Expertenkommission der Bundesregierung spricht sich für Open Access aus

Die sechsköpfige „Expertenkommission für Forschung und Innovation“ (EFI), die die Bundesregierung seit 2006 mit Analysen und Empfehlungen berät, hat ihr Jahresgutachten 2013 zur Leistungsfähigkeit Deutschlands veröffentlicht (PDF).

EFIErfreulich ist, dass die Expertinnen und Experten in ihrem diesjährigen Gutachten auch das Thema Open Access und dessen Relevanz für die Innovationsfähigkeit aufgreifen. Auszug:

„Open Access, also der freie Zugang zu wissenschaftlichen Ergebnissen im Internet, führt zu mehr Wettbewerb und zu einer verstärkten Erschließung der Potenziale des Internets bei der Verbreitung von Wissen. Daher sollte Open Access gefördert werden.“

Über die Empfehlung Open Access zu fördern hinaus, wird die Einführung eines unabdingbaren Zweitveröffentlichungsrecht in das Urheberrecht gefordert. Darüber hinaus, so die Expertinnen und Experten, sollte Open Access in der öffentlichen Forschungsförderung verpflichtend verankert werden.

SPD will freien Zugang zu öffentlich finanzierten Forschungsergebnissen

Die SPD-Bundestagsfraktion hat unter dem Titel „Freier Zugang zu öffentlich finanzierten Forschungsergebnissen“ (BR-Drs. 17/12300) einen Antrag zu Open Access in den Bundestag eingebracht.

Darin wird die geplante Verankerung von Open Access im kommenden Forschungsrahmenprogramm in HORIZON 2020 begrüßt.

Mit Blick auf Deutschland wird die Forderung nach dem Zweitveröffentlichungsrecht bekräftigt. Im Gegensatz zu dem Referentenentwurf des BMJ („akzeptierte Manuskriptversion“) möchte die SPD die Zugänglichmachung von „formatgleichen“ Beiträgen ermöglichen. Bei der Benennung der Embargoperiode bleibt der Antrag etwas offener:  Beiträge in „Periodika und Sammelbänden“ sollen nach einer „angemessenen Frist“ rechtssicher auf Repositorien gestellt werden können. Weiter greift die SPD die Idee der Enquete-Kommission „Internet und digitale Gesellschaft“ auf, eine Ausweitung des Zweitveröffentlichungsrechts auf „andere Werkarten“ zu prüfen. Bereits im März 2011 hatte sie SPD einen Antrag zum Zweitveröffentlichungsrecht vorgelegt.

Weiter wird eine Verankerung von Open Access in der Förderpolitik gefordert. Anliegen der SPD ist „Konzept zur Umsetzung einer modernen Open Access-Politik für die öffentlich finanzierte Forschungsförderung“ zu entwickeln, dass dafür sorgt, dass die Ergebnisse „öffentlich finanzierten Förderung [..] nach einer ausreichenden Embargofrist von längstens zwölf Monaten frei“ frei zugänglich gemacht werden.

Auch auf bundestag.de findet sich eine Hinweis auf den Antrag.

Obama verankert Open Access in der US-Forschungsförderung

Was für eine Woche für das Thema Open Access! Erst begrüßt der Rat der Europäischen Union Anfang der Woche den Vorschlag der EU-Kommission im kommenden Forschungsrahmenprogramm HORIZON 2020 eine Open-Access-Verpflichtung zu verankern (PDF):

„Moreover, ministers welcomed the Commission’s view that open access to scientific publications should be a general principle of the future Horizon 2020 research framework programme and presented some of the initiatives carried out under their respective national programmes.“

Dann legt das Bundesministerium der Justiz (BMJ) am Mittwoch einen Referentenentwurf (PDF) für ein Zweitveröffentlichungsrecht vor. Diese Regelung, die in Paragraph 38 UrhG verankert werden soll, würde Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die rechtlich abgesicherte Möglichkeit eröffnen Publikationen, die im Rahmen der öffentlich geförderten Forschung entstehen und „in einer periodisch mindestens zweimal jährlich erscheinenden Sammlung“ erscheinen nach einem Embargo von zwölf Monaten – als final draft – auf einem Repositorium frei zugänglich zu machen. Auszug aus der Begründung:

„Viele Wissenschaftler haben ein Interesse daran, ihre veröffentlichten Forschungsergebnisse einer breiteren (Fach-)Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Sie wollen mit der Einstellung ihrer Publikationen auf Repositorien ihrer Forschungsinstitutionen die Häufigkeit erhöhen, mit der ihre Publikationen zitiert werden. Zugleich wollen sie mit dem Angebot ihrer Inhalte im Internet auch die Verbreitung der Forschungsergebnisse verbessern.“

Wichtige Kommentare zu dem Referentenentwurf finden sich bei Ilja Braun, Klaus Graf und Rainer Kuhlen.

