Elsevier blockiert Open Access – schwedisches Konsortium beendet Vertrag

Nachdem Elsevier nicht auf die Open-Access-Forderungen des schwedischen Konsortiums eingegangen ist, hat das Konsortium beschlossen, den Elsevier-Vertrag nicht fortzusetzen. Forscher/innen in Schweden verlieren den unmittelbaren institutionellen Zugriff auf neue Elsevier-Inhalte. Die Open-Access-Forderungen in Schweden ähneln denen des deutschen DEAL-Projekts.

Bis 2026 möchte Schweden kompletten und unmittelbaren freien Zugang zu Forschungspublikationen erhalten. Dazu wird in nationalen Konsortialverhandlungen auf eine Open-Access-Transformation gedrängt. Das schwedische Konsortium Bibsam hat in den Verhandlungen mit Elsevier folgende Ziele verfolgt:

  • unmittelbaren Open Access zu den Publikationen zugehöriger Autor/innen (aus den teilnehmenden Institutionen) in Elsevier-Zeitschriften („publish“)
  • lesenden Zugriff für alle zugehörigen Wissenschaftler/innen auf alle Elsevier-Zeitschrifteninhalte („read“)
  • ein nachhaltiges Kostenmodell

Die Ziele entsprechen denen, die im deutschen DEAL-Projekt für die Verhandlungen mit Elsevier, Springer Nature und Wiley aufgestellt worden sind. Ähnlich wie in Deutschland hat Elsevier kein passendes Angebot unterbreitet, und das schwedische Konsortium wird nun den Vertrag nicht erneuern (Pressemitteilung).

Einige Punkte sind besonders interessant:

  • Es ist ein weiterer nationaler Elsevier-Vertrag, der platzt. Eine SPARC-Seite verfolgt die gekündigten big deals, inklusive DEAL und vieler anderer Verträge. Unter den Verlagen, deren Open-Access-Angebote nicht ausreichten, findet sich auch Springer. In Frankreich gibt es kein neues Springer-Konsortium, und auch in Deutschland gibt es bisher nur Zwischenstände.
  • Ähnliche Forderungen in verschiedenen Konsortien/Ländern mögen am Ende helfen – ein Einwand von Verlagen ist häufig, dass keine gesonderten Modelle für einzelne Länder erstellt werden könnten.
  • Das schwedische Konsortium betont die Notwendigkeit nicht nur eines nachhaltigen Kostenmodells, sondern auch eines verlässlichen Monitorings – weil die Kosten („total cost of publication“) bereits jetzt zu stark und zu wenig transparent stiegen. Steigende Lizenzkosten und zusätzliche APC-Zahlungen für Open Access werden auch in Schweden als Problem gesehen.
  • Das schwedische Konsortium weist die Wissenschaftler/innen darauf hin, wie sie auch ohne Elsevier-Vertrag auf viele kommende Elsevier-Publikationen zugreifen können: durch automatische Tools, die Open-Access-Versionen finden, durch Anfragen an andere Kolleg/innen sowie per Fernleihe.

Die bisherigen Elsevier-Lizenzkosten lagen laut Meldung bei etwa 12 Millionen EUR pro Jahr, hinzu kamen 2017  1,3 Millionen EUR für Open-Access-Artikelkosten (APC). (Ein Teil dieser Kosten ist in der Open-APC-Datensammlung nachgewiesen bzw. im schwedischen Nachbau Open APC Sweden.)

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Publikationskosten für Closed-Access: Die verschwiegenen APCs

Wer „Article Processing Charge“ (APC) hört, denkt wahrscheinlich unweigerlich an Gold OA. In der Tat hat sich das APC-basierte Geschäftsmodell insbesondere bei den volumenstarken Gold OA Journals durchgesetzt und steht fälschlicherweise schon fast synonym zu Gold OA.

In der aktuellen Debatte über Vor- und Nachteile von APCs und der Transformation zu OA, wird häufig unterschlagen, dass in einigen Disziplinen bereits schon seit langer Zeit APCs in teils beachtlicher Höhe bezahlt werden. Diese haben aber NICHTS mit Open Access zu tun. Hier ein paar Beispiele aus der Praxis:

American Geophysical Union (AGU) – Wiley

Besonders aktiv im Geschäft mit solchen Non-OA Publication Charges ist die AGU die ihre Journals bei Wiley verlegt. Pro Closed-Access Artikel können gerne schon mal $4125 fällig werden:

Page Charge - Journal of Geopysical Research.jpg

Auf der Website schreibt AGU:

Authors in several AGU journals are asked to help support publication through payment of author fees. Publication fees vary by journal and were designed to keep institutional subscriptions affordable for these journals. Excess page fees are in addition to the standard journal fee.

Für seine Journals sind dann Publication Fees bis $1000 fällig. Dazu kommen dann „Excess Fees“ von je $125 pro Publication Unit.

Angewandete Chemie – Wiley

Beim Journal Angewandte Chemie, welches der Gesellschaft Deutscher Chemiker gehört und von Wiley verlegt wird, können auch mal schnell 1344€ fällig werden, wenn man dem Verlag eine gute Grafik zur Verwendung für das Cover zu Verfügung stellt und weitere 623€ wenn man in seinem Artikel Farbabbildungen verwendet:

Color Figures - Angewandte Chemie.jpg

Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEE)

IEEE verlangt gerne recht happige „Mandatory overlength page Charges“:

Overlength Charges - IEEE.jpg

Oder auch mal „Voluntary Page Charges“:

Voluntary Page Charges - IEEE.jpg

Diese kommen noch dem Print-Zeitalter. In einem Editorial von 1972 findet sich beispielsweise dieser Aufruf:

Voluntary Page Charges.jpeg

Der Betrag von $60 pro Seite hat sich inzwischen nahezu verdoppelt, wie der Auszug aus der Author Information der IEEE Signal Processing Society zeigt:

Upon acceptance of a manuscript for publication, the author(s) or his/her/their company or institution will be asked to pay a charge of $110 per page to cover part of the cost of publication of the first ten pages that comprise the standard length (two pages, in the case of Correspondences).

