. The report gives an overview of the Institutions, the corresponding author(s), the affiliation of the corresponding author(s), the article titles, journal volumes and open access Y/N. The report is delivered within 4 weeks after the end of the 6 month periods.
  9. For Journals running in the standard production workflow, Publisher will incorporate tags in meta-data to indicate if an article has been published in open access http://www.nfais.org/index.php?option=com_content&view=article&id=140:niso-publishes-recommended-practice-on-metadata-indicators-for-accessibility-and-licensing-of-e-content&catid=23:industry-news&Itemid=113
  10. The Parties agree to and evaluate the business model, including the number of published articles. Six months before the Agreement automatically ends the parties agree to meet and compose a written evaluation report on the collaboration.

(Auszug von: http://vsnu.nl/files/documenten/Domeinen/Onderzoek/Open access/Walter de Gruyter.pdf)


Karger

Clause 5:    Open access publishing

  1. Authors who are affilIated to the Institution and who qualify as Eligible Authors according to the conditions set out in Schedule C-b are-allowed to publish their articles-in open access in the Journals set out in Schedule C-a free of open access fees. Open Access fees are independent of any standard production charges that may apply during the production process.
  2. The applicable open access publishing terms and conditions are covered in Attachment x („Open Access Publishing“).
  3. Parties will agree to and evaluate relevant workflows and tools with regard to open access publishing.
  4. Eligible Authors may include and make available the final version (Publisher PDF version) in the institutional repository of the Institution and on the personal web pages of the employee concerned. Reposted Open Access articles must:
    • Follow the terms of the relevant Creative Commons license
    • Be linked to the final version on www.karger.com
    • Include the following statement: ‘The final version of this article is available at http://www. karger:com/?doi={insert DOI}
  5. Articles are made available under the Creative Commons-Attribution-License CC-BY-NC-ND.
  6. Publisher will provide articles to Pubmed Central.
  7. Publisher will deliver to SURFmarket a monthly report per institute of the articles that have been published in Open Access in hybrid journals in each month. The report gives an overview of the corresponding author(s), the affiliation of the corresponding author(s), the article title and journal volume, per institute. The report will be delivered within 4 weeks after the end of each month.For journals running in the standard production workflow, Publisher will incorporate tags in meta-data to indicate if an article has been published in open access http://www.niso.org/news/pr/view?item_key=641bc3f6540b533afee9e7db9edebb6dd5b0ed81
  8. The Parties agree to and evaluate the business model, including the number of published articles. Six months before the Agreement automatically ends the parties agree to meet and compose a written evaluation report on the collaboration.

(Auszug von: http://vsnu.nl/files/documenten/Domeinen/Onderzoek/Open access/Karger.pdf)


Emerald

Open Access

  1. Subject matter

The parties now intend to combine these two collaboration formats (subscribing/licensing and open access publishing) as a pilot. This pilot will be contractually linked via this Schedule and its attachments („the Agreement“).

The parties make publishing in open access format, in a specified collection of established subscription journals with an Open Access option, (in the following „Open Access Journals“, see

Attachment 3) available to eligible authors that are affiliated to the Institute as described in

Attachment 2. In 2016,15 APC vouchers are available; In 2017 30 APC vouchers are available, In 2018, 45 APC vouchers are available. Unused access vouchers shall not be carried over into the following year(s). All articles eligible for APCs will be subject to the respective journal’s editorial and peer review processes.

The parties also agree to make Journal content available to the Institutes via a Publisher platform, currently http://www.emeraldinsight.com („the Licensed Material“, Attachment 3)

Furthermore the parties plan to evaluate the experiences of this combined availability of the points indicated above to explore future cooperation and a mutually sustainable model. To reach these agreed objectives, this Agreement consists of a publishing part (clause 2) and a platform part (clause 3).

  1. Open access publishinga) Terms and conditions of open access publishing

Authors who are affiliated to the Institute and who qualify as Eligible Authors according to the conditions set out in Attachment 2 are allowed to publish their articles as open access in the subscription journals at no financial cost to them. If the allocated vouchers expire before the year has ended, authors will need to pay the standard APC, subject to the acceptance of their article via the journal’s editorial and peer review processes.

The applicable open access publishing terms and conditions are covered in Attachment 2 („Open Access Publishing“).

If an article is accepted following full peer review, eligible authors may redeem an APC voucher (subject to availability). Articles published with an APC voucher will be published under the Creative Commons Attribution License 3.0 or (Creative Commons Attribution License 4.0 for some Emerald Publishing Services titles). Articles published under these licences will be hosted on http://www.emeraldinsightht.com and free of any paywall. Authors may deposit articles published under these licences on any webpage, subject to full attribution.

Authors not using tokens will be subject to Emerald’s Green Open Access policy as outlined on the Emerald Author rights page.

      b) Terms and conditions of open access publishing

Publisher will report on a quarterly basis how many articles have been published via Open Access Publishing and send this report to the Institute.

Publisher will make available on a semi-annual basis a complete report of all articles (open access and otherwise) published by (corresponding) Authors which will enable the Institute to verify the correct Implementation of the Agreement.

For journals running in the standard production workflow, the Publisher will clearly indicate articles which have been published as Gold Open Access.

