Ergebnisse des CREST-Fragenkatalogs zu Open Access und dLZA online

Die Europäische Kommission hat im Juni eine Zusammenfassung der Ergebnisse eines CRESTFragenkatalogs zum Thema Open Access und  digitale Langzeitarchivierung veröffentlicht.

Die Kommission befasst sich seit 2006 mit dem wissenschaftlichen Publikationswesen. Die damals veröffentlichte „Study on the economic and technical evolution of the scientific publication markets in Europe“ (online) und die anschließende öffentliche Konsultation haben einen Prozess ausgelöst, der 2008 zu einem Open-Access-Pilotprojekt im siebten Forschungsrahmenprogramm führte. (Eine Übersicht der Aktivitäten der Kommission findet sich auf deren Website.)

Die nun veröffentlichten Ergebnisse des Fragenkatalogs „Questionnaire To Crest Members And Observers – Summary Of Responses Follow-Up Of The Council Conclusions On Scientific Information In The Digital Age: Access, Dissemination And Preservation (22-23 November 2007,  14865/07)“ bieten eine lesenswerte Zusammenfassung der Aktivitäten in den Feldern Open Access und digitale Langzeitarchivierung in den EU-Mitgliedstaaten.

Mit Blick auf Deutschland werden die Aktivitäten der Schwerpunktinitiative „Digitale Information“ in der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen betont. Weiter werden die Deutsche Initiative für Netzwerkinformation (DINI) und das Kompetenznetzwerk Langzeitarchivierung NESTOR als Akteure benannt. Im Bereich Forschungsdaten wird auf die DOI-Registrierungsagentur der Technischen Informationsbibliothek (TIB) hingewiesen.

Den Mitgliederstaaten werden folgende drei Handlungsfelder vorgeschlagen (S. 3):

Formulate clear and coherent national strategies on access and dissemination:

Where not yet the case, Member States should formulate national strategies on access and dissemination by building on existing initiatives initiated  by other actors. Ideally, these should address open access, copyright, investment in the dissemination of research results, VAT rates for digital subscriptions, repository and interoperability issues, and the inclusion of stakeholders. The development of clear national strategies will facilitate European policy coordination.

Enhance Member State coordination of policies on access and dissemination:

Member States should build on existing coordination initiatives to further enhance the coordination of policies and practices on access and dissemination. Issues to address are open access, improving the transparency of big deals and negotiating contractual arrangements ensuring open access (versus only access  for a limited group of users), and further work towards implementing trans-border interoperability of repositories. The European Commission can assist Member State coordination through support actions.

Member States should ensure that the specificities of scientific information are taken into account within existing national preservation strategies.

In particular, this means addressing the needs of the scientific community and the functioning of the science and research system. Moreover, Member States should invest in raising researchers‘ awareness of the importance of preserving scientific information.

Der Fragenkatalog befasst sich auch mit den Anforderungen an die Kommission aus Sicht der Antwortenden. Die benannten Themen sind vielfältig. Zusammenfassend werden folgende Handlungsfelder benannt (S. 19):

  • Encouraging coordination and cooperation of Member State policies
  • Supporting the further development of a pan-European e-Infrastructure
  • Developing principles on access and dissemination for future EU-funded research, including funding projects experimenting with open access and new publishing business models
  • Developing EU copyright rules for research
  • Supporting provision of access to scientific knowledge produced in developing countries

Der Fragenkatalog wurde von 25 Mitglieder des Scientific and Technical Research Committee (CREST) und 5 sogenannten CREST-Beobachtern beantwortet.

Microsoft veröffentlicht Project Trident

Im Rahmen des diesjährigen Microsoft Research Faculty Summit gab Tony Hey (Microsoft External Research Corporate Vice President) die Veröffentlichung von Project Trident bekannt.

Project Trident, eine „scientific workflow workbench“, vereint ein Set von Tools, das Wissenschaftlern die Analyse umfangreicher Datensätze ermöglichen soll. Zielgruppe sind Anwender in daten-intensiven Disziplinen wie der Astronomie oder den Geowissenschaften.

Project Trident „provides graphical tools for creating, running, managing, and sharing workflows and can run workflows on a Windows HPC Server 2008 cluster.“ (Quelle). In einem White paper aus dem Dezember 2008 werden die Funktionen der Software beschrieben:

  • Automate analysis

  • Visualize and explore data

  • Compose, run, and catalog experiments

  • Create a workflow starter kit that makes it easy for users to extend the functionality of Trident

  • Learn by exploring and visualizing ocean and model data

Die Software wird momentan von der University of Washington im Rahmen der Ocean Observatories Initiative (OOI) verwendet. Einen interessanten Bericht über die Anwendung der Software in der OOI und in anderen Forschungsprojekten bietet Rob Knies.