Optical Society of America (OSA)

Die OSA kennt Page Charges…

Page Charges OSA2.jpg

.. und auch Voluntary Fees:

Page Charges OSA.jpg

Die OSA schreibt dazu:

Voluntary page-charge contributions help defray the cost of editorial preparation and composition. These charges assist OSA in maintaining comparatively low subscription rates for OSA members and libraries, thus maximizing the dissemination of research results. Payment is neither an obligation nor a prerequisite for publication. In general, publication charges are regarded as an essential part of research budgets, since publication is the final process in a research project. As such, OSA asks authors to consider making voluntary contributions ($125 per page) in partial support of their research and to offset fundamental costs attached to its publication.

Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS)

Bei PNAS sind alle Artikel nach 6 Monaten frei auf der Journal Website zugänglich. Für eine klassische Subskriptionszeitschrift tönt das grosszügig. Zumindest wenn man nicht weiss, dass PNAS eben nicht nur Geld via Subskription einnimmt, sondern seinen AutorInnen auch standardmässig eine gesalzene Publikationsgebühr verrechnet:

PNAS Page Charges.jpg

1700$ sind es bei einem „Regular research article“. Bei einem „PNAS Plus article“ können es auch schon 2830$ sein. Dieser Preis kann sich dann noch erhöhen, wenn Color Figures oder Supplemental Information dazu kommen.

Kidney International – Elsevier

Auch bei Elsevier kennt man Page Charges, so z.B. beim Journal „Kidney International“ der International Society of Nephrology.

Page charges cover a proportion of the costs of processing and producing the article for publication. After final layout for publication, each page of an article will incur a fixed charge of US$165 per page.

Elsevier.jpg

SpringerNature

Im Journal „Nature Climate Change“ von SpringerNature kosten 5 Color Figures £1230.

SpringerNature

American Phyiscal Society (APS)

Auch Journals wie Physical Review Letters oder Physical Review B verlangen Author Fees:

Author Fees.jpg

Gemäss APS scheinen die Kosten offenbar (neu?) bei denen angewendet zu werden, welche das Manuskript nicht in einer akzeptablen Form einreichen:

To help defray editorial and production expenses, authors of manuscripts that are not submitted in acceptable electronic format are expected to pay a publication charge of $1585/article, $990/Rapid Communication, $360/Comment or Reply

FASEB Journal

Das Journal der Federation of American Societies for Experimental Biology verlangt $199 pro Seite, sowie $199 für Supplemental Units:

A supplemental unit is defined as one 8.5 x 11 inch page of text or figures with 1 inch margins using Times New Roman, Courier, Arial, Calibri, and/or Tahoma fonts at 9 points or larger. For multimedia files (i.e. audio or video), each file is considered one unit.

FASEB.jpg

Fazit

Diese Beispiele zeigen, dass bei diversen Journals AutorInnen schon heute beachtliche Kosten für ihre Artikel selber tragen müssen und die Publikation anschliessend nicht OA ist. Für UK schätzt Andrew Gray in der Publikation Considering Non-Open Access Publication Charges in the “Total Cost of Publication” (2015) diese Non-OA Publikationskosten auf etwa 2% der gesamten Subskriptionskosten.

Allerdings werden diese Kosten sinnvollerweise pro Journal betrachtet, wo sie natürlich einen grösseren Effekt haben. Möglicherweise ist auf dieser Ebene der Schritt zur vollständig Umstellung zu Gold OA mit APCs gar nicht mehr so weit.

Jüngst geschehen bei den Zeitschriften „Journal of Glaciology“ und „Annals of Glaciology“ der International Glaciological Society. Bis 2016 verlangte die Society entweder eine Hybrid APC von £2300 oder eine Page Charge von £90 bzw. £80 pro Seite. Seit 2016 sind beide Journals Gold OA mit einer APC von £1200 verlegt bei CUP.

Wenn AutorInnen schon zahlen sollen, dann bitte doch gleich für Gold OA. Das wäre einfach ehrlicher und transparenter.

Update 11.01.2017

Wie ich gerade bemerke hat AIP soeben bekannt gegeben auf Page Charges künftig zu verzichten:

The company’s decision followed an assessment of the global publishing landscape, which found that the charges represented potential barriers to some researchers, and no longer serve the AIP Publishing non-profit mission.

Neuseeland: Transparenz von Subskriptionskosten

Über drei Jahre musste Mark C. Wilson auf den erlösenden Entscheid des neuseeländischen Ombudsmann warten. Wilson hatte beim Ombudsmann Beschwerde eingereicht, nachdem sich verschiedene neuseeländische Universitäten, weigerten ihre Zahlungen an die grossen Verlage auf seine Anfrage hin offen zulegen, da sie gegenüber den Verlagen die zugesicherte Vertraulichkeit einhalten wollten.

Wilson beschriebt auf seinen Blog den durchlaufenen Prozess als sehr mühsam:

The process was long and required persistence.  I count at least 36 emails and several phone conversations. I commented on the preliminary report earlier this year, and the large publishers certainly had considerable input. […] Gratifyingly, it ruled unambiguously that the commercial interests of the publishers and universities were outweighed by the public’s right to know. The universities have all complied, supplying me with the amounts spent on journals from Elsevier, Springer, Wiley and Taylor & Francis for years 2013-2016 inclusive. There are several other problematic publishers, notably the American Chemical Society, but I had to stop somewhere. I hope that others can continue this work in NZ and other jurisdictions.