  1.   Evaluation

The parties agree to and evaluate the pilot, including the number of published articles. Six months before the Agreement automatically ends the parties agree to meet end compose a written evaluation report on the collaboration.

Terms and Conditions for Open Access Publishing for Authors

  1. Eligible authors

Students enrolled or accredited to one of the institutions and the teaching and research staff employed by or otherwise accredited to one of the Institutions.

In case of articles published by multiple authors, the corresponding author will be the Eligible author. Corresponding author shall be the author who signs the publishing agreement.

Authors are only eligible once their article has been accepted following the Journal’s peer review and editorial processes, and they have completed an Emerald Open Access Licence. Currently this Licence refers to the Creative Commons Attribution License 3.0 or the Creative Commons Attribution I 4.0 License for some Emerald Publishing Services journals.

  1. Eligible Article Types

The following standards have to be met by the open access articles:

  • Articles have to be original and not infringe on any law and/or third party right and meet ethical standards;
  • Article types Include:
    • General review
    • Secondary article
    • Research paper
    • Literature review
    • Case study
    • Viewpoint Conceptual paper
    • Technical paper
  1. Open Access Vouchers

Publisher and SURFmarket have agreed to issue 15 Open Access vouchers in 2016. In the license year 2017 this shall be upgraded to 30 vouchers and in the license year 2018 this will be 45 vouchers. Vouchers that have expired may not he used In successive years.

  1. The parties‘ obligations

The parties have the following obligations regarding the Open Access Publishing:

  • Publisher shall not levy article processing charges directly on Authors who have Identified themselves and whose eligibility has been verified;
  • Publisher shall alert authors to the availability of OA vouchers. Authors will be directed to contact their institutional library in order to request a voucher;
  • The redemption of an APC voucher shall not influence the peer review process a. editorial decision(s), nor interfere with any of Emerald’s COPE-compliant ethics or submission guidelines;
  • Institute shall ensure that Authors shall identify themselves as being eligible in the course of the Publisher publishing work-flow. In case authors have not identified themselves as being eligible, once an article has been published in a subscription Journal, or online-first or earlycited, the author is not eligible anymore to publish the article as Gold Open Access.
  • Publisher shall provide email notifications to the Institutes each time an Author has Identified himself as eligible.
  • Institute shall ensure that the Institutes confirm or deny the eligibility of the author. In case Publisher does net receive either a confirmation or a denial within 3 business days after Publisher has notified the Institute, Publisher shall deem the author to be eligible and continue the publishing process.
  • The parties may change this identifying process and amend this Agreement accordingly by
  • mutual consent and with an appropriate notice period.

(Auszug von: http://www.vsnu.nl/files/documenten/Domeinen/Onderzoek/Open%20access/Emerald.pdf)


 

Corresponding Authors von den teilnehmenden Hochschulen werden dadurch berechtigt, ohne zusätzliche Kosten oder mit einer stark reduzierten APC in den entsprechenden Hybrid-Programmen der Verlage und unter einer bestimmtem Creative Commons Lizenz zu publizieren. Zusätzlich verpflichten sich die Verlage den Hochschulen periodisch Bericht über die OA-Publikationen zu erstatten.

Desweiteren wird ein Gesamtpreis über alle Verlagsdienstleistungen vereinbart. Die spannende Frage wie man zu diesem Preis gekommen ist (also die eigentliche Preiskalkulation mit dem Offsetting) geht aus den Verträgen nicht im Detail hervor.

Preise

Eine Zusammenstellung der VSNU zeigt jedoch, dass bei den allermeisten Verlage die Preise auf dem Niveau der bisherigen Subskriptionsausgaben verbleiben und Preiserhöhungen im Bereich von 2-5 Prozent pro Jahr vorgesehen sind. Lediglich bei Karger und RSC ist der Anstieg der Kosten um 23% relativ hoch. Das mag vielleicht damit zusammenhängen, als die Niederländer im Wert weit mehr dort publizieren, als dass sie aktuell abonnieren.

Modalitäten für Forschende

Auf openaccess.nl wurde für niederländische AutorInnen eine Übersicht zu den neuen OA-Möglichkeiten geschaffen. Neben dem eher unpraktischen Voucher System (Emerald, RSC) bzw. APC-Waiver-Code (LWW) gibt es doch einige Verlage (Wiley, De Gruyter, Springer, Taylor & Francis), welche die Affiliation eines Autors erkennen und das Paper automatisch in ihrem Hybrid Programm publizieren. Teils hat der Autor dann noch die Möglichkeit eine CC-Lizenz seiner Wahl (meistens aber die von der OASAP empfohlenen CC-BY) zu bestimmen. Die Verrechnung der APC verläuft überall im Hintergrund.

Für die VSNU hat Elsevier den bestehenden Workflow für die Hybrid-Bezahlungen von Forschungsförderer angepasst:

Monitoring

Mit den meisten Hybrid-Verlagen hat die VSNU ein periodisches Reporting über die bezahlten OA Artikel vereinbart. Dieses wird auch auf auf openaccess.nl visuell zugänglich gemacht:

OA-Monitoring-Offsetting-VSNU.jpg

Neue Massstäbe

Die Niederländischen Verträge setzen klar neue Massstäbe. Wie bereits bei der SCOAP3-Spezifikation werden Verlage wieder korrekt als Dienstleister behandelt und die Hochschulen verstehen sich endlich als bestimmende Auftraggeber mit einer Verantwortung der Gesellschaft und der Wissenschaft gegenüber.

