Die Schweizer Open Access Strategie

Bis 2024 sollen alle mit öffentlichen Geldern finanzierten wissenschaftlichen Publikationen aus der Schweiz im Internet frei zugänglich sein. So sieht es die Open Access Strategie vor, welche Ende Januar 2017 durch swissuniversities verabschiedet wurde und zu der nun bis Ende Jahr ein Aktionsplan ausgearbeitet wird.

Die Strategie setzt hierzu auf mehrere insgesamt sinnvolle Leitlinien und Massnahmen. Im Schweizer Kontext sticht jedoch die Massnahme „Verhandlungen mit den Verlagshäusern“ besonders hervor, da sie mit relativ wenig Aufwand schnell zu einem grossen Anteil Gold OA führt:

Bei Verhandlungen sollten verschiedenste Modelle berücksichtigt werden, wie Lizenzklauseln zum grünen OA-Weg, Mitgliedschaften bei Open-Access-Verlagen und Offset Vereinbarungen mit OA-Komponenten. Eine Ausstiegsoption muss vorgesehen sein, falls die Verhandlungen scheitern. Obwohl Offset Agreements die Stellung bestehender grosser Verlagshäuser durch die Ausweitung ihrer Rolle in die Welt von OA stärken, werden die Vereinbarungen als eine notwendige Übergangsmassnahme eingeschätzt.

80 Prozent Open Access bei Zeitschriftenartikel aus 23 Verhandlungen

Wie eine Analyse des Publikationsverhalten von Schweizer Forschenden anhand der Scopus Datenbank zeigt, wurden 80% von 31365 Zeitschriftenartikel im Jahre 2015 bei nur 27 Verlagen (inkl. vier OA Verlage) publiziert. 43% alleine bei Elsevier, Springer und Wiley!

(Diagramm Full Screen)

Würden die Schweizer Hochschulen ihre Macht als Käufer von Subskriptionen und Lieferanten von Leistungen (Manuskripte, Begutachtung, Herausgeber Tätigkeiten) gegenüber diesen 23 grössten Verlagen ausspielen und ein Offsetting von Subskriptions- und Publikationskosten fordern, wären innerhalb kürzester Zeit und ohne zusätzliche Kosten 80% der Schweizer Zeitschriftenartikel direkt bei den Verlagen in der von den Forschenden bevorzugten Verlagsversion frei zugänglich.

Exzellente finanzielle Ausgangslage für 100% Offsetting

Die Zahlen auf nationaler Ebene sprechen eine deutliche Sprache. Wie die offizielle Finanzflussanalyse zeigte, bezahlen Schweizer Hochschulen heute für Zeitschriften-Abonnemente (70 Mio. Franken) weit mehr, als dass sie dies bei einem global erfolgten Wechsel zu OA für die APCs der eigenen Publikationen tun müssten (30-60 Mio. Franken). Durch dieses Verhältnis von Subskription und Artikelproduktion, haben die Schweizer Hochschulen insgesamt eine relativ einfache Ausgangslage um in den Verhandlungen eine Win-Win Situation herzustellen.

Denn jedes Angebot der Schweizer Hochschulen, dass nicht auf eine vollumfängliche Realisierung dieser Einsparungen zielt, sondern die Ausgaben auf dem heutigen überteuerten Niveau hält, ist für die Subskriptionsverlage in der Tendenz (Unterschiede pro Verlag vorbehalten) ein nachwievor gewinnbringendes und somit auch ein annehmbares Angebot.

„Ausstiegsoption“ vorgesehen

Wird ein solches Angebot bzw. die Forderung nach mehr OA von den Verlagen abgelehnt, sieht die Schweizer OA-Strategie eine Ausstiegsoption vor. Auch wenn diese Option nicht näher beschrieben wird, dürfte mindestens die Abbestellungen von Zeitschriften, wenn nicht gar die Einstellung von Einreichungen, Gutachten und  und Editorial Services an die Verlage gemeint sein.