Und schließlich gab die US-Regierung am Freitag bekannt Open Access im Rahmen der Forschungsförderung zu verankern. Publikationen die an nationalen Forschungseinrichtungen entstehen sollen nach einer Embargoperiode von 12 Monaten frei zugänglich gemacht werden. In der Ankündigung heißt es:

„The Obama Administration is committed to the proposition that citizens deserve easy access to the results of scientific research their tax dollars have paid for. That’s why, in a policy memorandum released today, OSTP Director John Holdren has directed Federal agencies with more than $100M in R&D expenditures to develop plans to make the published results of federally funded research freely available to the public within one year of publication and requiring researchers to better account for and manage the digital data resulting from federally funded scientific research.“

Bemerkenswert ist, dass die Verordnung (PDF) auch die dauerhafte Zugänglichkeit von Forschungsdaten umfasst. Bereits bei der Antragstellung sollen zukünftig Datenmanagementpläne eingereicht werden, in denen Aussagen zu Zugang und Erhaltung der Daten beschrieben werden. Der Schritt der US-Regierung ist eine Reaktion auf die Petition „access2research“ die 2012 von über 65.000 Menschen unterzeichnet wurde.

Wissenschaft und Urheberrecht: “Für Fairness und Ausgewogenheit”

Auf die Schnelle, hier der Hinweis auf zwei lesenswerte Beiträge zum Thema Wissenschaft und Urheberrecht.

In der heutigen Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung findet sich unter dem Titel “Für Fairness und Ausgewogenheit” ein wichtiger und umfangreicher Beitrag von  Wolfgang Marquardt. Marquardt ist Vorsitzender des Wissenschaftsrates und Sprecher der Allianz der Wissenschaftsorganisationen. Er beschreibt die Anforderungen von Forschung und Lehre an ein wissenschaftsfreundliches Urheberrecht. Dabei weist er  auf  “[k]omplexe Vorschriften beim Digitalversand” hin, thematisiert die rechtlichen Barrieren bei der Digitalisierung wissenschaftlicher Publikationen und betont die Bedeutung eines Zweitveröffentlichungsrecht für wissenschaftlichen Veröffentlichungen.

Auf der Website des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft ist ein interessanter Beitrag des Sprachwissenschaftlers Anatol Stefanowitsch erschienen. In diesem diskutiert der Autor die Auswirkungen eines Leistungsschutzrechts für Presseverlage auf das wissenschaftliche Publikationswesen. Er stellt fest, dass “[d]er freie Austausch von Ideen, der für die moderne Wissenschaft als konstitutiv zu betrachten ist“ unter einem Leistungsschutzrecht für Presseverlage „erheblich leiden” würde.

CDU/CSU fordert Verankerung von Open Access in Förderrichtlinien

Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion hat heute in Berlin ein Diskussionspapier zum “Urheberrecht in der digitalen Gesellschaft“ vorgestellt. Erfreulich ist, dass das Papier die besonderen Anforderungen der Wissenschaft an das Urheberrecht betont: Wenig überraschend stellen die Unionsparteien fest, dass „[a]ufgrund der voranschreitenden Digitalisierung“ in Forschung und Lehre, viele der bisherigen „Regelungen nicht mehr passgenau und teilweise technisch überholt“ sind und  sich „vor Gericht als nicht praktikabel herausstellen“. Vor diesem Hintergrund wird eine „einheitlichen Wissenschaftsschranke“ gefordert.

Das Aktionsbündnis „Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft“ begrüßt das Papier in einer Pressemitteilung und sieht eine „realistische politische Perspektive für ein wissenschaftsfreundliches Urheberrecht“.