Die erhaltenen Zahlen und die letzten Antworten der Hochschulen sind nun auf Figshare einsehbar: https://doi.org/10.6084/m9.figshare.5656069.v1

Daten_NZ_FigshareScreenshot

Die Daten zeigen auf Anhieb nichts Überraschendes:

  • The total amount of money spent on just 4 publishers is substantial, around US$14.9M in 2016.
  • The mean expenditure per academic/research staff member  in 2016 is around US$1800.
  • University of Canterbury is getting a much worse deal than the others, 35% above the mean.
  • The rate of increase of  subscription costs (17%) over the period clearly exceeds the Consumer Price Index inflation rate over the period (2-3% in NZ, USA and Europe).
  • The publisher with highest percentage increase over the period was Taylor & Francis (33%).

Wilson, seit 2002 Senior Lecturer an der University of Auckland, liess sich 2014 durch Gowers Transparenzanfragen in UK inspirieren. Er ist ein starker Unterstützer von FairOA und sähe gerne Journals wieder in der Kontrolle der Wissenschaft.

Verlage greifen Berliner Start-up ResearchGate an

Der Verband der Wissenschaftsverlage STM hat die Kanzlei Caemmerer Lenz beauftragt, das unter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beliebte soziale Netzwerk ResearchGate anzugehen.

In einem Schreiben (PDF) fordert die Kanzlei das Berliner Start-Up auf, gemeinsam mit dem STM-Verband ein “new system” zu implementieren, dass sicherstelle, dass Fachartikel nur noch nach Zustimmung der von STM vertretenen Verlage auf der Plattform geteilt werden. Stimmt ResearchGate der Implementierung dieses Systems nicht zu, drohen die Wissenschaftsverlage mit Klagen.

Auf der von Angela Merkel gelobten und von Bill Gates mitfinanzierten Plattform können Forschende Artikel und Forschungsdaten teilen. Laut eigenen Angaben nutzen über 13 Millionen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 193 Ländern das Netzwerk und teilen dort über 100 Millionen Artikel. Darunter auch 63 Nobelpreisträgerinnen und -träger.

ResearchGate selbst übernimmt – im Gegensatz zu den Open-Access-Repositorien an wissenschaftlichen Einrichtungen – bei der öffentlichen Zugänglichmachung der Fachartikel keine Prüfung der jeweiligen Rechtesituation, informiert jedoch auf Basis der Datenbank “SHERPA RoMEO” über die Möglichkeiten des “self-archiving”. Diese Datenbank gibt Auskunft, ob und unter welchen Bedingungen die Zweitveröffentlichung eines Artikels möglich ist.

Laut einer Studie von Jamali aus dem Februar 2017 werden knapp über 50 Prozent der Artikel auf ResearchGate ohne Zustimmung der Verlage zugänglich gemacht. Verständlicherweise befassen sich nur wenige Forschende mit der Rechtesituation ihrer Artikel, ihr Ziel ist die optimale Sichtbarkeit ihrer Ergebnisse sowie die umfassende Darstellung ihrer Forschungsleistung im Web. Jamali berücksichtigt in seiner Studie im Fachjournal Scientometrics jedoch nicht die deutsche Rechtslage, die durch das Zweitveröffentlichungsrecht nach § 38 UrhG durchaus die öffentliche Zugänglichmachung – unter bestimmten Umständen – erlaubt und damit auch auf ResearchGate wirkt.

Wenig überraschend wird das Vorgehen des STM-Verbandes insbesondere durch den Verlagsgiganten Elsevier befeuert, der sich aktuell bereits mit dem gesamten deutschen Wissenschaftsbetrieb im Streit befindet (172 Kündigungen) und sich über die letzten Jahre in der wissenschaftlichen Community sehr unbeliebt gemacht hat.

Während STM zu der Causa gegen ResearchGate nicht informiert, begrüßt Elsevier das Vorgehen in einer Pressemitteilung und macht auch gleich das Schreiben der Kanzlei an ResearchGate öffentlich. Auch die deutschen STM-Mitglieder De Gruyter, Hogrefe oder die Thieme Publishing Group halten sich bedeckt. Offenbar wird ein möglicher Imageschaden durch eine Klage gegen das beliebte Netzwerk befürchtet.

Siehe auch die lesenswerte Zusammenfassung von David Pachali auf irights.info.

Die Niederländischen Offsetting-Verträge

Ende 2016 veröffentlichen die Niederländischen Universitäten ihre Subskriptionskosten an die grossen wissenschaftlichen Verlage. Auf eine weitere Anfrage gestützt auf das Niederländische Öffentlichkeitsgesetz haben die Universitäten nun gar die Verträge mit den grösseren Verlagen offengelegt. Diese sind wegen den weltweit einzigartigen Offsetting-Vereinbarungen besonders interessant. Durch harte Verhandlungen haben die Universitäten erreicht, dass neben dem Zugriff auf die Subskriptionsinhalte, die lokale Artikelproduktion automatisch durch die Verlage OA geschaltet wird.

Elsevier und Springer gegen Transparenz

Einzig Elsevier und Springer stimmten einer Veröffentlichung der Verträge nicht zu. Die  Niederländischen Universitäten haben darauf hin ein Komitee zusammengesetzt, welche zur rechtlichen Situation eine Beurteilung vornahm. Das Komitee kam im Mai 2017 zum Schluss (Siehe Entscheide: Elsevier, Springer), dass die von den Verlagen vorgebrachten Argumente (Geschäftsgeheimnis und unverhältnissmässige Benachteiligung) das Interesse an Transparenz nicht zu überwiegen mögen. Diese Entscheide können von Elsevier und Springer noch gerichtlich angefochten werden. Derweil ist der Vertrag mit Elsevier bereits an scienceguide.nl geleaked worden.