Für Schweizer Verhältnisse ist die Erwähnung einer solchen Ausstiegsoption für das Ziel OA ein besonders bedeutender Schritt. Denn wie das Projekt zur Transparenz von Subskriptionszahlungen zeigt, ist vielen Hochschulbibliotheken das Verantwortungsbewusstsein gegenüber der Öffentlichkeit und das Gespür für ihre Einflussmöglichkeiten abhanden gekommen. Die Meinung, man sei auf die Inhalte der Verlage via Subskription zwingend angewiesen, ist weit verbreitet und sorgt für eine konstant schwache Verhandlungsposition.

Dabei zeigt das Beispiel Niederlande: Signifikate Veränderungen zu OA lassen sich nur erzielen wenn die Hochschulen auch bereit sind die Big Deals aufzukündigen (in NL aktuell z.B. bei Oxford Universtiy Press).

Verhandlungsebene erhöhen

Ebenfalls sieht die Strategie eine Ergänzung des Verhandlungsgremium mit führenden Persönlichkeiten aus dem Hochschulwesen vor:

Für die Verhandlungen muss ein bestehendes und erfahrenes Gremium (z.B. das Konsortium der Schweizer Hochschulbibliotheken) durch führende Persönlichkeiten im Hochschulwesen ergänzt werden, die über die notwendigen Ressourcen und entsprechende politische Unterstützung verfügen.

In den Niederlande war auch dies ein wesentlicher Teil der Erfolge in den letzten Jahren, wie die Vereinigung niederländischer Universitäten VSNU schreibt:

Contrary to normal practice, the VSNU and UKB (a consortium of thirteen Dutch university libraries and the National Library of the Netherlands) took negotiations to the highest administrative level. Whereas normally, the boards of the libraries are expected to meet with the publishers, this is now done by a number of Executive Board Presidents of universities, who negotiate through the VSNU, with the mandate of all universities and university libraries, and with the support of SURF. This means that there is attention for the subject at the highest administrative level from the outset. This strong foundation has made it possible to negotiate at a different strategic level.

Guter Start – Mieses Mittelstück – Guter Abschluss?

Insgesamt kommt die Schweizer OA Strategie spät. Die bisherige Passivität und der immer offensichtlichere Rückstand zu anderen Ländern steht nun vermehrt im Fokus von Medien (z.B. Aargauer Zeitung, Le Courrier) und Politik (Interpellation Chevalley, Postulat Spiess-Hegglin).

Dabei hatte man in der Schweiz eigentlich recht früh die Bedeutung des Themas verstanden. Bereits im Jahr 2006 hatten die Rektorenkonferenzen der Schweizer Hochschulen inkl. SNF und Akademien, die wichtige Berliner Erklärung unterzeichnet. Viele Hochschulen folgten mit starken OA-Policies und der Errichtung von Repositories.

Noch im Jahre 2010 sah der Bundesrat in der Beantwortung der Motion Pfister keinen weiteren Bedarf die Ziele von Open Access durch das Gewicht des Geldgebers aktiver zu vertreten:

Insgesamt werden nach Einschätzung des Bundesrates die Arbeiten im Bereich Open Access von den verantwortlichen Akteuren zielführend und effizient angegangen.

Eine Einschätzung die übertrieben optimistisch war. Theophil Pfister, der im Schweizer Parlament für OA einstand, hatte zu seinen Lebzeiten nicht einmal annähernd die Chance die eigentlich einfache Vision der Berliner Erklärung umgesetzt zu sehen. Bleibt zu hoffen, dass es mit der Schweizer OA-Strategie nun endlich vorwärts geht.

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Schweiz: Studie belegt massives Sparpotential beim Wechsel zu Open Access

Eine Studie von Swissuniviersities und des Schweizer Nationalfonds (SNF) hat erstmals die aktuellen Kosten von Schweizer Hochschulen im Zusammenhang mit dem wissenschaftlichen Publizieren untersucht und Modelle zur Transformation zu Open Access aufgearbeitet. Die Studie wurde durch die Beratungsfirma CEPA in Zusammenarbeit mit John Houghton durchgeführt. Die bisherigen „Houghton-Reports“ haben schon für Australien, Grossbritannien, Dänemark, Niederlanden sowie Deutschland aufgezeigt, dass ein Umstieg auf Open Access sich volkswirtschaftlich lohnt.