Weiter behandelt die Union das Thema Open Access.  Dazu heißt es:

„Die CDU/CSU-Bundestagfraktion unterstützt Open-Access Veröffentlichungen, die den digitalen Zugriff auf die wissenschaftlichen Veröffentlichungen fördern. Da es Anzeichen für eine marktbeherrschende Stellung von wissenschaftlichen Großverlagen gibt, halten wir eine Überprüfung dieses Marktes durch das Bundeskartellamt für angezeigt. Zudem setzen wir uns für die Verankerung eines verbindlichen Zweitveröffentlichungsrechts in den Förderrichtlinien für Autoren wissenschaftlicher Beiträge im Internet ein. Ziel ist es, dass öffentlich geförderte Forschungsprojekte nicht ausschließlich in Verlagspublikationen veröffentlicht werden. Die Autoren sollen ihre Werke zeitnah auch durch Open Access der Öffentlichkeit zugänglich machen können. Für die Verwirklichung dieses Prinzips setzen wir uns auch auf europäischer Ebene ein.“

Schön, dass die klare Forderung der EU-Kommission nach Open Access aufgegriffen wird. Erst gestern hat die EU-Kommissarin für die Digitale Agenda,  Neelie Kroes, in einer Videobotschaft die Bedeutung des offenen Zugangs zu Textpublikationen und Forschungsdaten für den europäischen Forschungsraum betont.

Mit Blick auf das Wort „Urheberrecht“ im Titel des Diskussionspapiers der Union sollte das erwähnte Zweitveröffentlichungsrecht, wie von den Wissenschaftsorganisationen gefordert, natürlich in diesem verankern werden. „Alles andere ist wenig seriös.“, so der passende Kommentar des Kollegen Eric Steinhauer auf der Mailingliste Inetbib.

In eigener Sache: Im heute veröffentlichten Newsletter des Helmholtz Open Access Koordinationsbüro finden sich weitere Nachrichten zur Entwicklung von Open Access in Europa und den USA.

Stimmen zum Elsevier-Boykott

Angeregt durch einen Blogbeitrag von Fields-Medaille-Träger Tim Gowers startete der Mathematik-Doktorand Tyler Neylon am 23. Januar auf der Website „The Cost of Knowledge“ einen Boykottaufruf gegen der Verlagsriesen Elsevier. Bis heute sind über 7.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler diesem öffentlichen Ruf gefolgt und haben die Zusammenarbeit mit dem Verlag eingestellt.

Ergänzend dazu veröffentlichte im Februar eine Gruppe von namhaften Mathematikern ein Statement (PDF), in dem das Anliegen des Boykottaufrufs erläutert wird. Auszug:

„What all the signatories do agree on is that Elsevier is an exemplar of everything that is wrong with the current system of commercial publication of mathematics journals, and we will no longer acquiesce to Elsevier’s harvesting of the value of our and our colleagues’ work.“

Unterzeichnet wurde dieses Statement auch von deutschen Professoren: Martin Grötschel (TU Berlin), Folkmar Bornemann (TUM) und Günter M. Ziegler (FU Berlin). Zieglers Beweggründe können in seinem Blog unter dem Titel „Boykottiert Elsevier! Ich boykottiere Elsevier!“ nachgelesen werden:

„Warum? Meine verkürzte Zusammenfassung: Elsevier macht unverschämte Profite mit unglaublich teuren Produkten, in steuerzahlerfinanzierter Arbeit von Wissenschaftlern erstellt werden, die dafür nicht bezahlt werden. Wissenschaftliche Ergebnisse sind aber einzigartig – und deshalb für die Forschung nicht ersetzbar. Damit werden die wissenschaftlichen Bibliotheken erpresst – wobei gerade Elsevier, der größte der Publikationskonzerne, seine Marktmacht ausspielt, um die Journale in riesigen Bündeln zu verkaufen, in denen auch viel Schrott drin ist. Das ist unmoralisch. Und durch Publikation ihrer Ergebnisse bei Elsevier tragen die Wissenschaftler indirekt dazu bei, das wissenschaftliche Publizieren zu ruinieren – und damit auch die Wissenschaft. Ein Skandal.“

Der Boykott hat ein breites Medienecho ausgelöst. Hier einige deutsprachige Reaktionen:

Hendrik Bunke hat auf seiner Website eine Liste von in Deutschland arbeitenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftern erstellt die den Boykott unterstützen.