OA Komponente in den Verträgen

Wie ein Blick in die Verträge zeigt, wurde die Forderung nach OA für die niederländische Artikelproduktion je nach Verlag unterschiedlich gelöst. Meist wurde jedoch im bisherigen Lizenzvertrag noch ein Abschnitt zu OA eingefügt:

 

Wiley

2. Agreement

Wiley agrees to the hybrid open access publication of accepted primary research material and review articles as requested by Corresponding Authors through a WOAA in consideration of the fee outlined in Appendix D and for no additional APC. This agreement will commence for articles accepted from [] February 2016 and end on 31st December 2019.

3. Wiley’s Obligations

In consideration of the payments listed in Appendix D and subject to the terms and conditions of this Agreement, Wiley shall during the Term of this Agreement:

  1. not charge a Corresponding Author an APC for any primary research material submitted by such Corresponding Author that is accepted for publication in Hybrid Open Access Journal and authorised by the Member Institution, provided the Corresponding Author submits said material according to the WOAA workflow put forward by Wiley. If a Corresponding Author requests Wiley to change the publication basis of his/her submission prior to publication, Wiley will do so; changes cannot be made post-publication. Any APC incurred outside the WOAA workflow is not covered by this Agreement;
  2. list the Member Institution on the Wiley’s Author Services site and in the hybrid open access order form as an Institutional Account Holder,
  3. provide a link from the entry for the Member Institution on the Institutional Account List on Wiley Online Library to the Member Institutions.
  4. identify on Wiley Online Library the articles that are available on an Open Access basis in the Hybrid Open Access Journals
  5. provide an annual report to Member Institutions within 4 months of the end of each calendar year of all articles (open access and otherwise) published by Corresponding Authors in the Hybrid Open Access Journals.
  6. provide access to each Member Institution to the Wiley Open Access Account Dashboard which allows the Member Institutions access to all article and transactional dntn related to their authors.

(Auszug von: http://vsnu.nl/files/documenten/Domeinen/Onderzoek/Open access/Wiley.pdf)


Elsevier

Pilot Gold Open Access

The Authorized Users of the Institutions shall have the right during the term of this Agreement to submit a total of 3,600 journal articles under the Pilot Gold Open Access for publication to Elsevier and, if accepted after peer review, to be published at no additional costs under the Pilot Gold Open Access after which the journal article shall be published under a CC-BY or CC-BY-NC-ND license as determined by the submitting Authorized User. Submitting Authorized Users under the Pilot Gold Open Access shall not be required to transfer any copyright in their work to Elsevier, instead submitting Authorized Users grant exclusive rights to Elsevier in the journal article publishing process. The submitting Authorized Users shall have the same rights to reuse the published journal article as those allowed to third party users of the journal article under the selected CC license.

The number of journals published by Elsevier which are available for the Pilot Gold Open Access are selected by Elsevier in agreement with the Subscriber and are based upon the domain and NL publishing behavior required to meet the respective quota as described above in Gold Open Access journal articles and attached in Schedule 1.2 of this Agreement. The additional number of Elsevier journals to be selected by Elsevier in agreement with the Subscriber for the subsequent year(s) will be determined by the number of articles published by the Authorized User under the Pilot Gold Open Access compared to the previous year and shall be listed in Schedule 1.2 of this Agreement by means of an amendment in writing to this Agreement.

Elsevier shall on a monthly basis provide Subscriber a report of the total number of Gold Open Access journal articles published under this Agreement. Elsevier will make available on a semiannual basis a complete report of all articles (open access and otherwise) published by Authorized Users.

In the event the number of journal articles under the Pilot Gold Open Access has not been reached during a particular calendar year such unused number of journal articles shall cany forward to the next calendar year, however unused journal articles will be forfeited upon termination of the term of this Agreement.

Elsevier will not levy article processing charges directly on Authorized Users of the Institutions in relation to the selected Journals under the Pilot Gold Open Access described herein. The aforementioned does not prejudice Elsevier’s right to charge article processing charges from submitting Authorized Users to the extent these fall outside the scope of selected journals under the Pilot Gold Open Access.

The Institutions shall ensure that Authorized Users who wish to submit article manuscripts shall identify themselves as being eligible in the course of Elsevier’s publishing work-flow.

(Auszug von: http://www.scienceguide.nl/media/1925623/oa_paragraph_elsevier_and_consortium.pdf)