Ermittlung Ausgaben Schweizer Hochschulen

Über eine Umfrage an Schweizer Hochschulen bzw. deren Bibliotheken wurde ermittelt, dass 2015 in der Schweiz  für Zeitschrifteinsubskriptionen 70 Mio. Fr. ausgegeben wurden. Zusätzlich wurde für Gold OA 4.4 Mio Fr. und für Hybrid OA 1.7 Mio Fr bezahlt. Der relativ hohe Betrag für Hybrid erstaunt, da Hybrid weder von Hochschulen, noch von Forschungsförderorganisationen offiziell unterstützt wird. Insbesondere bei den Kosten für Hybrid wird jedoch darauf verwiesen, dass aufgrund fehlender Rückläufe zur Umfrage und der unterschiedlichen Datenqualität Schätzungen vorgenommen wurden, und somit eine Unsicherheit über die tatsächlichen Zahlungen besteht.

Die Studie verzichtet unverständlicherweise darauf die Ausgaben per Hochschule oder per Verlag aufzuschlüsseln.

Ermittlung Publikationsverhalten

Eine Auswertung der Daten von Scopus durch die Max Planck Digital Library (MPDL) zeigt, das 2015 gegen 31’000 Artikel mit einer AutorIn aus der Schweiz publiziert wurden, was je nach Datenquelle 1-2% aller weltweiten produzierten Artikel darstellt. 16% davon sind bereits heute Gold OA.

Von diesen 31’000 in Scopus indexierten Artikel mit Schweizer Beteiligung, dürfte bei 54% (also 17’000 Artikel) auch der Corresponding Author einen Bezug zu einer Schweizer Institution haben. Bei dieser Zahl ist zu berücksichtigen, dass Scopus grundsätzlich nicht vollständig ist und zum Zeitpunkt der Analyse (April 2016) zudem noch nicht ganz alle Artikel des Jahres 2015 erfasst wurden. Unter Berücksichtigung dieser Unsicherheit gehen wir mal von gut 20’000 Artikel aus, welche bei einem Wechsel zu zu einem Author-Pays Modell durch Schweizer Institutionen bezahlt werden müssten.

Hoher Break-Even APC

Würde man das Geld der Subskriptionen in einen grossen Publikationsfonds umwandeln, könnten die Hochschulen den (corresponding) AutorInnen pro Artikel 3’500 CHF zu Verfügung stellen:

70 Mio. Fr. / 20’000 Artikel = 3’500 Fr.

Das heisst selbst wenn wir von den heutigen (zu hohen) Hybrid-Kosten von 3’000 Franken pro Artikel (wie sie der SNF aktuell zahlt) ausgehen, wäre es der Schweiz locker möglich alle eigenen Publikationen über Gold OA zu publizieren:

20’000 Artikel * 3000 Fr. = 60 Mio. Fr.

Allerdings dürften die Ersparnisse weitaus grösser ausfallen, da in einer Gold OA Welt der Preis pro Artikel weitaus günstiger ausfallen wird. Basierend auf heutigen Erfahrungswerten aus dem Ausland, geht die Studie (S. 86) von einer durchschnittlichen APC von 1’567 Fr. für Gold OA aus. Das heisst in einer reinen Gold OA-Welt, in der jedes Land seinen Output finanziert, müsste die Schweiz sogar nur noch 31 Mio Fr. zahlen:

20’000 Artikel * 1567 Fr. = 31 Mio. Fr.

Mit einem globalen Wechsel zu OA ergibt sich somit ein beachtliches Einsparpotential von 10 bis 40 Mio. Fr. für die Schweiz.

Szenarien hin zu 100% Open Access für Schweizer Literaturproduktion

Die Studie überprüfte nun verschiedene Wege um den OA Anteil für „Schweizer“ Artikel bis 2024 auf 100% zu erhöhen. Empfohlen wird letztlich ein gemischtes Szenario von Förderung von Gold OA (ohne Hybrid) und dem Beibehalten von Green OA.

mixed_oa_modell2

Empfehlung: Bis 2024 sollen alle Artikel aus der Schweiz entweder per Gold oder Green OA frei zugänglich sein. Dabei wird davon ausgegangen, dass der weltweite OA-Anteil (Green, Gold und Hybrid) wie bisher nur sehr zögerlich wächst, so das selbst 2024 das Subskriptionsmodell beim Zugriff auf fremde Literatur noch dominant sein wird.