Man kann selbstverständlich die eingegangen Vereinbarungen als zu teuer oder als „System-unterstützend/verlängernd“ kritisieren. Doch wer das tut, der soll bitte auch Kritik an den Big Deals ausüben die anderswo (wie z.B. in der Schweiz) nachwievor ohne Berücksichtigung von OA still und heimlich abgeschlossen werden.

Kritik – Gold OA wird vernachlässigt

Unschön und deshalb zurecht am „Dutch Approach“ kritisitiert, bleibt jedoch der starke Fokus auf Hybrid, währenddessen (noch) keine durchgängige reine Gold OA-Finanzierung vorhanden ist. Nur wenige Universitäten (z.B. TU Delft und Utrecht) bieten finanzielle Unterstützung für das Publizieren in reinen OA-Journals an.

Überraschend hat zudem der wichtigste Niederländische Forschungsförderer NWO angekündigt, seine finanzielle Unterstüzung von Gold OA auf Ende 2017 einzustellen:

Currently there are many more opportunities for authors to make their publications available via open access channels without having to pay for publication costs. In part, this has been achieved through open access agreements between Dutch universities and publishers. In addition, there are a growing number of open access journals and platforms that do not charge publication costs. Finally, there is the green route, which authors can use to deposit their articles in a (university) repository at no cost.

Auf Nachfrage war zu erfahren, dass aus Sicht der NWO genügend Geld im System vorhanden sei und mit diesem Schritt die Universitäten aufgefordert werden ihre Bibliotheksbudgets hin zur Finanzierung von Gold OA umzuschichten.

Ob dieses Kalkül aufgeht und die Niederländischen Universitäten anfangen auch explizit Gold OA zu finanzieren wird sich zeigen. Auch wenn die Niederländer mit ihren Offsetting-Verträgen Grossartiges erreicht haben, kann nur Green mit Hybrid  aber ohne Gold OA kaum die Lösung sein.


Update 2.7.2017

Der Vertrag der Niederländer mit Elsevier ist nun ganz offiziell öffentlich. Springer hat noch eine Fristverlängerung von 4 Wochen beantragt.

Update 3.7.2017

RSC teilt mir mit,  die Preissteigerung von 22.8%  sei darauf zurückzuführen, dass die TU Delft neu in das NL-Konsortium eingetreten ist. Ebenfalls sei man ab 2017 mit dem Read & Publish-Modell von der Verwendung von Vouchers weggekommen.

Update 12.7.2017

Springer hat die Veröffentlichung des Vertrages zugestimmt.

Wiley & Hindawi Partnerschaft

Ab 2017 wechseln 9 etablierte Subskriptionszeitschriften von Wiley in ein APC-basiertes OA-Modell unter einer neuen Partnerschaft von Wiley und Hindwai. Während der bisherige Inhalt bei Wiley verbleibt, soll die Redaktion und der Produktionsprozess der neuen Inhalte über die Hindawi Plattform abgewickelt werden.

wiley_hindawi_9_journals

9 Journals von Wiley wechseln ab 2017 auf OA-Modell bei Hindawi

Die beiden knappen Pressemeldungen von Wiley und Hindawi geben keine Rückschlüsse über die Gründe dieser nicht einfach nachvollziehbaren Partnerschaft. Wiley führt ja seit längerer Zeit eine eigene Sparte mit Open Access Zeitschriften und es ist nicht klar, weshalb hier Wiley auf einen externen Partner und Konkurrenten setzt.

Womöglich geht es jedoch um Kosten. Von ägyptischen Verlag Hindawi ist bekannt, dass er vergleichsweise tiefe Produktionskosten hat. Pro Artikel $290. Die Gewinnmarge wird auf Grund einer Aussage des Verlagsgründer trotzdem auf 50% geschätzt. Im Gegensatz dazu dürfte Wiley mit seinen veralteten und aufgeblähten Strukturen (Marketing, Vertrieb etc.) viel höhere Produktionskosten haben.

Bei dieser Pilot Partnerschaft könnte es bei Wiley darum gehen, von Hindawi zu lernen, um fit für den voraussehbaren Kostenwettbewerb in einer OA-Welt zu werden.

Für Hindwai dürfte der Zugzug von 9 Journals mit Impact Factor vorerst ein Reputationsgewinn darstellen, welcher für das weitere Wachstum seiner eigenen Journals nützlich sein wird.

Zahlungen der Universität Zürich

Was zahlt die Universität Zürich an Elsevier, Springer und Wiley?