Sage

Clause 17:        Open access publishing

  1. Authors who are affiliated to the Institution and who qualify as eligible Authors according to the conditions set out in Attachment X are allowed to publish their articles in open access in the Hybrid Open Access Journals via Sage Choice at no costs to them.
  2. The applicable open access publishing terms and conditions are covered in Attachment X (‚Open Access Publishing“).
  3. Parties will agree to and evaluate relevant workflows and tools with regard to open access publishing.
  4. Eligible Authors may include and make available the final version (Publisher PDF version) in the institutional repository of the Institution and on the personal web pages of the employee concerned.
  5. Articles are made available under the Creative Commons Attribution License 3.0 or the Creative Commons Attribution Non-Commercial 3.0 License. Publisher will inform SURFmarket as soon as CC-BY version 4.0 has been implemented.
  6. Publisher will use its best efforts to work on providing an automated article upload service to designated repositories.
  7. Publisher will deliver a quarterly report to SURFmarket of the articles that have been published in Open Access in hybrid Journals. The report gives an overview of the corresponding authors(s), the affiliation of the corresponding author(s), the article title and Journal volume, per institute. The report will be delivered within 4 weeks after the end of each quarter.
  8. Publisher will use its best efforts to deliver to SURFmarket a full report of all articles (open access and otherwise) published by the Institutions over the period 1 January until 30 June and l July until 31 December. The report gives an overview of the Institutions, the corresponding author(s), the affiliation of the corresponding author(s), the article titles. Journal volumes and open access Y/N. The report is delivered within 4 weeks after the end of the 6 month periods.
  9. For journals running in the standard production workflow, Publisher will use Its best efforts to incorporate tags in meta-data to indicate If an article has been published in open access http://www.niso.org/news/pr/view?item_key=641bc3f6540b533afee9e7db9edebb6dd5b0ed81
  10. The Parties agree to and evaluate the business model, including the number of published articles. Six months before the Agreement automatically ends the parties agree to meet and compose a written evaluation report on the collaboration.

(Auszug von: http://vsnu.nl/files/documenten/Domeinen/Onderzoek/Open%20access/Sage.pdf)


De Gruyter

Clause 5:    Open access publishing

  1. Authors who are affiliated to the Institution and who qualify as Eligible Authors according to the conditions set out in Attachment C-b are allowed to publish their articles in open access in the Open Access Journals at no costs to them.
  2. The applicable open access publishing terms and conditions are covered in Attachment C-b („Open Access Publishing“)
  3. Parties will agree to and evaluate relevant workflows and tools with regard to open access publishing
  4. Eligible Authors may include and make available the final version (Publisher PDF version) in the Institutional repository of the Institution and on the personal web pages of the employee concerned.
  5. Articles are made available under the Creative Commons Attribution License 4.0 or the Creative Commons Attribution Non-Commercial 4.0 License
  6. Publisher will work on providing an automated article upload service to a central, designated repository
  7. Publisher will deliver a monthly report per institute of the articles that have been published in Open Access in hybrid journals in each month. The report gives an overview of the corresponding author(s), the affiliation of the corresponding author(s), the article title and journal volume, per Institute. The report will be delivered within 4 weeks after the end of each month;
  8. Publisher will deliver a full report of all articles (open access and otherwise) published by the Institutions over the period  1 January until 30 June and 1 July until 31 December. The report gives an overview of the Institutions, the corresponding author(s), the affiliation of the corresponding author(s), the article titles, journal volumes and open access Y/N. The report is delivered within 4 weeks after the end of the 6 month periods.
  9. For Journals running in the standard production workflow, Publisher will incorporate tags in meta-data to indicate if an article has been published in open access http://www.nfais.org/index.php?option=com_content&view=article&id=140:niso-publishes-recommended-practice-on-metadata-indicators-for-accessibility-and-licensing-of-e-content&catid=23:industry-news&Itemid=113
  10. The Parties agree to and evaluate the business model, including the number of published articles. Six months before the Agreement automatically ends the parties agree to meet and compose a written evaluation report on the collaboration.

(Auszug von: http://vsnu.nl/files/documenten/Domeinen/Onderzoek/Open access/Walter de Gruyter.pdf)


Karger

Clause 5:    Open access publishing

  1. Authors who are affilIated to the Institution and who qualify as Eligible Authors according to the conditions set out in Schedule C-b are-allowed to publish their articles-in open access in the Journals set out in Schedule C-a free of open access fees. Open Access fees are independent of any standard production charges that may apply during the production process.
  2. The applicable open access publishing terms and conditions are covered in Attachment x („Open Access Publishing“).
  3. Parties will agree to and evaluate relevant workflows and tools with regard to open access publishing.
  4. Eligible Authors may include and make available the final version (Publisher PDF version) in the institutional repository of the Institution and on the personal web pages of the employee concerned. Reposted Open Access articles must:
    • Follow the terms of the relevant Creative Commons license
    • Be linked to the final version on www.karger.com
    • Include the following statement: ‘The final version of this article is available at http://www. karger:com/?doi={insert DOI}
  5. Articles are made available under the Creative Commons-Attribution-License CC-BY-NC-ND.
  6. Publisher will provide articles to Pubmed Central.
  7. Publisher will deliver to SURFmarket a monthly report per institute of the articles that have been published in Open Access in hybrid journals in each month. The report gives an overview of the corresponding author(s), the affiliation of the corresponding author(s), the article title and journal volume, per institute. The report will be delivered within 4 weeks after the end of each month.For journals running in the standard production workflow, Publisher will incorporate tags in meta-data to indicate if an article has been published in open access http://www.niso.org/news/pr/view?item_key=641bc3f6540b533afee9e7db9edebb6dd5b0ed81
  8. The Parties agree to and evaluate the business model, including the number of published articles. Six months before the Agreement automatically ends the parties agree to meet and compose a written evaluation report on the collaboration.

(Auszug von: http://vsnu.nl/files/documenten/Domeinen/Onderzoek/Open access/Karger.pdf)


Emerald

Open Access

  1. Subject matter

The parties now intend to combine these two collaboration formats (subscribing/licensing and open access publishing) as a pilot. This pilot will be contractually linked via this Schedule and its attachments („the Agreement“).

The parties make publishing in open access format, in a specified collection of established subscription journals with an Open Access option, (in the following „Open Access Journals“, see

Attachment 3) available to eligible authors that are affiliated to the Institute as described in

Attachment 2. In 2016,15 APC vouchers are available; In 2017 30 APC vouchers are available, In 2018, 45 APC vouchers are available. Unused access vouchers shall not be carried over into the following year(s). All articles eligible for APCs will be subject to the respective journal’s editorial and peer review processes.

