HRK-Empfehlung zum Thema Forschungsdatenmanagement

Die Mitgliederversammlung der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) hat am 10.11.2015 unter dem Titel „Wie Hochschulleitungen die Entwicklung des Forschungsdatenmanagements steuern können. Orientierungspfade, Handlungsoptionen, Szenarien“ (PDF) umfassende Empfehlungen zum Thema Forschungsdatenmanagement verabschiedet.

Diese bauen auf einer vorhergehenden Empfehlung der HRK aus dem Jahr 2014 auf. Damals wurde die strategische Bedeutung des Themas für die Hochschulen in Deutschland betont. Die jetzt veröffentlichten Empfehlungen richten sich darüber hinaus auch an die Politik. Auszug aus der Pressemitteilung der HRK:

 „Die Mitgliederversammlung fordert die Verantwortlichen in Bund und Ländern auf, sowohl eine koordinierende Rolle beim Aufbau übergreifender Infrastrukturen für das Forschungsdatenmanagement zu übernehmen als auch die notwendige Finanzierung zu sichern.  Als einen entscheidenden Schlüssel auf allen Ebenen sieht die HRK eine stärkere Kooperation. Deshalb solle die Finanzierung so gestaltet werden, dass zusätzliche Anreize für die Zusammenarbeit von Hochschulen sowohl innerhalb der Länder als auch länderübergreifend gesetzt werden. Die Länder sollten verstärkt in gemeinsamen Initiativen zusammenarbeiten. Gleichzeitig müssten die Kooperationsmöglichkeiten von Bund und Ländern nach dem neu gefassten Artikel 91 b Grundgesetz genutzt werden.“

(Crosspost von ALBERTopen.)

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HRK fordert besseres Management von Forschungsdaten

Die Mitgliederversammlung der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) hat vorgestern eine Empfehlung zum „Management von Forschungsdaten“ verabschiedet. In einer begleitenden Pressemitteilung wird der Handlungsbedarf für die Hochschulen in Deutschland wie folgt zusammengefasst:

„Digitale Daten in immer größeren Mengen spielen in der Forschung eine wachsende Rolle. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler brauchen eine Umgebung, in der sie mit diesen Daten effizient, unkompliziert und rechtlich abgesichert arbeiten können. […] Die [Hochschulen] stehen vor der Herausforderung, das Datenmanagement in der gesamten Hochschule im notwendigen Maß zu harmonisieren und zu integrieren, dabei aber genügend Raum für die vielfältigen Bedürfnisse in den verschiedenen Fachbereichen zu lassen.“

Im Kern des HRK-Papiers, dass das Thema als „zentrale strategische Herausforderung für Hochschulleitungen“ definiert, stehen vier Empfehlungen an die Mitgliedshochschulen:

  1. die „Abstimmung von Leitlinien zum Umgang mit digitalen Forschungsdaten“ an den Hochschulen,
  2. die Kooperation bei der Bearbeitung des Themas „über die Grenzen der Hochschule hinweg“,
  3. die „Stärkung der Informationskompetenz“ zum Umgang mit Daten in der Lehre, sowie
  4. der „Ausbau institutioneller Infrastrukturen zum Forschungsdatenmanagement“ an Universitäten und Fachhochschulen.

Weiter wird an Bund und Länder die Forderung erhoben, „den Ausbau der wissenschaftlichen Informationsinfrastrukturen und damit auch der Grundlagen des Forschungsdatenmanagements, engagiert zu unterstützen“. Eine steuernde Funktion wird dabei dem von der Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) beschlossenen Rat für Informationsinfrastrukturen zugeschrieben.

Es ist sehr erfreulich, dass die HRK diesem wichtigen Thema Beachtung schenkt. Über die Empfehlung hinaus kündigt die HRK an „genauere Umsetzungsvorschläge zum Forschungsdatenmanagement“ zu erarbeiten. Wünschenswert wäre, dass in diesen Vorschlägen die offene Zugänglichkeit der Forschungsdaten (Open Research Data) ein noch größeres Gewicht erhält und damit das „G8 Science Ministers Statement“ aus dem letzten Jahr aufgreift. In diesem betonen die G8-Staaten die Relevanz von „Open Scientific Research Data„.

Auch mit Blick auf die Studie „Science as an Open Enterprise“ der Royal Society scheint es zentral, das Potenzial des offenen Zugangs zu Forschungsdaten in dem Mittelpunkt des Themas zu stellen. Denn in der Empfehlung Nr. 1 der Royal Society heißt es: „Where data justify it, scientists should make them available in an appropriate data repository.“ (S. 10). Darüber hinaus werden Forschende bereits jetzt durch den „Open Research Data Pilot“ im EU-Forschungsrahmenprogramm Horizon 2020 sowie durch diverse Data Policies von wissenschaftlichen Journals mit der Forderung nach Open Science konfrontiert.

Vor diesem Hintergrund hat die Universität Bielefeld Ende letzten Jahres als erste deutsche Hochschule eine Data Policy verabschiedet. Diese ermutigt die Angehörigen der Hochschule, „ihre Forschungsdaten über registrierte disziplinäre Forschungsdaten-Archive, oder, wenn nicht vorhanden, über das Forschungsdaten-Archiv der Universität Bielefeld zu veröffentlichen.“ Bei der Suche nach geeigneten Repositorien zur Speicherung und Zugänglichmachung der Daten verweist die Universität auf das Open-Science-Tool „re3data.org – Registry of Research Data Repositories“. Über dieses Portal lassen sich aktuell über 900 Repositorien recherchieren.

Auch an andere Hochschulen wird das Thema aktuell bearbeitet. Beispiel Berlin: An der Humboldt-Universität zu Berlin arbeitet aktuelle eine Initiative an dem Thema und an der Technische Universität Berlin wurde eine „Servicezentrum Forschungsdaten und -publikationen“ gegründet.

Weitere Informationen zum Thema:

Disclosure: Ich bin in das Projekt re3data.org und das Wiki forschungsdaten.org involviert und einer der Autoren des Handbuchs „CoScience“.

HRK-Handreichung: Herausforderung Web 2.0

Ende 2010 hat die Kommission „Neue Medien und Wissenstransfer“ der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) unter dem Titel „Herausforderung Web 2.0“ eine lesenswerte Handreichung (PDF) zum Web 2.0 im Kontext von Forschung und Lehre veröffentlicht.

Die Publikation greift das Thema auf und beschreibt Einsatzszenarien für Dienste und Tools rund um das Web 2.0. Die Autoren empfehlen Hochschulleitungen sich dem Web 2.0 anzunehmen. Auszug:

Hochschulen sollten diese Entwicklung nicht nur wahrnehmen, sondern selbst aktiv werden. Insgesamt zeigt sich anhand der dargestellten Einsatzbeispiele, dass an den Hochschulen bereits jetzt ein erhebliches Kreativitätspotenzial besteht. Dies gilt für Forschung, Lehre und zentrale Einrichtungen, wo die Möglichkeiten des Web 2.0 zur Vernetzung, Partizipation und Kollaboration bereits heute vielfältige Mehrwerte entstehen lassen. (S. 7)

Ein Team der FernUniversität Hagen hat ein kurzes Video zu der Handreichung erstellt:

Zusätzlich dokumentiert die HIS auf ihrer Website einige Beispiele für Web 2.0-Anwendungen im Hochschulkontext.

Wer an seiner Institution für die Wahrnehmung des Web 2.0 werben möchte, dem bietet die Handreichung eine ausgesprochen hilfreiche Grundlage.

(via Jan Schmidt, der die Kommission als externes Mitglied unterstützt hat.)