WissKom2012: Call for Papers

Vom 5. – 7. November 2012 findet die WissKom2012 am Forschungszentrum Jülich statt. Das Motto der Konferenz lautet „Vernetztes Wissen – Daten, Menschen, Systeme“. Die WissKom wird von der Zentralbibliothek des Forschungszentrums  veranstaltet.

Wer die WissKom nicht kennt, dem sei ein Blick in die Tagungsbände der vergangen Jahre (2010, 2007) empfohlen. (Diese sind selbstverständlich open access zugänglich.)

Folgende drei Blöcke bilden den Schwerpunkt der Veranstaltung:

  • Vernetzung von Daten: Linked Open Data, Forschungsdaten, etc.
  • Vernetzung von Menschen: virtuelle Arbeits- und Forschungsumgebungen, Social Media, eLearning, etc.
  • Vernetzung von Systemen: Verbundsysteme, Repositorien,  Projekt-Management-Systeme, etc.

Als Mitglied des Programmkomitees freue ich mich ganz besonders auf die Konferenz! Der Call for Papers wurde heute veröffentlicht. Bis zum 15. 29. Februar 2012 besteht die Möglichkeit Vorträge und Poster einzureichen.

Ich bin mir sicher die drei Themenblöcke bieten Raum für spannende Referate und Diskussionen. Alle weiteren Infos finden sich unter: wisskom2012.de. Und natürlich ist die WissKom auch auf Facebook.

Links und Hinweise zur Open Access Week 2011

Auf den Open-Access-Tagen 2011 in Regensburg stand die Frage nach der diesjährigen Open Access Week und möglichen Aktivitäten häufiger im Raum. Hier einige Links und Hinweise rund um die Aktionswoche.

Die Open Access Week 2011 findet vom 24. bis 30. Oktober 2011 statt. Ziel ist es, das Thema Open Access weltweit an vielen verschiedenen Orten während dieser Woche lokal aufzugreifen, um für den freien Zugang zu Wissen und Information aus öffentlich geförderter Forschung zu werben und vor Ort zu informieren. Nach 2009 und 2010 geht es in diesem Jahr in die dritte Runde.

Die Teilnahme an der Open Access Week kann auf vielfältige Weise umgesetzt werden. Auch kleine Beiträge unterstützen die Idee der Aktionswoche. Die Informationsplattform open-access.net bietet Anregungen und Materialien für Veranstaltungen. (Einige Ideen liefern vielleicht auch die Beiträge in diesem Blog zur Open Access Week 2009 und 2010.)

Die internationale Website ermöglicht Vernetzung und die Darstellung eigener Aktivitäten. U.a. bietet dort ein Kalender die Möglichkeit über Aktivitäten zu informieren:  Weiter gibt es eine deutsche Gruppe auf openaccessweek.org. Diese freut sich über weitere Mitglieder.

Um den lokalen Beitrag noch sichtbarer zu machen, bietet es sich darüber hinaus an, die Aktivitäten im Open Access Directory (OAD) einzufügen.

Kurz: Open Science in der pharmazeutischen Chemie, SCOAP3-Auschreibung, GMS ausgezeichnet, Neelie Kroes zu Open Data

Open Science: In der aktuellen Ausgabe der Nature Chemistry beschreiben Woelfle et al. das Potenzial der „Open Science“ für die pharmazeutische Chemie:

„An open-source approach to the problem of producing an off-patent drug in enantiopure form serves as an example of how academic and industrial researchers can join forces to make new scientific discoveries that could have a huge impact on human health.“

SCOAP3: Der Prozess der Ausschreibung startet. Interessant ist der Blick in die Ausschreibungsunterlagen.

„An international team of experts from institutions participating in SCOAP3 has prepared a detailed description of the peer-review and open access services that the consortium intends to purchase through high-quality peer-reviewed journals, the conditions for the provision of these services and the implications on existing licensing agreements.“

Ausgezeichnet: German Medical Science (GMS), das medizinische Open-Access-Publikationsportal der ZB MED, ist nun ein ausgewählter Ort der Initiative  „Land der Ideen 2011“.

Open Data: Die EU-Kommissarin für die „Digitale Agenda“ Neelie Kroes hat das OpenForum Europe mit einer lesenswerten Rede („Opening up Europe: from Common Standards to Open Data“) eröffnet. Das Transkript ist online.

