Open Data vs. Open Access to Research Data

Jens Klump hat unter dem Titel „Open Data und Open Access to Data – Die ungleichen Geschwister“ auf den diesjährigen Open-Access-Tagen einen schönen Vortrag zur Problematik des Begriffes „Open Data“ im wissenschaftlichen Umfeld gehalten. Auszug aus dem Abstract:

Die Forderung nach einem offene Zugang zu Daten erfährt in der öffentlichen Diskussion mehr und mehr Beachtung. Aber handelt es sich bei Open Data und Open Access to Data um ein und das selbe? Tatsächlich sind die Motivation und die Entstehungsgeschichte hinter Open Access und Open Data sehr unterschiedlich. Open Data fordert vor allem den Zugang zu Daten staatlicher Stellen. Aber auch im Kontext der Wissenschaft wird intensiv diskutiert, wie mit Forschungsdaten umgegangen werden soll. Hat die Öffentlichkeit Anspruch auf Zugang zu Daten aus öffentlich geförderter Forschung? In der Debatte um den Klimawandel spielte der Zugang zu Forschungsdaten schon eine wichtige Rolle. (Quelle.)

Die Schwierigkeit ist eine fehlende Definition des Begriffes „Open Data“. Der Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zeigt, dass die Begriffsbildung noch offen ist.

Klump schlägt in seinem Vortrag vor, für den Zugang zu Forschungsdaten im Sinne des Open Access künftig von „Open Access to Research Data“ zu sprechen. Seine Vortragsfolien sind online.

Dieser Vorschlag erscheint mir wichtig und  sinnvoll. Die Herausforderungen bei der Umsetzung des offenen Zugangs zu Forschungsdaten sind häufig durch ganz spezielle und disziplinspezifische Fragestellungen gekennzeichnet. So gilt es, im Wissenschaftsbereich Reputationssysteme zu berücksichtigen, um Anreize für den „Open Access to Research“ Data zu entwickeln. Eine undifferenzierte Forderung nach „Open Data“ wird diesen vielfältigen Herausforderungen nicht gerecht.

PS: Matthias Spielkamp weist im iRights Blog auf ein Video des Elektrischen Reporters zum Thema „Open Data“  hin. (Das Video ist der Dummy für ein Video-Format namens ePolitik.)