YouTube für Wissenschaftler

SciVee kann man getrost als YouTube für Wissenschaftler bezeichnen – eigentlich sogar als  „YouTube Enhanced“:  Wissenschaftler können Texte einstellen und ihre Thesen in einem Videovortrag darlegen, User können zu den Dokumenten und Videos Kommentare und Bewertungen verfassen – womit SciVee auch das Prinzip einer Open Review anwendet.  SciVee ging aus einer Kooperation der National Science Foundation, der Public Library of Science PLoS und dem San Diego Supercomputing Center hervor. Nähere Informationen dazu findet man in einem älteren Telepolis-Artikel: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/26/26011/1.html

Weniger der Zirkulation neuer wissenschaftlicher Ideen als der Verbreitung audiovisueller Lehrmaterialien dient yovisto. Yovisto macht vorrangig Materialen deutsch- und englischsprachiger Universitäten entgeltfrei zugänglich, scheint aber auch für andere Initiativen offen: so finden sich neben den knapp  2.500 Videos der Berkeley University auch cirka 190 Vorträge des Chaos Communication Congress der Jahre 2007 bis 2009.

Rückblick auf die APE 2010

Unternehmensberater Ehrhardt F. Heinold hat in seinem Blog einige lesenswerte Eindrücke der diesjährigen „Academic Publishing in Europe“ (APE 2010) Konferenz festgehalten. Neben einer Zusammenfassung der diskutierten Themen kommentiert er die Entwicklungen der letzten Jahre:

Viele Verlage haben Fehler gemacht, sie haben eine teilweise kundenunfreundliche Preis- und Lizenzpolitik verfolgt (gegenüber ihrer Hauptkundengruppe Bibliotheken), sie haben ihre Leistungen (gegenüber Kunden und der Politik) nicht ausreichend erklärt, und sie haben sich nicht genügend um die Kunden und ihre Bedürfnisse gekümmert (Autoren, Leser, Bibliotheken). Das hat sich geändert. Der Dialog hat längst begonnen. Open Access taugt nicht mehr als Feindbild.

Weiter findet sich auf boersenblatt.net eine interessante Zusammenfassung der Konferenz, die in ihrem fünften Jahr unter dem Motto „Researchers, Librarians & Publishers“ stand.

Österreichische Universitätenkonferenz: Empfehlungen zu Open Access

Die Österreichische Universitätenkonferenz (uniko) hat am 12.01.2010 Empfehlungen zu Open Access verabschiedet. In diesen werden zu den Handlungsfeldern Bewusstseinsbildung, Repositorien, Qualitätssicherung und Informationspolitik Empfehlungen formuliert.

Die Empfehlungen sollen die österreichischen Universitäten bei ihrer Open-Access-Politik unterstützen.

Auszug aus den „Empfehlungen an die Universitäten“ (S. 2):

Die Österreichische Universitätenkonferenz empfiehlt ihren Mitgliedern, ein Bewusstsein für Open Access unter ihren Studierenden, Projektmitarbeiter/innen, wissenschaftlichen Mitarbeiter/innen und Professoren/innen zu schaffen und somit den Übergang zum Open Access-Paradigma zu unterstützen.

[via medinfo]

PANGAEA und Elsevier kooperieren

Robert Huber weist auf Stratigraphy.net internals auf die jüngst gestartete Kooperation zwischen dem Forschungsdaten-Repositorium Publishing Network for Geoscientific & Environmental Data (PANGAEA) und Elseviers Zeitschriftenplattform ScienceDirect hin.

Das Forschungsdaten-Repositorium, das vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) und vom Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen MARUM betrieben wird, macht geowissenschaftliche Daten im Sinne des Open Access nachnutzbar. Dabei referenziert PANGAEA in den Metadaten eines gespeicherten Datensatzes immer auch auf Zeitschriften-Aufsätze, die auf Grundlage dieses Datensatzes entstanden sind. Weiter sind alle gespeicherten Forschungsdaten über einen Digital Object Identifier (DOI) dauerhaft adressierbar.