Interessant wird sein welche Wirkung der Boykott auf die Geschäftsmodelle der Wissenschaftsverlage haben wird. Mit Open Access steht ein innovatives Publikationsmodell bereit, das es weiter umzusetzen gilt.

Nicht weniger spannend ist die Frage, welche Wirkung der Boykott und seine Begleitdiskussion auf die Open-Access-Gesetzesinitiativen in Deutschland (Zweitveröffentlichungsrecht) und in den USA (Federal Research Public Access Act) haben wird.

LINKE: Antrag zur Förderung von Open Access

Die Bundestagsfraktion der LINKE hat einen Antrag zur Förderung von Open Access verabschiedet. Der Antrag „Die Ergebnisse öffentlicher Forschung für alle zugänglich machen – Open Access in der Wissenschaft unterstützen“ (PDF) umfasst verschiede Maßnahmen, deren Anliegen es ist, „eine konsistente Strategie zur Umsetzung des Open-Access-Modells in der deutschen Wissenschaftslandschaft zu entwickeln.“

In dem Antrag wird ein Zweitveröffentlichungsrecht nach einem Embargo von sechs Monaten gefordert. (Siehe hierzu auch den Antrag der LINKE aus dem April.) Weiter wird ein Förderprogramm zum Aufbau und zur Weiterentwicklung von Open-Access-Repositorien und Open-Access-Zeitschriften anregt. Interessant der Vorschlag Open-Access-Publikationen bei Antragsverfahren besonders zu würdigen. Darüber hinaus wird das Potenzial des offenen Zugangs zu Forschungsdaten betont. Forschungsdaten sollen, so die LINKE, auf Forschungsdaten-Repositorien zugänglich gemacht werden. Dabei sollen „Einzelfalllösungen für sensible Forschungsdaten“ berücksichtigt werden. Eine Veröffentlichung der Daten unter einer Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung“ wird angeregt.

Nach dem Antrag der Grünen aus dem September ist dies der zweite umfassende Bundestagsantrag zu Open Access in Deutschland. Aktuell wird das Thema auch in der Enquete-Kommission „Internet und digitale Gesellschaft“ diskutiert. In einem öffentlichen Expertengespräch der Projektgruppe „Bildung und Forschung“ Anfang dieses Monats wurde auch die Bedeutung von Open Access für die digitale Wissenschaft thematisiert. Die Stellungnahmen der Experten sind online.

Kurz: Open-Access-Erfolgsgeschichten; Twitter für Hochschulen; Forschungsdatenmanagement; Science Code Manifesto; Rechtliche Rahmenbedingungen des Data Sharing

Open-Access-Erfolgsgeschichten: Im Rahmen der aktuell laufenden Open-Access-Week präsentiert Knowledge Exchange, ein Zusammenschluss von europäischen Förderorganisationen, eine lesenswerte Sammlung von Erfolgsgeschichten rund um Open Access.

Twitter für Hochschulen: Die London School of Economics and Political Science hat eine Einführung zu Twitter veröffentlicht. Zielgruppe sind u.a. Dozentinnen und Dozenten, die erste Gehversuche mit Twitter machen.

Forschungsdatenmanagement: Die Kollegen der FH Potsdam haben ein Handbuch zum Management von Forschungsdaten herausgegeben. Alle Beiträge sind open access.

Open Source in der Wissenschaft: Fünf Cs prägen das jüngst veröffentlichte Science Code Manifesto: Code, Copyright, Citation, Credit und Curation. Initiiert wurde das Manifest von Akteuren der Climate Code Foundation.

Zweitveröffentlichungsrecht: CDU-Politiker Günter Krings findet Open Access gut. Nicht gut findet er jedoch das geforderte Zweitveröffentlichungsrecht, dies erläutert er in der heutigen FAZ. Ben Kaden hat den Text auf IUWIS kommentiert. Einen weiteren Kommentar hat Tobias Schulze veröffentlicht.