Finanzielle Auswirkung

Für jedes Szenario wurden auch die finanziellen Auswirkungen aufgezeigt. Für das empfohlene Szenario (Green OA und Gold OA gemischt) sieht der Fianzierungbedarf wie folgt aus:

finanzieller-bedarf

Sollen künftig 50% der Publikationen über Gold OA finanziert werden, sieht die Studie einen zusätzlichen Finanzbedarf von 20-25 Mio Fr. bis 2024 vor. Die bisherigen Kosten für Hybrid würden wegfallen. Für Repositories fallen leicht mehr Kosten an. Der Posten für Subskriptionen nimmt im Umfang des stetigen Publikationswachstums zu.

Ein wesentlicher Faktor dabei ist, ob und wie schnell andere Länder den Wechsel zu Open Access ebenfalls vollziehen:

Switzerland represents a small proportion of global output (1.2%) and unless the world chooses to go OA, a large proportion of funding will still go to paying for conventional subscriptions. Hence, if Switzerland can encourage other countries to move to OA (most likely through setting an example and through international partnerships), this has the potential to significantly reduce costs.

D.h. auch die Studie anerkennt, dass es sich bei Open Access (zumindest aus der Sicht der Schweiz) um ein Problem der Koordination und nicht wirklich um ein finanzielles Problem handelt.

Hoch lebe das Subskriptionsmodell bis in alle Ewigkeit

Trotzdem irritiert die Studie mit der Empfehlung, dass um mehr Gold OA zu erreichen, auf unabsehbare Zeit weitere Millionen Franken in das System reingebuttert werden sollen.

Dies deshalb, weil in jedem aufgezeigten Szenario die 70 Mio. Fr. für Subskriptionen unverändert beibehalten werden sollen. Die Studie setzt völlig unkritisch die heute per Subskription erworbenen Inhalte (gemäss Studie 2.5 Mio. Artikel) mit dem tatsächlichen Konsum der Forschenden gleich. Das Erwerbungsmodell „Patron-driven acquisition“, welches eine solche Aussage vielleicht noch annäherend stützen könnte, ist jedoch hauptsächlich bei den Bücher gebräuchlich, nicht bei den Zeitschriftenartikel. Vielmehr ist aus der Praxis bekannt, dass es bei der Erwerbung von Zeitschriften oder Zeitschriftenpakete (Big Deals), grosse Streuungsverluste gibt, wobei etwa zwei Drittel der erworbenen Inhalte kaum bis nie genutzt werden.

Dazu muss man auch anmerken, dass in der Schweiz die „Zeitschriftenkrise“ im Budget der Hochschulen bzw. deren Bibliotheken nie merklich stattfand. Die meisten Bibliotheken konnten mit der Preissteigerung gut mitgehen und mussten ihr Erwerbungsverhalten nie gross hinsichtlich Kosten und Nutzen überprüfen.

Das Label „Bildung und Forschung“ funktioniert in der Schweizer Politik seit Jahren immer nahezu bedingungslos und sorgte für stetiges Budgetwachstum, insbesondere auch beim tertiären Hochschulbereich inkl. Forschung. Dieses Budgetwachstum färbt sich dann natürlich auch auf die Hochschulbibliotheken ab.

Bildungsausgaben.jpg

Äussere Anreize sich in diesem Umfeld bei den Ausgaben auf das wirklich Notwendige zu beschränken oder nachhaltige Lösungen zu suchen sind deshalb grundsätzlich kaum vorhanden. Schweizer Hochschulbibliotheken kaufen und mieten was das Budget hergibt. Tatsächlicher Bedarf, Nachhaltigkeit und Transparenz bleibt sekundär. Die unsinnigen Nationallizenzen, welche inzwischen für OUP, CUP, De Gruyter und Springer gekauft wurden, zeigen dies besonders deutlich. Völlig mut- und visionslos werfen hier die BibliotheksdirektorInnen den Verlagen Millionen von Franken hinterher ohne je den tatsächlichen Bedarf der Forschung erhoben oder aufgezeigt zu haben.