„Because research in genomics, pharmacology or the fight against cancer increasingly depends on the availability and sophisticated analysis of large data sets. Sharing such data means researchers can collaborate, compare, and creatively explore whole new realms. We cannot afford for access to scientific knowledge to become a luxury, and the results of publicly funded research in particular should be spread as widely as possible.“

Kurz: Open-Access-Geschäftsmodelle; Open-Access-Tage; Internet-Enquete; UK: Transparenzkommission angekündigt

Frederick Friend hat im Auftrag von Knowledge Exchange ein 52-seitiges Briefing Paper über Open-Access- Geschäftsmodelle verfasst. (Via Stefan Buddenbohm.):

„This study of open access business models indicates that every form of open access to publicly-funded research and teaching outputs requires public funding. Private funding may provide partial support for some open access models (e.g. if an author pays for the cost of publishing in an open access journal) but no open access model can survive on private funding alone.“

Die Open-Access-Tage 2011 (Universität Regensburg, 4. und 5. Oktober 2011) nähern sich in großen Schritten. Die Anmeldung ist weiterhin möglich. Im Anschluss an die Veranstaltung findet am 6. Oktober 2011 ein Workshop zum Umgang mit Nutzungsstatistiken bei Repositorien statt. Organisator ist das DFG-Projekt Open-Access-Statistik.

Die Enquete-Kommission „Internet und digitale Gesellschaft“ hat eine Projektgruppe zum Thema „Bildung und Forschung“ eingesetzt. Diese soll sich u. a. mit den Themenfeldern „Digitale Medien in Forschung und Wissenschaft“ sowie „Informations- und Kommunikationstechnologie als Gegenstand von Forschung und Innovation“ befassen. (Via IUWIS.)

Passend zur Research Integrity Conference des Joint Information Systems Committee (JISC), die am Dienstag in London stattfand, hat die der britische Wissenschaftsminister David Willetts angekündigt eine „Working Group on Research Tansparency“ einzusetzen:

The working group, to be chaired by Dame Janet Finch, professor of sociology at Manchester University and independent co-chair of the Council for Science and Technology, will examine how access to research findings can be made more transparent and accessible, taking into account a range of considerations including parallel work on research data and other outputs being conducted by the Royal Society.“

Kurz: „Data-Sharing-Policies“; CiteULike als Repositorium; Forschungsdaten-Symposium; Verwaiste Werke

Zoë Corbyn schreibt in der aktuellen Ausgabe der Nature anhand zwei aktueller Studien (Alsheikh–Ali et al. und Piwowar) über die Herausforderungen und Chancen von „Data-Sharing-Policies“:

„Adherence to data-sharing policies is as inconsistent as the policies themselves.“

CiteULike Gold, der Premiumdienst des webbasierten Literaturverwaltungsdienst, bietet nun eine „Repositorienfunktion“:

„CiteULike Gold users can now make their attachments visible to everyone, e.g., for self-publishing articles.“

Am 29. September 2011 findet an der Universität Potsdam ein interdisziplinäres Symposium zum Umgang mit Forschungsdaten für die Region Berlin-Brandenburg statt. Die Anmeldefrist endet am 15. September 2011.

„ Ziel des Symposiums ist es, die verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen in der Region Berlin-Brandenburg zusammenzubringen, um sich über die übergeordneten Aspekte der Umgangsweise mit Forschungsdaten auszutauschen.“

IUWIS weist auf die öffentliche Sitzung des Rechtsausschuss des Deutschen Bundestages am  19. September 2011 zum Themenkomplex der verwaisten und vergriffenen Werke im Urheberrecht hin und dokumentiert die Stellungnahmen der eingeladenen Sachverständigen.

Kurz: Krebsforscher wünschen Open Access; JISC-Report zu Publikationsgebühren; Start von ELIXIR; Buchmesse

Eingeleitet durch das Präfix „Kurz:“ werde ich in den kommenden Wochen versuchen aktuellen Meldungen rund um das wissenschaftliche Publizieren im Netz kurz und knapp zu dokumentieren.

Im Rahmen des EU-Projektes Eurocancercoms wurde die Einstellung von Krebsforscherinnen und -forschern zu Open Access untersucht:

 „The survey revealed that the internet is used by 94% of cancer researchers for professional activities every day, with the majority accessing PubMed and online journals daily or 2-3 times a week. […] With nearly three quarters of survey respondents having already published work in Open Access journals, the survey indicates a growing acceptance of the OA route to publication. Even more convincing is the finding that 88% of respondents believe that publicly funded research should be made available to be read and used without access barriers.“

JISC hat einen interessanten Workshop-Report zum Umgang mit Open-Access-Publikationsgebühren veröffentlicht: (Dank an Birgit Schmidt für den Hinweis.)

„On 25 May 2011, JISC Collections organised a workshop of publishers, libraries and funders, to discuss the organisational and administrative issues around the transition to open access models for scholarly journal publishing, particularly the future of the hybrid model.“

ELIXIR: Dänemark, Finnland, Großbritannien, Niederlande und Schweden haben gemeinsam mit dem European Molecular Biology Laboratory (EMBL) eine Memorandum of Understanding zur Umsetzung des Infrastrukturvorhabens ELIXIR unterzeichnet:

„ELIXIR is a pan-European initiative to operate a sustainable infrastructure for managing and safeguarding biological information in Europe. It will secure public access to information about the building blocks of life, including genes, proteins and complex networks. This will support life science research and its translation to medicine and the environment, the bio-industries and society to deliver economic growth.“

Im Rahmen der Frankfurter Buchmesse findet am 14. Oktober 2011 ein Symposium zum Thema „Economy and Acceptance of Open Access Strategies“ statt.