Auf diese Frage weigerte sich die Hauptbibliothek der Universität Zürich (HBZ) im Juli 2014 eine Antwort zu geben. Gegen die Ablehnung rekurrierte ich im August 2014 bei der zuständigen Rekurskommission der Zürcher Hochschulen. Während des Rekursverfahrens erhielt ich durch ein Missverständnis und zum Erstaunen aller Beteiligten Einsicht in die gewünschten Daten der HBZ, welche eigentlich nur für die Rekurskommission bestimmt gewesen waren. Im Dezember 2014 zog ich deshalb den inzwischen nicht mehr notwendigen Rekurs gegen die HBZ zurück, führte aber den Rekurs gegen die Einsichtsverweigerung der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) bei der gleichen Rekurskommission weiter. So kenne ich nun seit einem Jahr die Zahlungen der Hauptbibliothek und hätte sie, wie mir die Rekurskommission ehrlich antwortete, legal veröffentlichen können. Doch aus Gründen der Fairness wollte ich damit zuwarten bis die rechtliche Situation im Kanton Zürich bei den parallelen Rekursen gegen die Einsichtsverweigerungen der ZHAW oder gegen die Zentralbibliothek Zürich grundsätzlich geklärt worden ist. Das Prinzip scheint mir hier wichtiger als die Zahlen.

Im Dezember 2015 entschied nun endlich die Rekurskommission der Zürcher Hochschulen unter Berücksichtung der kantonalen Gesetzgebung, dass die ZHAW mir ihre Zahlungen an die Verlage zugänglich machen muss. Es ist davon auszugehen, dass die Rekurskommission im Falle der Hauptbibliothek der Universität Zürich gleichermassen entschieden hätte und die HBZ die Zahlen so oder so hätte herausrücken müssen. Wie sie übrigens auch die freihändigen Zuschläge auf simap.ch hätte deklarieren müssen!

Zu den Zeitschriftenausgaben

Hier also nun die Zeitschriftenausgaben der Hauptbibliothek der Universität Zürich. Die Ausgaben der Zentralbibliothek Zürich, welche insbesondere die geisteswissenschaftlichen Fächer an der Universität Zürich abdeckt, sind hier noch nicht eingerechnet (dieser Rekurs läuft noch).

Auch hier (wie bei der UniBE und der ETHZ) können wir überschlagsmässig nun erstmals einen Blick wagen, was dies für die Transformation zu Gold OA bedeuten würde.

Als Datengrundlage bietet sich das Repository ZORA an, wo seit 2008 alle Forschenden der Universität Zürich verpflichtet sind, ihre Publikationen zu hinterlegen.

Sparpotential bei Elsevier

Forschende der Universität Zürich (inkl. Universitätsspital) publizieren pro Jahr gegen die 950 Zeitschriftenartikel bei Elsevier:

Gehen wir hier wieder von einem Corresponding Author Anteil von 60% und einer durchschnittlichen APC von 2700 CHF aus, lässt sich ein Einsparungspotential von fast 0.25 Mio. CHF ausmachen!

Elsevier: 570 Artikel * 2700 CHF = 1'539'000 CHF
(Subskriptionskosten 2014: 1'778'095 CHF)

500’000 CHF mehr bei Springer (APC 3000 CHF)

Ohne SpringerOpen und BMC werden pro Jahr gegen die 600 Artikel durch AutorInnen der Universität Zürich bei Springer veröffentlicht.

Rechnen wir hier auch wieder mit einem 60% Corresponding Author-Anteil und einer APC von 3000 CHF. Mit dieser müsste die UZH gut 500’000 CHF mehr bezahlten.

Springer: 360 Artikel * 3000 CHF = 1'080'000 CHF
(Subskriptionskosten 2014: 589'080 CHF)

150’000 CHF mehr bei Wiley (APC 3000 CHF)

Bei Wiley kann von ca. 650 Artikel pro Jahr ausgegangen werden:

Hier müsste die UZH 150'000 CHF mehr bezahlen.

Wiley: 390 Artikel * 3000 CHF = 1'170'000 CHF
(Subskriptionskosten 2014: 1'025'733 CHF)

Fazit

Rechnet man mit den Verlags-APCs, 2700 CHF bei Elsevier, 3000 CHF bei Springer und Wiley, müsste die UZH gute 350’000 CHF mehr bei einer Transformation zu OA bezahlen.

Würde man aber mit einer APC von 2600 CHF rechnen, ergäbe sich wieder eine kostenneutrale Transformation

Wiley + Elsevier + Springer : 1320 Artikel * 2600 CHF = 3'4 Mio CHF
(Subskriptionskosten 2014: 3.4 Mio CHF)

Green-OA dümpelt ohne in Fahrt zu kommen

Der Universität Zürich hat schon seit 2008 eine verpflichtende OA-Policy und leistet sich inzwischen ein 7-köpfiges Open Access Team, welches jede Publikation die auf ZORA eingeht prüft und sich um das Einholen von Volltexten bemüht. Schaut man sich den Erfolg bei den Zeitschriftenartikel an, scheint dies zumindest bei den drei grossen Verlagen ziemlich ineffektiv zu sein. Lediglich bei Springer kommt man im Jahre 2014 auf eine Höchstmarke von 35% freien Volltexten im Repository. Bei Elsevier sind es immerhin noch 24%. Bei Wiley bleibt es aber bei kümmerlichen 12%.  Insgesamt sind lediglich 23% (492 von 2126) bei Elsevier, Springer und Wiley publizierten Artikel von Zürcher AutorInnen über ZORA zugänglich.

Im Vergleich zu anderen Unis mögen dies vielleicht sogar gute Werte sein. Nüchtern betrachtet, müsste man sich aber bei diesen Zahlen sieben Jahre nach Einführung der OA-Policy eingestehen, dass es dringend einen Strategiewechsel bedarf. Wenn die Universität Zürich pro Jahr 3,4 Mio CHF an die Verlage Elsevier, Springer und Wiley zahlt (nur Journals!), aber im Gegenzug nur 23% der eigenen bei diesen Verlagen publizierten Artikel frei bei ZORA zugänglich sind, läuft etwas gewaltig schief!

