G8-Staaten verabschieden Open-Access-Statement

Erfreuliche Nachrichten aus London: Die WissenschaftsministerInnen der größten Industrienationen würdigen den offenen Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen und Forschungsdaten.

In einer heute verabschiedeten Erklärung heißt es zum Thema Open Access:

„We recognise that G8 nations have an important opportunity and responsibility to promote policies that increase access to the results of publicly funded research results to spur scientific discovery, enable better international collaboration and coordination of research, enhance the engagement of society and help support economic prosperity.“

Erfreulich ist, dass die G8-Staaten – wie zuvor bereits Science Europe und der Global Research Council (GRC) –, den Grünen und Goldenen Weg als komplementäre Strategien des Open Access anerkennen und keine der beiden Strategien hervorheben.

Zum Thema Open Research Data, wird – unter Bezug auf den Report „Science as an open enterpris“ der Royal Society – festgesellt:

„We are committed to openness in scientific research data to speed up the progress of scientific discovery, create innovation, ensure that the results of scientific research are as widely available as practical, enable transparency in science and engage the public in the scientific process.“

Zur Umsetzung des offenen Zugangs zu wissenschaftlichen Daten wollen die Staaten kooperieren.

In diesem Zusammenhang ist auch die heute in Brüssel verabschiedete Open-Data-Strategie der EU von Interesse. Änderungen in der „Richtlinie 2003/98/EG über die Weiterverwendung von Informationen des öffentlichen Sektors“, sollen laut Pressemitteilung, den Zugang zu „geographic and weather data, statistics or digitised books“ verbessern und damit auch die digitale Wirtschaft fördern.

Werbeanzeigen

Europäische Universitäten veröffentlichen Open-Access-Positionspapier

Die League of European Research Universities (LERU) hat ein Positionspapier zu Open Access veröffentlicht. Das Papier „The LERU Roadmap Towards Open Access“ (PDF) wurde am 17. Juni in Brüssel vorgestellt.

Die LERU wurde 2002 gegründet und ist eine europäische Vereinigung von einundzwanzig „research-intensive“ Universitäten. Deutsche Mitglieder sind die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, die Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und die Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU).

Passend zur Veröffentlichung des Positionspapier hat die LMU einen kurzen Film zum Thema Open Access veröffentlich. In dem Video beschreiben Angehörige der Universität die Vorteile von Open Access. Interessant ist auch der Start des Forschungsdaten-Repositorium „Open Data LMU“ .  Mit diesem ist die LMU wohl die erste deutsche Hochschule die ihren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ein eigenständiges und interdisziplinäres Repositorium für wissenschaftliche Daten bereitstellt.

Open Data vs. Open Access to Research Data

Jens Klump hat unter dem Titel „Open Data und Open Access to Data – Die ungleichen Geschwister“ auf den diesjährigen Open-Access-Tagen einen schönen Vortrag zur Problematik des Begriffes „Open Data“ im wissenschaftlichen Umfeld gehalten. Auszug aus dem Abstract:

Die Forderung nach einem offene Zugang zu Daten erfährt in der öffentlichen Diskussion mehr und mehr Beachtung. Aber handelt es sich bei Open Data und Open Access to Data um ein und das selbe? Tatsächlich sind die Motivation und die Entstehungsgeschichte hinter Open Access und Open Data sehr unterschiedlich. Open Data fordert vor allem den Zugang zu Daten staatlicher Stellen. Aber auch im Kontext der Wissenschaft wird intensiv diskutiert, wie mit Forschungsdaten umgegangen werden soll. Hat die Öffentlichkeit Anspruch auf Zugang zu Daten aus öffentlich geförderter Forschung? In der Debatte um den Klimawandel spielte der Zugang zu Forschungsdaten schon eine wichtige Rolle. (Quelle.)

Die Schwierigkeit ist eine fehlende Definition des Begriffes „Open Data“. Der Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zeigt, dass die Begriffsbildung noch offen ist.

Klump schlägt in seinem Vortrag vor, für den Zugang zu Forschungsdaten im Sinne des Open Access künftig von „Open Access to Research Data“ zu sprechen. Seine Vortragsfolien sind online.

Dieser Vorschlag erscheint mir wichtig und  sinnvoll. Die Herausforderungen bei der Umsetzung des offenen Zugangs zu Forschungsdaten sind häufig durch ganz spezielle und disziplinspezifische Fragestellungen gekennzeichnet. So gilt es, im Wissenschaftsbereich Reputationssysteme zu berücksichtigen, um Anreize für den „Open Access to Research“ Data zu entwickeln. Eine undifferenzierte Forderung nach „Open Data“ wird diesen vielfältigen Herausforderungen nicht gerecht.

PS: Matthias Spielkamp weist im iRights Blog auf ein Video des Elektrischen Reporters zum Thema „Open Data“  hin. (Das Video ist der Dummy für ein Video-Format namens ePolitik.)