Open-Access-Tage 2011: Anmeldung eröffnet

In diesem Jahr finden die Open-Access-Tage bereits zum fünften Mal statt. Gastgeberin ist vom 4. bis 5. Oktober 2011 die Universität Regensburg. Veranstaltet wird die Fachkonferenz von der Informationsplattform open-access.net und ihren Partnern.

Die Konferenz richtet sich an Personen aus Wissenschaft, Wissenschaftsmanagement, Verlagen und Infrastruktureinrichtungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Neben Vorträgen im Plenum besteht in vielen Sessions die Möglichkeit zur Diskussion. Teil der Veranstaltung ist wie in den Vorjahren die Open-Acces-Messe, auf der sich Open-Access-Projekte, -Verlage, -Zeitschriften, -Repositorien und weitere Akteure präsentieren können.

Die Anmeldung ist eröffnet und das Programm wächst und gedeiht. Als Mitglied des Programmkomitees würde ich mich freuen auch einige wisspub-Leserinnen und Leser in Regensburg sehen zu können. (Hashtag: #OAT11)

„What If the Web Really Worked for Science?“

Dieser zentralen Frage geht James Boyle, Jura-Professor und Mitbegründer des Center for the Study of the Public Domain an der Duke Law School in einem kurzweiligen und wenig juristischen Vortrag nach. Auszug:

„The World Wide Web was invented for science. It was invented to help spread scientific research, to connect researchers, to make information search and retrieval global and easy. It has worked, to some extent. But the irony today, is that it is easier to use the Web to search for shoes, books, or porn, than to use it for scientific research. Scholarly articles reporting the results of publicly funded scientific research languish behind paywalls, protected by copyright and digital rights management. Databases are incompatible, and their legal accessibility often unclear.“

Boyle plädiert für die Schaffung eines Anreizsystems, das das „Sharing“ von Wissen und Information im Sinne des Open Access in den Vordergrund stellt und belohnt.  Eine Aufzeichnung seines Vortrags steht bei YouTube (sogar in HD) bereit:

(via Michael Nielsen)

Anhörung der EU-Kommission zu Open Access

Am 30. Mai 2011 fand in Brüssel eine Anhörung der Europäischen Kommission zum Thema „Scientific Information in Europe“ statt. Folgende Themen standen hier im Mittelpunkt:

  • 1. Zugänglichkeit zu wissenschaftlicher Information,
  • 2. Langzeitarchivierung von wissenschaftlichen Ergebnissen,
  • 3. Evaluierung im Wissenschaftssystem,
  • 4. Maßnahmen auf Ebene der Mitgliedstaaten und der EU.

Ziel der Anhörung war, der Kommission Ideen und Anregungen für weitere Maßnahmen in den genannten Themenfeldern zu geben. Im Folgenden seien einige Statements dokumentiert, die mittlerweile im Web veröffentlicht wurden:

Hinweise auf weitere Statements sind willkommen. Gerne aktualisiere ich diese Liste.

Open Access in der deutschen Wissenschaft

Die Kolleginnen Sünje Dallmeier-Tiessen (CERN) und Anja Lengenfelder (MPG) haben eine interessante Analyse der Study of Open Access Publishing (SOAP) veröffentlicht. In ihrem Paper, das Lengenfelder heute auf dem 100. Deutschen Bibliothekartag vorstellte, analysieren die Autorinnen die Einstellung von 3.000 in Deutschland arbeitenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Auszug aus dem Abstract:

Im Ergebnis zeigt sich eine sehr positive Meinung zu Open Access, die sich mit den weltweiten Daten deckt. Ein erheblicher Anteil der in Deutschland arbeitenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hat bereits Erfahrung mit Open Access Publikationen. Die Finanzierung der Publikationsgebühren wird als eines der Haupthindernisse bei der Open Access Publikation angegeben. Verschiedene Finanzierungsquellen werden hierfür genutzt: In Deutschland sind dies, insbesondere bei Angehörigen der außeruniversitären Forschungseinrichtungen, überdurchschnittlich häufig institutionelle Fonds.

Die Daten der gesamten SOAP-Studie mit 38.358 Statements von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern stehen weiterhin unter CC0 zur Nachnutzung bereit.

In diesem Kontext auch der Hinweis auf den Call for Paper der diesjährigen Open-Access-Tage, die vom 4. bis 5. Oktober 2011 an der Universität Regensburg stattfinden. Vortragsvorschläge sind bis zum 8. Juli 2011 willkommen.