Gold-OA an der Universität Zürich unterfinanziert

Noch absurder wird es, wenn man bedenkt das AutorInnen der Uni Zürich die in einem Gold OA Journal z.B. von Frontiers oder BioMedCentral publizieren wollen für einen Teil der Kosten selber aufkommen sollten. An die Publikationskosten die beim beliebten Verlag PLOS entstehen, zahlt die Hauptbibliothek dann aber schon gar nichts mehr. Obwohl dort im Jahr 2014 bereits 176 Artikel publiziert wurden und somit schon ein Viertel des Publikationsaufkommen bei Wiley ausmacht.

Die Logik, dass die Hauptbibliothek Subskriptionen von drei wissenschaftsfeindlichen Verlagen mit 3,4 Mio CHF fördert und die immensen Kosten am liebsten noch der Öffentlichkeit verschweigt, gleichzeitig aber kein oder nur wenig Geld für ganz offensichtlich nachgefragten Open Access Verlage hat, scheint mir enorm widersprüchlich. Von der Universität Zürich wird das LERU-Statement „Christimas is Over“ offenbar nicht gekommen sein. Leider!

Update: 12.1.2016

Dank einem Hinweis des OA-Teams der UZH habe ich festgestellt, einen Bug in meinem Pentaho-Script für die Auswertung des ZORA-XML gehabt zu haben. Ich habe den Fehler und entsprechend die Daten korrigiert. Wie vom OA-Team der UZH korrekt beanstandet, sind es weit mehr Publikationen die von UZH-Wissenschaftler bei Elsevier, Springer und Wiley publiziert werden.

Dies ändert natürlich die überschlagsmässig prognosizierten Kostenersparnisse gravierend, bzw. resultiert bei Wiley und Springer gar in Mehrkosten. Das heisst, das ursprüngliche Fazit das eine kostenneutrale Transformation zu Gold OA selbst bei einer forschungsintensiven Universität mit den von den Verlagen gesetzten APCs möglich ist, scheint falsch zu sein.

Jedoch wissen wir alle, dass die durchschnittliche APC wohl mit 3000 CHF definitiv ein Maxium darstellt. Sobald man mit einer realistischeren APC von unter unter 2600 CHF bei Elsevier, Wiley und Springer rechnet, ist die UZH auch schon wieder in der Sparzone.

Hinweis

Die für die Grafiken und Auswertungen von ZORA verwendeten Daten sind in diesem Google Spread Sheet zugänglich.

Zahlungen der Universität Bern

Was zahlt die Universität Bern an Elsevier, Springer und Wiley?

Nach einem erfolgreichen Beschwerdeverfahren bei der Erziehungsdirektion des Kanton Bern gegen die initiale Auskunftsverweigerung stellte mir die Universität Bern im vergangenen November endlich ihre Zahlungen zu.

Zeitschriftenausgaben der Universität Bern

Wie schon bei den Zahlungen der ETH Zürich können wir mit diesen Zahlen nun erstmals überhaupt eine kleine „Milchbüchleinrechnung“ vornehmen, welche das Potential dieser Kosten für den Wechsel zu Gold OA aufzeigt. Die Universität Bern erfasst schon seit längerem eine zentrale und relativ vollständige Hochschulbibliografie, die vor wenigen Jahren in das Repository BORIS überführt wurde.

200’000 CHF mehr benötigt bei Elsevier definierter APC

Eine Suche nach Zeitschriftenartikel in BORIS die bei Elsevier erschienen sind, ergibt für die Jahre 2010-2015 folgende Zahlen:

In Anbetracht einer möglichen Unvollständigkeit und Unschärfe bei der Suche können wir von max. 750 Artikel pro Jahr ausgehen. Mit einer durchschnittlichen Hybrid-APC von 2700 USD (=2700 CHF) bei Elsevier, sowie einem Anteil von ca. 60% Papers mit einem Berner Corresponding Author ergibt sich folgende Überschlagsrechnung:

Elsevier: 450 Artikel * 2700 CHF = 1'215'000 CHF
(Subskriptionskosten 2014: 930'000 EUR)

300’000 CHF mehr bei Springer definierter Hybrid APC

Eine weitere Suche in BORIS zeigt, dass  ungefähr 400 Artikel durch AutorInnen der Universität Bern pro Jahr bei Springer publiziert werden:


Die Rechnung mit 60% Corresponding Author Anteil und einer APC von 3000 USD/CHF  („Open Choice„) zeigt ebenfalls, dass ein Wechsel zusätzliche Kosten bedeuten würde.

Springer: 240 Artikel * 3000 CHF = 720'000 CHF
(Subskriptionskosten 2014: 398'000 €)

400’000 CHF mehr bei Springer definierter Hybrid APC

Etwa 450 Artikel pro Jahr werden durch Berner Autoren bei Wiley publiziert.