Neben einem Word 2007 add-in unterstützt Project Trident die Integration in myExperiment, eine virtuelle Arbeitsumgebung, die z.B. die kollaborative Arbeit an einer Versuchsplanung ermöglicht.

Bereits im Mai hatte Microsoft Research mit Zentity eine „research-output repository platform“ veröffentlicht.

Technische Angaben und Download.

Video Abstracts – neue Kanäle der Wissenschaftskommunikation?

Angeregt durch einen Beitrag von Gavin Baker über Quantiki Video Abstracts in den Open Access News habe ich mich etwas näher mit der Audiovisualisierung wissenschaftlicher Zeitschriftenaufsätze befasst.

Das Konzept des so genannten Video Abstracts ist simpel: In einem kurzen Videobeitrag stellt ein Autor einen von ihm verfassten Artikel vor. Falls der Zuschauer den Beitrag als relevant einstuft, hat er die Möglichkeit den Volltext in aller Ausführlichkeit zu studieren.

John F. Kuemmerle, Online-Editor der Zeitschrift Gastroenterology der American Gastroenterological Association (AGA) betont das Potenzial des Video Abstracts. Dieser, so Kuemmerle, biete u.a. die Chance die Motivation eines Wissenschaftlers an seiner Forschungsarbeit zu beschreiben. So fördert der Video Abstract die Möglichkeit, jenseits der häufig engen Autoren-Richtlinien, bestimmte Aspekte einer Forschungsarbeit zu betonen. Typisch für den Video Abstract ist die Verwendung von Folien, Tafeln und anderen Hilfsmittel, welche z.B. dazu dienen Formeln oder Grafiken darzustellen.

Im YouTube Channel der AGA, der seit Mitte Februar 2009 existiert und als Plattform für die Video Abstracts der beiden Zeitschriften der AGA Clinical Gastroenterology and Hepatology und Gastroenterology genutzt wird, sind bereits 5 Video Abstracts online (Stand: 21.05.2009). In der Beschreibung der Videos wird auf den jeweiligen Artikel gelinkt.

Ein weiteres Beispiel ist die Elsevier-Zeitschrift Journal of Number Theory: Auch hier werden die Video Abstracts über einen YouTube Channel publiziert. Der Channel startete im April 2008. Bereits 19 Video Abstracts stehen dem Zuschauer zur Verfügung (Stand: 21.05.2009). Auch hier wird in der Beschreibung eines Videos auf den jeweiligen Artikel gelinkt. Interessant ist, dass wiederum auch im Abstract der Aufsätze auf ScienceDirect auf den jeweiligen Video Abstract verwiesen wird (Beispiel).

An der ETH Zürich wird das Konzept des Video Abstracts von dem Lehrstuhl für Strategisches Management und Innovation unterstützt. Angehörige des Lehrstuhls präsentieren ihre Papers auf einer Webseite des Instituts. Leider sind, außer Angaben zu Titel und Autor, keine bibliographischen Daten zu den jeweiligen Publikationen vorhanden, so dass der Zuschauer selbst nach der vorgestellten Publikation recherchieren muss.

Ein weiteres Beispiel ist Quantiki, einem Wiki für Physiker. In diesem werden die Video Abstracts nutzerfreundlich präsentiert: Per arXiv-ID ist der unkomplizierte Zugriff auf die Open-Access-Publikationen möglich.

Die Beispiele zeigen, dass der Video Abstract interdisziplinär die Chance bietet wissenschaftliche Inhalte audiovisuell zu vermitteln. Die Anwendungsmöglichkeiten sind vielseitig. Abzuwarten bleibt, ob in Zukunft auch Verlagsplattformen eigene Tools zur Erstellung von Video Abstracts bereitstellen. Die bisherigen Video Abstracts lassen auf eine spannende Entwicklung schließen.

