Studie zur Vernetzung in der Wissenschaft

Die Royal Society hat eine interessante Studie zur Vernetzung und zur Zusammenarbeit von Wissenschaftlern veröffentlicht.

„Knowledge, Networks and Nations surveys the global scientific landscape in 2011, noting the shift to an increasingly multipolar world underpinned by the rise of new scientific powers such as China, India and Brazil; as well as the emergence of scientific nations in the Middle East, South-East Asia and North Africa. The scientific world is also becoming more interconnected, with international collaboration on the rise. Over a third of all articles published in international journals are internationally collaborative, up from a quarter 15 years ago.“ (Quelle)

Eine PDF-Version der Studie „Knowledge, networks and nations. Global scientific collaboration in the 21st century“ ist online. Darüber hinaus gibt es eine visuelle Aufbereitung zur internationalen Zusammenarbeit in den Jahren 1996-2008.

FAZ zur Rolle des Web 2.0 in der Wissenschaft

Im Wissenschaftsteil der FAZ von heute findet sich ein lesenswerter Artikel von Joachim Müller-Jung zur Nutzung von Blogs und Microblogs in der Wissenschaft.

Der Artikel „Heißer Dampf über unseren Köpfen“ beschreibt anhand einiger Beispiele, wie z.B. des „Arsen-Paper“ von Felisa Wolfe-Simon et al. und des „Stalking the fourth domain of life-Papers“ von Jonathan Eisen et al., den Einfluss des Web 2.0 auf die Wissenschaftskommunikation. Neben der Beschreibung des Potenzials, schlägt Müller-Jung gegen Ende des Artikels nachdenkliche Töne an:

„Ein Blog als Fluchtpunkt der seriösen Wissenschaftskommunikation und als Zielort maximaler Transparenz? Seine Botschaft hatte Eisen jedenfalls via Twitter und Facebook schnell verbreitet. Wie groß aber wird die Bereitschaft zu einer so gehaltvollen Aufbereitung bei jenen Autoren sein, die weniger vernetzt sind und weniger schreibfreudig, die dafür aber ihre Meriten der wissenschaftlichen Kernerarbeit zu verdanken haben? Sollen sie ins kommunikative Abseits geraten?“

Research Gone Social

Im Rahmen der diesjährigen New Yorker Social Media Week hat Mendely eine Session unter dem Motto „Research Gone Social“ veranstaltet. Eine Video-Aufzeichnung der Session ist nun online.

Die Vortragenden, Chris Wiggins (Columbia University), Gabriel Willow (WildLab), Margaret Smith (New York University Libraries) und Jan Reichelt (Mendeley), beschreiben in ihren Vorträgen Wirkung und Potenzial des Netzes auf den wissenschaftlichen Erkenntnisprozess. Die Themen der Vorträge reichen dabei von „data-driven science“ über „citizen science“ und „social media“ bis hin zum „reference managment“. Der Klick auf das Video lohnt sich.(via Victoria Stodden)

„Big Deals“ am Ende?

Der Journalist Richard Poynder hat Claudio Aspesi, Finanzanalyst von
Bernstein Research, zur Zukunft  des Verlagsriesen Reed Elsevier befragt. Hintergrund des lesenswerten Interviews ist eine Analyse, die Aspesi und sein Kollege Anthony Sleeman erstellt haben. In der Analyse wird der Niedergang der „Big Deals“ vorhergesagt:

  • The „Big Deal“ commercial model worked well for over a decade, but is becoming unsustainable in the current funding environment.
  • Universities which have started to renounce their „Big Deals“ seem able to cope, and this experience, coupled with budget pressures around the world, represents a significant threat to the „Big Deal“ model.
  • The best case scenario for Elsevier is a repeat of 2010 for several years, with limited organic growth and periodic flare ups of conflict with individual libraries (or, in some case, countries); widespread decisions to discontinue „Big Deals“ could lead to revenue and earnings decline.
  • Investors should start to ask management what is their plan B, since the assumption that the current commercial model will prove sustainable looks increasingly uncertain.

Vor dem Hintergrund dieser Einschätzung ist die Pressemitteilung „Der neue Weg zur Fachliteratur – Forschungszentrum Jülich und De Gruyter testen ‚Patron Driven Acquisition‘ des Verlges De Gruyter interessant (PDF). Während eines definierten Zeitraums stehen den Wissenschaftlern des Forschungszentrum Jülich sämtliche elektronischen Produkte des Verlages zur Nutzung bereit. Nach dieser Testphase entscheidet die Zentralbibliothek des Forschungszentrums Anhand der Nutzungszahlen welche Inhalte dauerhaft erworben werden. Siehe dazu auch den Kommentar von Dörte Böhner auf bibliothekarisch.de.

Social Media in der Wissenschaft

Gefördert vom Research Information Network (RIN) hat das International Centre for Guidance Studies (iCeGS) der Universität Derby eine Einführung für Wissenschaftler in das Thema Social Media veröffentlicht.

In der rund 50-seitigen Publikation (PDF) werden Forschenden Strategien und Werkzeuge rund um Social Media vorgestellt. Interessant sind die Statements einiger web-affiner Wissenschaftler. Beispielsweise beschreibt die Chemikerin Anna Croft den Vorteil von Friendfeed wie folgt:

Friendfeed allows me to access a network of colleagues rapidly, and get insight and opinions on a convenient schedule, because active topics are constantly highlighted. It is much more convenient than email.

Die Statements sowie eine Übersicht über die erwähnten Tools gibt es auch als eigenständige Dokumente.

Danke an Steffi Suhr für den Hinweis.