Geht man hier auch von einer Standard-Hybrid-APC von 3000 USD/CHF („Online Open„) aus, dürften die Subskriptionskosten für die Gold OA-Transformation nicht reichen:

Wiley: 270 Artikel * 3000 CHF = 810'000 CHF
(Subskriptionskosten 2014: 370'000 €)

Auch wenn man mit der durchschnittlichen APC von $2220 rechnet, welche Wiley zurzeit bei seinen reinen OA-Journals anwendet, wäre eine Transformation immer noch gut 200’000 CHF teurer.

Wiley: 270 Artikel * 2220 CHF = 594'000 CHF
(Subskriptionskosten 2014: 370'000 €)

Fazit

Die hier erstmalig überschlagsmässig vorgenommene Verbindung zwischen Subskriptionskosten und Publikationsverhalten lässt vermuten, dass die Universität Bern bei einem  Wechsel zu den von den drei Verlagen gesetzten APCs Mehrkosten von gut 900’000 CHF entstehen würden.

Eine kostenneutrale Transformation wäre mit einer durchschnittlichen APC von 1750 EUR erreichbar.

Wiley + Elsevier + Springer : 960 Artikel * 1750 EUR = 1.7 Mio EUR
(Subskriptionskosten 2014: 1.7 Mio EUR)

Letztlich auch eine Motivation für die Universität Bern, mehr Gold OA über die Subskriptionverhandlungen erwirken, müssten die sehr bescheidenen Green-OA Werte auf BORIS sein. Nur gerade 13% (193 von 1535) aller im Jahre 2014 auf BORIS verzeichneten Zeitschriftartikel der Verlage Elsevier, Springer und Wiley sind dort tatsächlich frei verfügbar. Trotz verpflichtendes Mandat.

Dies liegt nicht zu letzt daran, dass die Grossverlage, wie kürzlich Elsevier, den freien Zugang auch über Repositories mit allen gerade noch erträglichen Mitteln zu verhindern suchen.

Es ist deshalb schwer verständlich, wieso die Universität Bern ohne eigene Forderungen (wie z.B. die berechtigte Verrechnung von Subskriptions- und Publikationskosten wie hier aufgezeigt) mit diesen Verlage Jahr für Jahr und steigendem Umsatz Geschäfte macht. Geschäfte, die im Jahre 2014 immerhin 1.7 Mio  betrugen (für Zeitschriften alleine).

Deklaration auf simap.ch

Man muss der Universität Bern übrigens zugute halten, dass sie – wie es scheint als einzige Universität in der Schweiz – die freihändige Vergabe der grossen Lizenzen (= über 230’000 CHF) auf der entsprechenden Plattform ordnungsgemäss nach öffentlichen Beschaffungsrecht deklariert hat. Lustigerweise bin ich selber erst nach meiner Anfrage bei der Universität zufällig darauf gekommen. Während des gesamten Beschwerdeverfahren hat mich auch niemand von der Universtität Bern darauf hingeweisen.

Simap - Elsevier University of Bern

4 Mio CHF Auftragsvergabe für die Elsevier Lizenz auf simap.ch

 

Korrektur 12.1.2016

Dank eines Hinweises der OA-Team der UZH bin ich auf einen wesentlichen Fehler in meinem Auswertungsscript der Repository-Daten gekommen. Auch die Universität Bern publiziert weit mehr Publikationen bei Springer, Wiley und Elsevier als ursprünglich hier dargestellt. Die frühere Einschätzung, dass auch die Universität eine kostennneutrale Transformation zu den Verlags-definierten APCs hinbekäme muss enstprechend revidiert werden. Für eine kostenneutrale Publikation bei der Universität Bern müssten mit einer APC von 1750 EUR gerrechnet werden.

Hinweis

Die für die Grafiken verwendeten Daten sind in diesem Google Spread Sheet zugänglich.

 

Zahlungen der ETH Zürich an Elsevier, Springer und Wiley nun öffentlich.

Was bezahlt die ETH Bibliothek an Elsevier, Springer und Wiley? Die Antwort auf diese einfache Frage liegt nun nach gut 14 Monaten und einem Entscheid der ersten Rekursinstanz (EDÖB) vor. Werfen wir nun also einen Blick in diese nun erstmals öffentlich zugänglichen Daten (auch als XLSX). Die ETH-Bibliothek schlüsselte die Ausgaben wie von mir gewünscht in Datenbanken, E-Books und Zeitschriften auf.

Interessanter Fakt: Alleine die Ausgaben für Zeitschriften, E-Books und Datenbanken an die drei Verlage Elsevier, Wiley und Springer betragen zusammen 7.78 Mio. CHF und machen somit fast die Hälfte des gesamten Erwerbungsbudget der ETH-Bibliothek (17.75 Mio CHF) aus. Ja, die Konzentration im wissenschaftlichen Publikationswesen findet statt.

Ausgaben für Zeitschriften

Konzentrieren wir uns nachfolgend auf die Zeitschriften.

Gleich vorweg, mit der aktuell vorliegenden Granularität lassen sich keine exakte Analysen oder Vergleiche machen. Dazu fehlen Informationen über die konkreten Bedingungen: Anzahl Journals, Historical Spendings und Holdings, Vertragslaufzeit, Kauf oder Miete etc. Auch zu berücksichtigen sind die starken Kursschwankungen zwischen CHF und USD/EUR in den letzten Jahren. Dennoch kann man einige interessante grobe Beobachtungen festhalten.