Data Sharing: Im Rahmen des EU-Projektes Opportunities for Data Exchange (ODE) ist die Broschüre „Ten Tales of Drivers & Barriers in Data Sharing“ (PDF) erschienen. Die Publikation dokumentiert zehn Blickwinkel von Personen aus Wissenschaft, Infrastruktur und Forschungsförderung auf das Thema.  (Disclosure: Ich bin an dem Projekt beteiligt.) Nicht weniger interessant: Knowledge Exchange hat einen Report zu den rechtlichen Rahmenbedingungen des offenen Zugangs zu Forschungsdaten veröffentlicht. Ein Kapitel befasst sich mit der rechtlichen Lage in Deutschland.

Kurz: Urheberrechtsreform gefordert; Freier Zugang zu Forschungsdaten klinischer Studien; Umgang mit zurückgezogenen Artikeln; Nanopublikationen in der Pharmazie

Urheberrechtsreform gefordert: Das Aktionsbündnis Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft hat Anfang der Woche das Ergebnis einer Erhebung zu Anforderungen von Wissenschaft und Bildung an das Urherbrecht veröffentlicht. Über 2.500 Personen haben sich an der Umfrage beteiligt und sich in ihren Antworten für eine umfassende Reform des Urheberrechts ausgesprochen. In der Umfrage wird auch die Forderung nach einem Zweitverwertungsrecht deutlich. Auszug aus der Pressemitteilung:

„Besonders deutlich (nämlich zu 91,7 % ) fordern die Befragten, dass zumindest das mit öffentlichen Mitteln geförderte Wissen frei öffentlich zugänglich gemacht wird – wie bereits in entsprechenden Petitionen an den Petitionsausschuss des Deutschen Bundestag verlangt. Um dies zu erreichen, sollte der Gesetzgeber über Gutachten klären lassen, ob das Zweitverwertungsrecht auch den Institutionen der AutorInnen verbindlich zugesprochen werden darf: Einer solchen Lösung stimmen 80,3% der in Bildung und Wissenschaft Arbeitenden und Publizierenden zu.“

CDU: Auf ScienceBlogs berichtet Christian Reinboth über seinen Antrag zur Förderung von Open Access im Rahmen des bildungspolitischen Strategiepapiers „Bildungsrepublik Deutschland“ der CDU. (Via OATP)

Forschungsdaten klinischer Studien: Die Cochrane Collaboration spricht sich in einem Statement für eine bessere Zugänglichkeit von Forschungsdaten aus, die im Rahmen von klinischen Studien erhoben werden: (Via OATP)

“[A]ll data from all randomised clinical trials, including raw anonymised individual participant data that do not allow identification of individual participants, and the corresponding trial protocols to become publicly available free of charge and in easily accessible electronic formats“.

Umgang mit zurückgezogenen Artikeln: In der aktuellen Ausgabe der Nature befasst sich Richard Van Noorden mit den Problematiken zurückgezogener wissenschaftlicher Artikel. In dem lesenswerten Aufsatz findet sich der Hinweis auf das interessante Blog „Retraction Watch“.

Nanopublikationen in der Pharmazie: Veronika Schmidt berichtet auf Die Presse.com über das EU-Projekt Open PHACTS (Open Pharmacological Concepts Triple Store). Das Projekt widmet sich u.a. dem Konzept der Nanopublikation im Bereich der Pharmazie.

Kurz: Open Access in Princeton, Open Access im Bundestag

Die Princeton University hat unter breitem Medieninteresse eine Open-Access-Richtlinie verabschiedet.  Ulrich Herb berichtet auf Telepolis:

„Die Princeton University untersagt ihren Wissenschaftlern, das exklusive Copyright (im deutschen Rechtsraum müsste analog von den ausschließlichen Nutzungsrechten die Rede sein) an einem Text im Zuge dessen Publikation an einen Verlag zu übertragen. Soweit so gut und soweit auch sehr viel besser, als das, was andere Universitäten tun.“

Am Donnerstag wurde der Antrag der Grünen zum Thema Open Access im Bundestag diskutiert. Nach der Diskussion um den Antrag der Linken  (siehe dazu auch die damalige Zusammenfassung bei IUWIS) im Juli war dies die wohl bisher  intensivste Bundestagsdebatte zum Thema. Das Plenarprotokoll (17/130) dokumentiert die Diskussion (unter TOP 21). Im Nachgang der Debatte haben die  CDU-Abgeordneten Kretschmer und Schipanski in einer gemeinsamen Pressemitteilung eine weitere Prüfung des Zweitveröffentlichungsrecht angekündigt.