Forschungsverbund Interactive Science

Auch in einer digitalen Welt fühlt man sich als netzaffiner Wissenschaftler bisweilen wie mit Scheuklappen bestückt. So zum Beispiel heute morgen, als mir Christina Weyher, Projektmanagerin beim MPG-Publikationsportal Living Reviews, einen Hinweis auf den Forschungsverbund Interactive Science per Mail schickte. Die in den einzelnen Teilprojekten untersuchten Aspekte digitaler Kommunikation unter Wissenschaftlern haben klare Bezugspunkte zu Fragen, mit denen ich mich in der letzten Zeit auch ausgiebig beschäftigt habe. Vielleicht bietet sich ja in Zukunft einmal die Gelegenheit zu einem Gedankenaustausch, etwa am 24 Juni in Köln?

Übersicht: Positionen zu Open Access in Deutschland (in Auswahl)

Im Fahrwasser einer emotionalen Diskussion um Googles Digitalisierungsprogramm wurde in den letzten Monaten eine Vielzahl von irreführenden und falschen Informationen zum Thema Open Access verbreitet.
So wird der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen in dem sogenannten „Heidelberger Appell“ unterstellt, die Wissenschaftsfreiheit in grundgesetzwidriger Weise zu beschneiden, indem sie beabsichtige wissenschaftliche Autorinnen und Autoren zu Open Access zu verpflichten.
Die Partnernorganisationen in der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen haben diese Unterstellung in einer gemeinsamen Stellungnahme zurückgewiesen.

Hintergrund der Unterstellung ist die Schwerpunktinitiative „Digitale Information“. In dieser haben die Partnerorganisationen in der Allianz beschlossen ihre Aktivitäten im Bereich der digitalen wissenschaftlichen Informationssysteme bis 2012 zu intensivieren.
Ein Blick in das Leitbild der Initiative zeigt, dass die in dem „Heidelberger Appell“ erhobenen Vorwürfe fehlerhafte Interpretationen sind.

Seit 2004 haben in Deutschland etwa 10 Hochschulen und Forschungseinrichtungen empfehlende Richtlinien zu Open Access erlassen. Keine dieser Richtlinien verpflichtet zu Open Access, sie alle haben ausschließlich empfehlenden Charakter:

Institution Auszug Jahr
Helmholtz-Gemeinschaft „Publikationen aus der Helmholtz-Gemeinschaft sollen künftig ohne Ausnahme kostenlos zugänglich sein, soweit nicht ausdrückliche Vereinbarungen mit Verlagen und anderen dem entgegenstehen.“

Quelle

2004
Georg-August-Universität Göttingen „Den wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Universität wird empfohlen, sich an der Entwicklung von Open Access zu beteiligen.“

Quelle

2005
Universität Bielefeld „Das Rektorat der Universität Bielefeld fordert die wissenschaftlichen Autoren der Universität nachdrücklich auf, alle veröffentlichten, wissenschaftlich referierten Artikel (sog. „Postprint-Versionen“) als Kopie auf dem wissenschaftlichen Publikationenserver (BiPrints, ehemals: e-Scholarship Repository) der Universität abzulegen, soweit rechtliche Bedenken der Verlage nicht entgegenstehen.“

Quelle

2005
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) „Die DFG erwartet, dass die mit ihren Mitteln finanzierten Forschungsergebnisse publiziert und dabei möglichst auch digital veröffentlicht und für den entgeltfreien Zugriff im Internet (Open Access) verfügbar gemacht werden. Die entsprechenden Beiträge sollten dazu entweder zusätzlich zur Verlagspublikation in disziplinspezifische oder institutionelle elektronische Archive (Repositorien) eingestellt oder direkt in referierten bzw. renommierten Open Access Zeitschriften publiziert werden.“

Quelle

2006
Humboldt-Universität zu Berlin „Die Humboldt-Universität empfiehlt deshalb allen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, ihre Beiträge in Open-Access-Journalen einzureichen sowie Monographien und Sammelwerke auf Open-Access-Plattformen zu veröffentlichen.“

Quelle

2006
Universität Potsdam „Der Senat begrüßt es, dass eine wachsende Zahl von Wissenschaftlern der Universität Potsdam alle veröffentlichten, wissenschaftlich referierten Artikel (sog. „Postprint-Versionen“) als Kopie auf dem wissenschaftlichen Publikationsserver, dem institutionellen Repositorium der Universität ablegt. Der Senat regt an, dass alle Wissenschaftler diesem Beispiel folgen, soweit rechtliche Bedenken der Verlage nicht entgegenstehen.“