  • Die effektiven Ausgaben an die klassischen Subskriptionsverlage Elsevier und Wiley sind in den letzten Jahren weiter massiv gewachsen (Mehr Open Access möchte man, mehr Closed Access bezahlt man).
  • Mit 3.55 Mio CHF Ausgaben für Elsevier Zeitschriften im Jahre 2014, toppt die ETH alle britischen Universitäten. Das University College London gab 2014 den grössten Betrag von ca. 2.5 Mio CHF (£1’657’434) für Elsevier Zeitschriften aus. Oxford sogar „nur“ ca. 1.5 Mio. CHF (£990’774).
  • Auch im Vergleich zu amerikanischen Universitäten liegen die Ausgaben der ETH an Elsevier im Spitzenbereich. Cornell bezahlte im Jahr 2013 ca. 2.4 Mio (USD 2’468’244). Das MIT beziffert in seinem Elsevier Factsheet seine Ausgaben auf über 2 Mio USD, wobei das MIT – wie in den USA üblich – nicht alle Journals von Elsevier abonniert hat.
  • Gemäss ETH-Jahresbericht 2014 sind an der ETH gut 7000 Personalstellen mit Lehre und Forschung beschäftigt. D.h. pro wissenschaftlicher Stelle kostet der Elsevier Zugang gute 500 CHF. Natürlich verflacht sich diese Zahl wenn man noch die 18616 Studierenden dazuzählt, aber das ist ja bekanntlich nicht Hauptnutzungsgruppe von Zeitschriften.

Abgesehen davon, lohnt es sich meines Erachtens auch gar nicht, sich zu lange mit der heutigen Situation abzugeben. Denn wie die Ökonomen Bergstrom et al. in ihrem PNAS-Paper über die Preise von US-Universitäten aufzeigen, bezahlen Bibliotheken heute Fantasie-Preise, die sich nicht auf reale und vergleichbare Indikatoren zurückführen lassen:

The contracts that we have seen show remarkable institution-specific price variations that cannot be explained by university characteristics such as enrollment and PhD production. Some institutions have been quite successful in bargaining for lower prices, whereas others may not have been aware that better bargains can be reached. Perhaps this variation explains publishers’ desire to keep contract terms confidential.

Viel interessanter ist die Frage, inwiefern das Geld für einen Wechsel zu Gold OA ausreicht. AutorInnen der Max Planck Digital Library kamen kürzlich zum Schluss, dass zumindest für DE, FR und UK genug Geld im Subskriptionssystem vorhanden sei, um einen sofortigen Wechsel auf ein mehrheitlich APC-finanziertes System ohne zusätzlichen Kosten zu bewerkstelligen. Mit den nun öffentlichen Daten der ETH Zürich, lässt sich dies zumindest für die grösste technische Bibliothek der Schweiz auch nachvollziehen und bestätigen.

Die ETH ist auch Lieferant an die Verlage

Die ETH ist eine forschungsintensive Hochschule, welche gegenüber Elsevier nicht nur als Käufer, sondern auch als Lieferant von wissenschaftlichen Texten auftritt. Wenn man auf Sciencedirect, der Plattform von Elsevier nach wissenschaftlichen Artikel mit AutorInnen der ETHZ sucht findet man für das Jahr 2014 1260 Zeitschriftenartikel (Stand: 30.8.2015):

1260 Articles in Sciencedirect from ETH-AutorInnenSucht man in der ETH-Hochschulbibliografie e-Citations nach Artikel mit Publisher=Elsevier im Jahre 2014 kommt man auf 1374 Artikel. D.h. wenn wir von 1400 Artikel pro Jahr bei Elsevier ausgehen, liegen wir im sicheren Bereich.

Was dies bei einer Umstellung auf ein APC-basiertes Modell bedeuten würde

So lässt sich bereits mal grob ausrechnen, was es kosten würde, müssten ETH-Autoren neu für das Publizieren mit Hybrid/Gold OA APCs bezahlen. Gehen wir also mal von den berühmt-berüchtigten $3000 als Standard-APC aus und rechnen wir überschlagsmässig:

Elsevier: 1400 Artikel * 3000 CHF = 4.2 Mio CHF

Bei den gegenwärtigen Subskriptionskosten (3.5 Mio CHF) müsste die ETH bei einer Umstellung auf ein APC-Businessmodell ca. 700k CHF draufzahlen.

Nun ist aber zu berücksichtigen, dass die beiden Faktoren in Realität wesentlich kleiner sein werden.