Die vorliegende Studie scheint leider in diesem verschwenderischen Stil weiterfahren zu wollen. Dabei war gerade in den Niederlanden insbesondere die Vorgabe aus der Politik: „Mehr OA aber ohne zusätzliches Geld“ jenes Schlüsselelement weshalb dort die konventionellen Verlage in harten Verhandlungen zu mehr Open Access für die niederländische Forschung bewegt werden konnten. Diese Vorgabe scheint mir in der Schweiz ebenfalls angebracht.

Alternatives Szenario: Subskriptionen runter – Gold OA Funding hoch

Ein sinnvolles Szenario wäre beispielsweise, dass man in der Schweiz die bisherigen Subskriptionen von 70 Mio Fr. auf 40 Mio. Franken reduziert und mit den freigewordenen 30 Mio Fr. eine anständige und durchgehende Gold OA Unterstützung bietet. Mit 40 Mio Fr. lässt sich immer noch ganz ordentlich Zugriff für die Forschenden herstellen. Mehr Selektion und Fokusierung auf das Wesentliche wird die Forschung in der Schweiz nicht in die Knie zwingen (Siehe auch Nabe and Fowler 2012; Toni 2012).

Man darf Forschenden für das wichtige Ziel OA auch temporär zumuten gelegentlich auf Pay-Per-View, Dokumentlieferdienste, Fernleihe, Repositories aus dem Ausland, Autorenwebseiten oder auf Sci-Hub zuzugreifen. Manche Forschende könnten so endlich ein akkurates Verständnis von der Problematik um OA und ihre Mitverantwortung entwickeln. Ebenfalls würden Bibliotheken feststellen, dass die Welt auch ohne Big Deals weiterläuft, was diesen dann bei Verhandlungen für mehr OA und vernünftigen Preisen helfen würde. Oder wie es Timothy Gowers kürzlich treffend auf den Punkt gebracht hat:

Part of the problem is that the people who negotiate on our behalf are, quite reasonably, afraid of the reaction they would get if we lost access to important journals. It’s just a pity that they are not also afraid of the reaction if the deal they strike is significantly more expensive than it need have been. (We are in a classic game-theoretic situation where there is a wide range of prices at which it is worth it for Elsevier to provide the deal and not worth it for a university to cancel it, and Elsevier is very good at pushing the price to the top of this range.) Pressure should also be put on librarians to get organized with a proper Plan B so that we can survive for a reasonable length of time without Big Deal subscriptions. Just as with nuclear weapons, it is not necessary for such a Plan B ever to be put to use, but it needs to exist and be credible so that any threat to walk away from negotiations will be taken seriously.

Fazit

Der Umstand, dass die Finanzflussanalyse kein Szenario geprüft hat, in dem der Wechsel tatsächlich kostenneutral gelingen kann, scheint mir neben dem Verzicht auf detaillierte Ausgaben pro Hochschule und pro Verlage die grösste Schwäche der Studie zu sein. Die empfohlene Stossrichtung mit Gold und Grün weiterzufahren scheint mir realistisch. Offsetting von Hybrid-APCs mit Subskriptionskosten sollte aber ebenfalls berücksichtigt werden, da eben genau dieses Instrument hilft, die zusätzliche Kosten bei der Transformation zu vermeiden und der globale Wechsel zu letztlich Pure Gold OA zu beschleunigen.

Der in der Studie immer wieder durchscheinende Vorschlag, die Schweiz könnte sich über OA als internationaler Leader und Beispiel profilieren gefällt. Es ist höchste Zeit, dass man OA verbindlich als Ziel anvisiert und sich endlich an den internationalen Initiativen beteiligt.

Disclosure: Mein Arbeitgeber hat die Studie mitfinanziert. Ich war jedoch zu keinem Zeitpunkt in die Studie involviert und hatte auch erst Zugang zur Studie als sie offiziell auf Zenodo veröffentlicht wurde. Dieser Post beinhaltet (wie immer auf diesem Blog) meine persönliche Meinung.