Quelle

2006
Leibniz-Gemeinschaft „Forschungsergebnisse aus der Leibniz-Gemeinschaft sollten möglichst digital publiziert werden und frei zugänglich sein. Veröffentlichungsform, -ort und -weise sind den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern freigestellt. Empfohlen wird die Publikation von Forschungsergebnissen nach dem Open-Access-Modell.“

Quelle

2007
Freie Universität Berlin „Das Präsidium und der Akademische Senat der Freien Universität Berlin empfehlen daher allen Universitätsangehörigen, ihre Forschungsergebnisse und wissenschaftlichen Arbeiten auf Open-Access-Dokumentenservern zu archivieren oder in Open-Access-Zeitschriften zu veröffentlichen.“

Quelle

2008
Fraunhofer-Gesellschaft „Die Fraunhofer-Gesellschaft unterstützt uneingeschränkt die Publikation in anerkannten, begutachteten Open Access-Zeitschriften oder auf einer anderen Open Access-Plattform.“

Quelle

2008

Die Universität Düsseldorf auf Twitter

Es geht zwar bei dieser Meldung streng genommen nicht um wissenschaftliche Kommunikation (also Kommunikation unter Wissenschaftlern), sondern eher um Wissenschaftskommunikation (Kommunikation zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit), und zudem handelt es sich noch um einen Beitrag in eigener Sache, aber ich denke, die Information ist dennoch einen kurzen Post wert: seit gestern Vormittag twittert die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, wenn auch nur strikt inoffiziell*.

Ich habe mir erlaubt, die bereits vorhandenen Feeds verschiedener Uni-Einrichtungen via Twitterfeed.com an einen neuen Twitter-Account zu hängen, damit man sich schnell und bequem einen Überblick darüber verschaffen kann, was an der HHU aktuell so alles geschieht. Leider können im Moment nur die Feeds der Pressestelle und des ZIM aggregiert werden, da die Fakultäten zwar Nachrichten anbieten, dies aber (noch) nicht im RSS- oder Atom-Format tun. Die Universitäts- und Landesbibliothek und die Juristische Fakultät besitzen zwar Newsfeeds, diese sind aber nicht mit Twitterfeed.com kompatibel (d.h. vermutlich nicht standardkonform). Trotzdem, ein Anfang ist gemacht – es können problemlos weitere Feeds ’nachgerüstet‘ werden.

Möglicherweise ist die HHU damit die erste Uni in Deutschland die twittert (ich habe allerdings nur sehr oberflächlich recherchiert), aber auch falls nicht und jenseits jeglichen Web 2.0-Hypes ergeben sich ganz praktische Vorteile aus dem gesamtuniversitären Gezwitscher:

  • die zahlreichen atomisierten Nachrichtenkanäle der Uni (auf den Ebenen Rektorat, Fakultäten, zentrale Einrichtungen, Institute….) werden an einer Stelle zentral zusammengefasst,
  • die Meldungen sind auch mobil auf jedem Twitter-fähigen Endgerät abrufbar und nicht mehr nur über die Website der jeweiligen Einrichtung zu erreichen,
  • die Meldungen sind knapp und ‚überfliegbar‘, wodurch man zeitsparend auf den aktuellsten Informationsstand gelangt und
  • die Uni kann einen direkte(re)n Kontakt zu Mitarbeitern, Studenten, Journalisten usw. herstellen.

Und auch wenn dies nur meiner eigenen Informationsversorgung dient – was für CNN oder die Indiana University funktioniert, das kann auch für die Alma Mater der Bundesministerin für Bildung und Forschung kaum schlecht sein.

* Auf twitter.com/hhuduesseldorf werden ausschließlich offizielle Meldungen von Uni-Seiten automatisch zusammengefasst und wiedergegeben, allerdings ist der Account von mir auf eigene Initiative hin eingerichtet worden. Es handelt sich nicht um einen offiziellen Dienst der Pressestelle.

Den Teufel mit dem Beelzebub austreiben?

Einerseits trägt das web zum „information overflow“ bei, andererseits stellt es auch Lösungen dieses Problems bereit: „collaborative filtering“ und „crowdsourcing“ sind nur zwei Schlagworte, um ein Phänomen zu benennen, das vielleicht am besten anhand von Beispielen beschrieben werden kann.

In den meisten Bereichen der Physik ist der preprint server arXiv mittlerweile das Publikationsmedium. Unabhängig davon, ob ein paper irgendwann einmal in einem traditionellen Journal erscheinen wird – auf arXiv erscheint es zuerst.