  1. Elsevier hat sich bezüglich Gold OA, aber auch bei Hybrid länger als andere Verlage zurückgehalten und hat sehr spät ein dynamisches APC-Modell eingeführt. Je Journal gilt eine andere APC. Ohne es überprüft zu haben, gehe ich davon aus, dass bei Journals mit höheren Impact Faktoren auch der Preis höher ist. Nimmt man die aktuelle APC-Liste und fügt noch die teuren Cell-Press Journals dazu (APC von je $5000) kommt man bei Elsevier auf eine durchschnittliche APC von $2334. Für die ETH ist dieser Wert jedoch zu tief, da ETH-Wissenschaftler eher in den teureren Zeitschriften publizieren. Dies zeigt eine Verknüpfung der 1260 gefunden Artikel in Sciencedirect mit den aktuell gültigen APCs. Beim aktuellen Publikationsverhalten von ETH-Wissenschaftlern und der momentanen Preissetzung durch Elsevier ist ein APC Durchschnitt von $2700 (~CHF 2600) realistischer.
  2. Nicht bei allen Artikel bei dem ein ETH-Wissenschaftler als Autor aufgeführt ist, müsste die ETH die APC bezahlen. Bei Papers mit mehreren internationalen Autoren würde ja zuweilen auch die Publikationskosten über eine andere Institution oder Förderorganisation abgerechnet werden. Hier könnte man sich die Mühe machen und bei den Artikeln jeweils schauen, ob der Corresponding Author (denn dieser zahlt meistens) von der ETH kommt oder nicht. Aus Zeitgründen verzichte ich jedoch darauf und verweise auf die Erfahrungswerte der Max Planck Digital Library:

    Our robust formula is that we [Max Planck Digital Library] expect our authors’ papers to generate invoices for between 50% and 60% of the total number of papers (in fact, for some publishers we observe shares of corresponding author papers even as low as 40%). Already we feel confident enough to base further cost projections on this value.

    Das heisst, wenn wir auch hier vorsichtig rechnen, gehen wir davon aus, dass die ETH bei einem Wechsel auf ein APC finanziertes Model von ihren 1400 Papers bei Elsevier 60%, also 840 Papers selber bezahlen müsste.

Das heisst die viel realistischere, aber dennoch vorsichtige Schätzung wäre:

Elsevier: 840 Artikel * 2600 CHF = 2.2 Mio CHF
(Subskriptionskosten 2014: 3.5 Mio CHF)

Somit wird auch schnell offensichtlich, dass eine Umstellung auf ein APC-fianziertes Geschäftsmodell zumindest bei Elsevier durch die ETH absolut tragbar und gar günstiger (-1 Mio CHF) wäre. (Vorausgesetzt die 3.5 Mio CHF sind tatsächlich regelmässige Subkriptionskosten und nicht Einmalkäufe!).

Auch bei Springer und Wiley würde das bisherige Geld locker ausreichen

Nun die gleiche Rechnung für Springer und Wiley. In e-Citations finden sich für das Jahr 2014 576 Artikel von Springer und 736 Artikel von Wiley.

Gehen wir wieder von den 60% zu zahlenden APCs aus und vereinfachen die Sache, indem wir bei beiden Verlagen von einer durchschnittlichen APC von 3000 CHF ausgehen. Zurzeit sind die Hybrid-APC von Springer und Wiley $3000, obwohl beide Verlage mit ihren Open Access Programmen ebenfalls pro Journal unterschiedliche APC-Rates haben, die im Falle z.B. von BMC einiges unter $3000 liegen. Bei Interesse am APC Markt empfehle ich den Report von Björk und Solomon (2014).

Springer: 350 Artikel * 3000 CHF = 1.1 Mio CHF
(Subskriptionskosten 2014: 1.3 Mio.)
Wiley: 450 Artikel * 3000 CHF = 1.4 Mio CHF
(Subskriptionskosten: 2014: 1.6 Mio.)

Somit zeigt sich auch hier, dass das Geld, welches aktuell über Subskriptionen über die ETH-Bibliothek an Springer und Wiley geht, ausreichend ist, um eine sofortige Transformation hin zum Open Access Publizieren bei diesen Verlagen zu finanzieren.

Fazit

Open Access ist, wie vom ehemaligen ETH-Bibliotheksdirektor beschrieben, ein wünschenswertes wissenschaftliches und politisches Ziel. Mir ist es allerdings ein Rätsel warum sich die ETH-Bibliothek mit ihrem Anspruch die Leading Library in der Schweiz zu sein, sich nicht mehr im Interesse der Wissenschaft für Open Access einsetzt? An zuwenig Geld liegt es ganz offensichtlich nicht. Vielleicht an zuviel?

Warum nimmt eine ETH Zürich die Verlage nicht beisseite und sagt bestimmt :

Wir sind einer eurer Top-Kunden, und wohl auch einer eurer Top-Lieferanten. Kommt, lasst unserer ETH-Autoren bei euch Gold/Hybrid OA publizieren und wir verrechnen dass dann mit den Subskriptionen. Wir wären sogar bereit 10-20% Prozent mehr als jetzt zu bezahlen, letztlich akzeptieren wir ja eure Preiserhöhungen ja sowieso.

Sicher, Verlage haben wenig Interesse diesen Weg zu gehen, solange der Druck nicht gross genug ist. Dass man aber diesen Druck aufbauen muss und kann, zeigen die Niederländer, die mit Springer einen wegweisenden Deal erreicht haben, von dem man liest, nur 7% teurer (=200’000 EUR) zu sein, als was bisher jährlich bezahlt wurde. Neben Zugang zu SpringerLink können niederländische Autoren seit Anfang 2015 ohne zusätzliche Kosten Gold/Hybrid Open Access publizieren. Ein immenser Vorteil, den ETH-Autoren trotz stetig wachsender öffentlicher Unterstützung nachwievor nicht haben und auch nicht haben werden, solange die ETH-Bibliothek nicht endlich aus ihrer Lethargie erwacht und sich aktiver für Open Access einsetzt.