The parties also agree to make Journal content available to the Institutes via a Publisher platform, currently http://www.emeraldinsight.com („the Licensed Material“, Attachment 3)

Furthermore the parties plan to evaluate the experiences of this combined availability of the points indicated above to explore future cooperation and a mutually sustainable model. To reach these agreed objectives, this Agreement consists of a publishing part (clause 2) and a platform part (clause 3).

  1. Open access publishinga) Terms and conditions of open access publishing

Authors who are affiliated to the Institute and who qualify as Eligible Authors according to the conditions set out in Attachment 2 are allowed to publish their articles as open access in the subscription journals at no financial cost to them. If the allocated vouchers expire before the year has ended, authors will need to pay the standard APC, subject to the acceptance of their article via the journal’s editorial and peer review processes.

The applicable open access publishing terms and conditions are covered in Attachment 2 („Open Access Publishing“).

If an article is accepted following full peer review, eligible authors may redeem an APC voucher (subject to availability). Articles published with an APC voucher will be published under the Creative Commons Attribution License 3.0 or (Creative Commons Attribution License 4.0 for some Emerald Publishing Services titles). Articles published under these licences will be hosted on http://www.emeraldinsightht.com and free of any paywall. Authors may deposit articles published under these licences on any webpage, subject to full attribution.

Authors not using tokens will be subject to Emerald’s Green Open Access policy as outlined on the Emerald Author rights page.

      b) Terms and conditions of open access publishing

Publisher will report on a quarterly basis how many articles have been published via Open Access Publishing and send this report to the Institute.

Publisher will make available on a semi-annual basis a complete report of all articles (open access and otherwise) published by (corresponding) Authors which will enable the Institute to verify the correct Implementation of the Agreement.

For journals running in the standard production workflow, the Publisher will clearly indicate articles which have been published as Gold Open Access.

  1.   Evaluation

The parties agree to and evaluate the pilot, including the number of published articles. Six months before the Agreement automatically ends the parties agree to meet end compose a written evaluation report on the collaboration.

Terms and Conditions for Open Access Publishing for Authors

  1. Eligible authors

Students enrolled or accredited to one of the institutions and the teaching and research staff employed by or otherwise accredited to one of the Institutions.

In case of articles published by multiple authors, the corresponding author will be the Eligible author. Corresponding author shall be the author who signs the publishing agreement.

Authors are only eligible once their article has been accepted following the Journal’s peer review and editorial processes, and they have completed an Emerald Open Access Licence. Currently this Licence refers to the Creative Commons Attribution License 3.0 or the Creative Commons Attribution I 4.0 License for some Emerald Publishing Services journals.

  1. Eligible Article Types

The following standards have to be met by the open access articles:

  • Articles have to be original and not infringe on any law and/or third party right and meet ethical standards;
  • Article types Include:
    • General review
    • Secondary article
    • Research paper
    • Literature review
    • Case study
    • Viewpoint Conceptual paper
    • Technical paper
  1. Open Access Vouchers

Publisher and SURFmarket have agreed to issue 15 Open Access vouchers in 2016. In the license year 2017 this shall be upgraded to 30 vouchers and in the license year 2018 this will be 45 vouchers. Vouchers that have expired may not he used In successive years.

  1. The parties‘ obligations

The parties have the following obligations regarding the Open Access Publishing:

  • Publisher shall not levy article processing charges directly on Authors who have Identified themselves and whose eligibility has been verified;
  • Publisher shall alert authors to the availability of OA vouchers. Authors will be directed to contact their institutional library in order to request a voucher;
  • The redemption of an APC voucher shall not influence the peer review process a. editorial decision(s), nor interfere with any of Emerald’s COPE-compliant ethics or submission guidelines;
  • Institute shall ensure that Authors shall identify themselves as being eligible in the course of the Publisher publishing work-flow. In case authors have not identified themselves as being eligible, once an article has been published in a subscription Journal, or online-first or earlycited, the author is not eligible anymore to publish the article as Gold Open Access.
  • Publisher shall provide email notifications to the Institutes each time an Author has Identified himself as eligible.
  • Institute shall ensure that the Institutes confirm or deny the eligibility of the author. In case Publisher does net receive either a confirmation or a denial within 3 business days after Publisher has notified the Institute, Publisher shall deem the author to be eligible and continue the publishing process.
  • The parties may change this identifying process and amend this Agreement accordingly by
  • mutual consent and with an appropriate notice period.

(Auszug von: http://www.vsnu.nl/files/documenten/Domeinen/Onderzoek/Open%20access/Emerald.pdf)


 

Corresponding Authors von den teilnehmenden Hochschulen werden dadurch berechtigt, ohne zusätzliche Kosten oder mit einer stark reduzierten APC in den entsprechenden Hybrid-Programmen der Verlage und unter einer bestimmtem Creative Commons Lizenz zu publizieren. Zusätzlich verpflichten sich die Verlage den Hochschulen periodisch Bericht über die OA-Publikationen zu erstatten.

Desweiteren wird ein Gesamtpreis über alle Verlagsdienstleistungen vereinbart. Die spannende Frage wie man zu diesem Preis gekommen ist (also die eigentliche Preiskalkulation mit dem Offsetting) geht aus den Verträgen nicht im Detail hervor.

Preise

Eine Zusammenstellung der VSNU zeigt jedoch, dass bei den allermeisten Verlage die Preise auf dem Niveau der bisherigen Subskriptionsausgaben verbleiben und Preiserhöhungen im Bereich von 2-5 Prozent pro Jahr vorgesehen sind. Lediglich bei Karger und RSC ist der Anstieg der Kosten um 23% relativ hoch. Das mag vielleicht damit zusammenhängen, als die Niederländer im Wert weit mehr dort publizieren, als dass sie aktuell abonnieren.