Durch diese Stellung sind die Zahlen der Veröffentlichungen auf arXiv immens gestiegen; so daß es in manchen Gebieten der Physik nicht mehr möglich ist, alle neuen papers im Blick zu behalten – ein klassischer Fall von „information overflow“.

„Kobra – übernehmen Sie!“ – ein Fall für „crowdsourcing“ – und zwar mit blogs. Einem Vorbild am Canadian Institute for Theoretical Astrophysics folgend, nutzt das Albert Einstein Institut ein blog – das von der MPDL betrieben wird – um relevante neue arXiv papers für/durch die gravitational waves community zu filtern. Als „Zugeständnis“ an den traditionellen Forschungsbetrieb werden alle drei Monate die abstracts der ausgewählten preprints – angereichtert mit einem zusätzlichen Artikel – als newsletter veröffentlicht.

Ob sich diese Art „low-tech overlay journal“ bewähren wird, oder sich sogar als Beispiel von „worse is better“ gegen overlay journal Systeme mit „echten“ peer review Funktionalitäten durchsetzt, wird interessant zu beobachten sein.

Open Access Week 2009

Während der Open Access Day 2008 in Deutschland, auf Grund seiner zeitlichen Nähe zu den Open-Access-Tagen 2008 und der kurzfristigen Terminplanung nur von wenigen Institutionen begangen wurde, bietet die in diesem Jahr auf eine Woche ausgedehnte Open Access Week 2009 die Möglichkeit einer breiten Partizipation.

Open Access Week 2009Die internationale Aktionswoche findet vom 19. – 23. Oktober 2009 statt. Ziel der Open Access Week ist es, das Thema Open Access umfassend zu kommunizieren. Wissenschaftlichen Einrichtungen bietet sich die Möglichkeit im Rahmen von Aktionen und Veranstaltungen für Open Access zu werben. Die internationale Open Access Week wird von SPARC (Scholarly Publishing & Academic Resources Coalition), PLoS (Public Library of Science), Students for FreeCulture, OASIS (Open Access Scholarly Information Sourcebook), Open Access Directory (OAD) und eIFL.net (Electronic Information for Libraries) organisiert.

Rückblick

Ein Blick auf die letztjährigen Aktivitäten zeigt die vielfältigen Möglichkeiten der Teilnahme. Das Open Access Directory (OAD) gibt einen guten Überblick über die damaligen Aktionen. 120 Organisationen aus rund 30 Ländern haben sich an dem Open Access Day 2008 beteiligt. Neben einer Vielzahl von Beiträgen in Blogs wurden Events wie Informationsveranstaltungen, Workshops und Podiumsdiskussionen organisiert.
Das litauische Research Libraries Consortium veranstaltete z.B. in Kooperation mit dem dortigen Wissenschaftsministerium und dem Center for Quality Assessment in Higher Education eine Seminar zum Thema Qualitätssicherung in Open-Access-Publikationen („Mokslinės informacijos kokybės užtikrinimas atvirosios prieigos šaltiniuose“). In Südafrika sammelte die University of Pretoria Statements ihrer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu Open Access und präsentierte diese am Open Access Day. Weiter wurden Webcasts (u.a. mit Nobelpreisträger Richard Roberts) und Videos produziert, die in vielen Forschungseinrichtungen vorgeführt wurden.

Aktuelle Planungen

In Deutschland wurden auf dem 2. oa-net-workshop im Januar 2009, neben der Vorstellung der Aktionswoche, bereits erste Ideen für Aktivitäten im Rahmen der Open Access Week gesammelt. Diese Ideensammlung steht auf der Informationsplattform open-access.net bereit. Die Sammlung zeigt die Vielzahl von Möglichkeiten der Beteiligung. Weiter wurde ein Koordinationsteam gebildet, welches u.a. Öffentlichkeitsarbeit für die Aktionswoche betreibt.

Um die Open Access Week 2009 zu einem weltweiten Erfolg werden zu lassen, empfiehlt es sich frühzeitig die lokalen Weichen zu stellen: Ideen entwickeln, Räume reservieren, Referentinnen und Referenten ansprechen, Aktionen kommunizieren usw.

Auf der internationalen Website der Open Access Week stehen nachnutzbare Materialien wie z.B. Poster, PowerPoint- und Word-Vorlagen sowie Webbanner zum download bereit.

Weitere Ideen zu der Open Access Week 2009 können gerne als Kommentar zu diesem Beitrag beschrieben und diskutiert werden.