Videos der APE 2011 online

Vom 11. bis 12. Januar 2011 fand in Berlin die diesjährige „Academic Publishing in Europe“ (APE) statt. Die Konferenz bot wie in den letzten Jahren einen interessanten Überblick über die heißen Themen der Verlagsbranche.

Erste Aufzeichnungen der Vorträge sind nun auf River Valley TV online. Weitere folgen. Wie immer, bei River Valley TV, stehen die Videos in guter Qualität zum download bereit.

Besonders spannend fand ich die folgenden beiden Vorträge:

  • John Wood (ACU): Riding the Wave – How Europe can Gain from the Fising Tide of Scientific Data (Video)
  • Mark Patterson (PLoS): Open Access Publishers – Breaking even and growing fast (Video)

PS: Die noch heißeren Themen rund um die Zukunft des wissenschaftlichen Publikationswesens wurden eine Woche nach der APE in San Diego auf dem „Beyond the PDF“ Workshop diskutiert. Siehe dazu u.a. die Blogbeiträge von Anita de Waard und Martin Fenner sowie die FriendFeed Gruppe des Workshops.



HRK-Handreichung: Herausforderung Web 2.0

Ende 2010 hat die Kommission „Neue Medien und Wissenstransfer“ der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) unter dem Titel „Herausforderung Web 2.0“ eine lesenswerte Handreichung (PDF) zum Web 2.0 im Kontext von Forschung und Lehre veröffentlicht.

Die Publikation greift das Thema auf und beschreibt Einsatzszenarien für Dienste und Tools rund um das Web 2.0. Die Autoren empfehlen Hochschulleitungen sich dem Web 2.0 anzunehmen. Auszug:

Hochschulen sollten diese Entwicklung nicht nur wahrnehmen, sondern selbst aktiv werden. Insgesamt zeigt sich anhand der dargestellten Einsatzbeispiele, dass an den Hochschulen bereits jetzt ein erhebliches Kreativitätspotenzial besteht. Dies gilt für Forschung, Lehre und zentrale Einrichtungen, wo die Möglichkeiten des Web 2.0 zur Vernetzung, Partizipation und Kollaboration bereits heute vielfältige Mehrwerte entstehen lassen. (S. 7)

Ein Team der FernUniversität Hagen hat ein kurzes Video zu der Handreichung erstellt:

Zusätzlich dokumentiert die HIS auf ihrer Website einige Beispiele für Web 2.0-Anwendungen im Hochschulkontext.

Wer an seiner Institution für die Wahrnehmung des Web 2.0 werben möchte, dem bietet die Handreichung eine ausgesprochen hilfreiche Grundlage.

(via Jan Schmidt, der die Kommission als externes Mitglied unterstützt hat.)

SOAP: Perspektiven auf Open Access

Letzten Donnerstag wurden in Berlin die Ergebnisse des EU-Projekts Study of Open Access Publishing (SOAP) präsentiert. SOAP liefert, neben einer ausführlichen Bestandsaufnahme der Open-Access-Publikationslandschaft, einen sehr interessanten Einblick in Perspektiven von Wissenschaftlern auf Open Access. In einer Online-Befragung haben 53.890 Personen zum Thema Stellung genommen. Auf Basis eines Subsets von 38.358 Antworten bieten die Ergebnisse des SOAP-Projekts einen höchst interessanten Blick auf die Positionen von Wissenschaftlern zu Open Access. Ein Bericht der Ergebnisse steht noch aus. [Siehe Update vom 29.01.2011.] Aktuell liefern die Folien des SOAP Symposium einen gute Zusammenfassung der Ergebnisse:

Besonders interessant sind die Folien des letzen Vortrages. Dieser widmet sich der praktischen Umsetzung von Open Access:

Bemerkenswert ist, dass die Daten der Studie in Kürze zur Nachnutzung bereit gestellt werden. Dies ist wohl das erste Mal, dass ein informationswissenschaftliches Forschungsprojekt Daten in diesem Umfang im Open Access zugänglich macht. Glückwunsch an die Projektpartner zu diesem Schritt!

Weitere Berichte zur Veranstaltung gibt es bei The Occasional Pamphlet und bei ScienceInsider.  Die Folien zu meinem kurzen Statement auf dem SOAP Symposium sind bei Slideshare zu finden.

Update, 29.01.2011: Auf  arXiv.org wurde mittlerweile eine Zusammenfassung der Wissenschaftlerbefragung veröffentlicht: Dallmeier-Tiessen, S. et al.: Highlights from the SOAP project survey. What Scientists Think about Open Access Publishing. 2011. arXiv:1101.5260v1

Update, 30.01.2011: Einige Videos des SOAP Symposium sind bei River Vally TV online.

Update, 31.01.2011: Die Daten (csv, xls, xlsx) stehen nun unter CC0, inkl. Beschreibung, zur freien Verfügung.

Folien des DINI/Helmholtz Repositorien Workshop online

Vom 30.11. bis 01.12.2010 veranstaltete das Helmholtz Open Access Projekt in Zusammenarbeit mit der Deutschen Initiative für Netzwerkinformation (DINI) im Erwin Schrödinger-Zentrum des Universitätscampus in Berlin-Adlershof einen Workshop zur strategischen Weiterentwicklung von Repositorien. Über 130 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Wissenschaft, Infrasturktureinrichtungen und Verlagen informierten und diskutierenden über die zukünftige Rolle von Repositorien in Forschung und Lehre.

Die Folien der Veranstaltung sind auf der DINI-Website zugänglich. Eine „Dokumentation“ der Veranstaltung ist bei Twitter (#dinihg10) zu finden.