Modalitäten für Forschende

Auf openaccess.nl wurde für niederländische AutorInnen eine Übersicht zu den neuen OA-Möglichkeiten geschaffen. Neben dem eher unpraktischen Voucher System (Emerald, RSC) bzw. APC-Waiver-Code (LWW) gibt es doch einige Verlage (Wiley, De Gruyter, Springer, Taylor & Francis), welche die Affiliation eines Autors erkennen und das Paper automatisch in ihrem Hybrid Programm publizieren. Teils hat der Autor dann noch die Möglichkeit eine CC-Lizenz seiner Wahl (meistens aber die von der OASAP empfohlenen CC-BY) zu bestimmen. Die Verrechnung der APC verläuft überall im Hintergrund.

Für die VSNU hat Elsevier den bestehenden Workflow für die Hybrid-Bezahlungen von Forschungsförderer angepasst:

Monitoring

Mit den meisten Hybrid-Verlagen hat die VSNU ein periodisches Reporting über die bezahlten OA Artikel vereinbart. Dieses wird auch auf auf openaccess.nl visuell zugänglich gemacht:

OA-Monitoring-Offsetting-VSNU.jpg

Neue Massstäbe

Die Niederländischen Verträge setzen klar neue Massstäbe. Wie bereits bei der SCOAP3-Spezifikation werden Verlage wieder korrekt als Dienstleister behandelt und die Hochschulen verstehen sich endlich als bestimmende Auftraggeber mit einer Verantwortung der Gesellschaft und der Wissenschaft gegenüber.

Man kann selbstverständlich die eingegangen Vereinbarungen als zu teuer oder als „System-unterstützend/verlängernd“ kritisieren. Doch wer das tut, der soll bitte auch Kritik an den Big Deals ausüben die anderswo (wie z.B. in der Schweiz) nachwievor ohne Berücksichtigung von OA still und heimlich abgeschlossen werden.

Kritik – Gold OA wird vernachlässigt

Unschön und deshalb zurecht am „Dutch Approach“ kritisitiert, bleibt jedoch der starke Fokus auf Hybrid, währenddessen (noch) keine durchgängige reine Gold OA-Finanzierung vorhanden ist. Nur wenige Universitäten (z.B. TU Delft und Utrecht) bieten finanzielle Unterstützung für das Publizieren in reinen OA-Journals an.

Überraschend hat zudem der wichtigste Niederländische Forschungsförderer NWO angekündigt, seine finanzielle Unterstüzung von Gold OA auf Ende 2017 einzustellen:

Currently there are many more opportunities for authors to make their publications available via open access channels without having to pay for publication costs. In part, this has been achieved through open access agreements between Dutch universities and publishers. In addition, there are a growing number of open access journals and platforms that do not charge publication costs. Finally, there is the green route, which authors can use to deposit their articles in a (university) repository at no cost.

Auf Nachfrage war zu erfahren, dass aus Sicht der NWO genügend Geld im System vorhanden sei und mit diesem Schritt die Universitäten aufgefordert werden ihre Bibliotheksbudgets hin zur Finanzierung von Gold OA umzuschichten.

Ob dieses Kalkül aufgeht und die Niederländischen Universitäten anfangen auch explizit Gold OA zu finanzieren wird sich zeigen. Auch wenn die Niederländer mit ihren Offsetting-Verträgen Grossartiges erreicht haben, kann nur Green mit Hybrid  aber ohne Gold OA kaum die Lösung sein.


Update 2.7.2017

Der Vertrag der Niederländer mit Elsevier ist nun ganz offiziell öffentlich. Springer hat noch eine Fristverlängerung von 4 Wochen beantragt.

Update 3.7.2017

RSC teilt mir mit,  die Preissteigerung von 22.8%  sei darauf zurückzuführen, dass die TU Delft neu in das NL-Konsortium eingetreten ist. Ebenfalls sei man ab 2017 mit dem Read & Publish-Modell von der Verwendung von Vouchers weggekommen.

Update 12.7.2017

Springer hat die Veröffentlichung des Vertrages zugestimmt.

Wissenschaftsorganisationen kritisieren Lizenz-Angebot von Elsevier

Im Rahmen des Projektes „DEAL – bundesweite Lizenzierung von Angeboten großer Wissenschaftsverlage“ haben wissenschaftliche Einrichtungen in Deutschland im Sommer begonnen einen nationalen Vertrag mit dem Verlagsgiganten Elsevier zu verhandeln. Eine Pressemitteilung der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen informiert jetzt über den Stand der Verhandlungen:

„Nach mehrmonatigen intensiven Verhandlungen hat der Verlag Elsevier der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen ein erstes Angebot für eine bundesweite Lizenz für den Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen vorgelegt. Das Angebot entspricht nach Überzeugung der Allianz nicht den Prinzipien von Open Access und einer fairen Preisgestaltung. Trotz der derzeit bei 40 Prozent liegenden Umsatzrendite setzt der Verlag weiter auf Preissteigerungen jenseits der bislang bezahlten Lizenzsummen. Der Verlag lehnt transparentere Geschäftsmodelle ab, die auf der Publikationsleistung basieren und Publikationen offener zugänglich machen würden.“

Aufgrund der aggressiven Preispolitik und des aktiven Lobbyings des Verlages gegen Open Access haben seit 2012 im Rahmen der Initiative „Cost of Knowledge“ über 16.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihre Zusammenarbeit mit Elsevier eingestellt. Mehrere wissenschaftliche Einrichtungen haben im Kontext von DEAL ihre Verträge mit Elsevier zum Ende dieses Jahres gekündigt u.a. die Staatsbibliothek zu Berlin.

DEAL ist m. E. das wichtigste Projekt wissenschaftlicher Bibliotheken in Deutschland seit vielen Jahren. Es ist zu hoffen, dass alle wissenschaftlichen Einrichtungen in Deutschland DEAL aktiv und geschlossen unterstützen und damit ein klares und deutliches Zeichen gegen das wissenschaftsfeindliche Geschäftsgebaren von Elsevier setzen. Das Statement der League of European Research Universities (LERU)  „Christmas is over. Research funding should go to research,  not to publishers!“ aus 2015 sollte weiterhin die Richtung vorgeben.

Update, 04.12.2016: Elsevier-Statement

Elsevier beschreibt in einem Statement, das mich über die PR-Agentur des Verlages erreichte, seine Sicht auf die Verhandlungen:

„Elsevier wurde von der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) darum gebeten, an vertraulichen Verhandlungen teilzunehmen, um erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland eine landesweite Vertragsvereinbarung für wissenschaftliche Literatur zu entwickeln. Wir sind diesem Ansinnen nachgekommen und haben Vorschläge für eine Abonnement-Lizenz und separat für Open-Access-Publikationen für deutsche Forscher gemacht.“

„Elsevier wurde auch darum gebeten, einen Vorschlag zu machen, der landesweit mehr Inhaltsvolumen sowie bedeutend mehr Institutionen umfasst, als es momentan über individuelle Verträge der Fall ist. Dies erhöht die Komplexität und das Gesamtvolumen des zu verhandelnden Vertrages.“

Der Verlag macht mit diesem Statement deutlich, dass er Open Access und Subskription weiterhin separat betrachtet. Damit wird deutlich, dass Elsevier kein Interesse an einer Transformation hin zu Open Access hat. Wenig überzeugend ist die Argumentation, mit der Elsevier seine Preissteigerung zu erklären versucht: Dass ein nationaler Vertrag, bei dem der Verlag nur noch mit einer Partei in Deutschland verhandelt, tatsächlich die Komplexität auf Seites des Verlages erhöht, darf bezweifelt werden.

Als Kernaussage dieses Statement bleibt damit nur die wenig überraschende Botschaft, dass der Verlag trotz der zu erzielenden Einsparungen, die über einen zentralen Vertrag zu erreichen sind, auf Preissteigerungen setzt. Dass die wissenschaftlichen Einrichtungen in Deutschland diese Preispolitik nicht mehr länger mittragen, ist aus Sicht der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler ein gutes Zeichen.  Äußerst lesenswert ist in diesem Zusammenhang der Blogpost  „Time for Elsexit?“ des Mathematikers Timothy Gowers. Laut Elsevier wurde jetzt beschlossen „die Gespräche bis Anfang des neuen Jahres zu pausieren“.

Alle Forschende in Deutschland, die weiterhin in Elsevier-Journals publizieren, für Elsevier-Journals begutachten oder in den Editorial-Boards von Elsevier-Zeitschriften sitzen, sollten die Verhandlungspause nutzen, um über ihren Beitrag zur Gestaltung eines nachhaltigen und transparenten Publikationssystems nachzudenken, denn jede Einreichung, jedes Review und jede Mitarbeit im Editorial-Board eines Elsevier-Journals stärkt die Machtposition des Verlages.

Nationale Verhandlungen mit Elsevier gestartet. Ziel: fairere Konditionen

Im Rahmen des Projektes „DEAL – bundesweite Lizenzierung von Angeboten großer Wissenschaftsverlage“ haben wissenschaftliche Einrichtungen in Deutschland jetzt begonnen einen nationalen Vertrag mit dem Verlagsgiganten Elsevier zu verhandeln.

DEAL

Während bisherige Verträge über laufende Subskriptionen wissenschaftlicher Zeitschriften über lokale Verträge und kleinere Konsortien verhandelt wurden, wird nun erfreulicherweise eine nationale Strategie verfolgt.

Eine Pressemitteilung der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) informiert jetzt über das Vorhaben:

„Vorbereitet wurden die Verhandlungen im Rahmen des Projekts DEAL – bundesweite Lizenzierung von Angeboten großer Wissenschaftsverlage, das die Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen auf Anregung der HRK ins Leben gerufen hat. Nach Abschluss der Vorbereitungen sind unter Leitung des HRK-Präsidenten die Verhandlungen mit Elsevier für einen deutschlandweiten Lizenzvertrag angelaufen. Ziel ist der Abschluss eines Vertrages mit Laufzeit ab dem 1. Januar 2017. Mit den Verlagen Springer Nature und Wiley werden in diesem Jahr erste Sondierungsgespräche geführt.“

Der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) Horst Hippler erläutert das Ziel der DEAL-Verhandlungen:

„Wir brauchen signifikante Verbesserungen bei der Informationsversorgung der Wissenschaft. Erstmals nehmen nun die großen deutschen Wissenschaftseinrichtungen Verhandlungen mit einem der bedeutenden Wissenschaftsverlage auf, um fairere Konditionen für den Literaturerwerb zu erreichen“

Aufgrund der aggressiven Preispolitik und des aktiven Lobbyings des Verlages gegen Open Access haben seit 2012 im Rahmen der Initiative „Cost of Knowledge“ über 16.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihre Zusammenarbeit mit Elsevier eingestellt. Darüber hinaus haben verschieden Hochschulen in Deutschland ihre Verträge mit Elsevier (z. B. Universität Konstanz und Universität Leipzig) gekündigt.