Neu ist nun, dass auch von der Zeitschriftenplattform ScienceDirect (Elsevier) auf in PANGAEA gespeicherte Datensätze verlinkt wird: Beim Zugriff auf die Eingangsseite eines geowissenschaftlichen Artikels in ScienceDirect prüft die Zeitschriftenplattform, ob zu der jeweiligen Publikation ein Datensatz in PANGAEA gespeichert ist. Ist dies der Fall, erscheint das PANGAEA-Logo mit dem Hinweis „Supplementary Data“.

Beispiel:

  • Verlinkung in ScienceDirect (doi:10.1016/j.marmicro.2007.09.002)
  • Verlinkung in PANGAEA (doi:10.1594/PANGAEA.676719)

Diese Kooperation, (die selbst nicht Teil der Elsevier-Initiative „Article of the Future“ ist), kann gut und gerne als zukunftsweisend bezeichnet werden, da somit, dank DOI, die Verbindung zwischen wissenschaftlichen Daten und den auf ihnen basierenden Text-Publikationen geschaffen wird.

Hintergrund: Die persistente Adressierung von Forschungsdaten wurde im Rahmen des STD-DOI-Projektes erfolgreich erprobt und wird aktuell im Rahmen der DataCite-Initiative weitergeführt.

Update, 01.03.2010: Schreibfehler korrigiert (PANGAEA statt PANGEA).

Interview mit Lars Fischer zur Open-Access-Petition

Die öffentliche Petition „Wissenschaft und Forschung – Kostenloser Erwerb wissenschaftlicher Publikationen“, die Lars Fischer am 20.10.2009 an den Deutschen Bundestag richtete, erzeugt eine wachsende Diskussion über Open Access.

Bereits über 10.000 Personen haben die Petition unterzeichnet. Sie wird u.a. von dem Aktionsbündnis „Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft“ und der Piratenpartei unterstützt.

Der Initiator Lars Fischer hatte den Petitionstext bereits im August in seinem Blog zur Diskussion gestellt. Lars Fischer ist 31. Er lebt und arbeitet in Heidelberg, ist studierter Chemiker und als Wissenschaftsjournalist für die Blogplattform SciLogs.de des Verlags Spektrum der Wissenschaft tätig. Sein eigenes Blog nennt sich Fischblog.

Cornelius Puschmann und ich haben Lars Fischer einige Fragen zu seiner Petition gestellt.

1. Welche Relevanz hat das Thema Open Access für Sie?

Ich beobachte schon seit einiger Zeit die Entwicklungen auf diesem Gebiet. Open Access ist für jeden relevant, der sich für Wissenschaft interessiert.Wissenschaft lebt von Offenheit, zum einen zwischen den Wissenschaftlern untereinander, aber eben auch nach außen.

Ich bin der Auffassung, dass viele Wissenschaftler speziell in Deutschland den Strukturwandel im Wissenschaftlichen Publikationswesen verschlafen und in Gefahr laufen, international den Anschluss zu verlieren.

2. Wie kam es zu der Idee eine Petition bezüglich Open Access einzureichen?

Am Anfang der Idee stand der „Heidelberger Appell“, ein Propagandapamphlet gegen Open Access, dem die Medien aus nicht nachvollziehbaren Gründen große Aufmerksamkeit geschenkt haben. Ich war, wie viele Wissenschaftler aus meinem Umfeld, der Meinung, dass man einen solchen Text nicht unwidersprochen im Raum stehen lassen kann.

Der eigentliche Auslöser war allerdings ein Interview, das ich auf dem Nobelpreisträger-Treffen in Lindau mit Bora Zivkovic vom bislang erfolgreichsten Open-Access-Journal PLoS ONE geführt habe

3. Wie sind die bisherigen Reaktionen?

Die Petition ist auf eine für so ein Spezialthema bemerkenswerte Resonanz gestoßen. Allein in der ersten Woche haben 10.000 Menschen unterzeichnet, und es werden immer mehr. Das Aktionsbündnis „Urheberrecht für Wissenschaft und Bildung“ unterstützt das Anliegen genauso wie diverse Universitätsbibliotheken, aber eben auch viele Privatpersonen. Die Petition scheint einen Nerv getroffen zu haben.

4. Wie beurteilen Sie den Umgang mit Open Access in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern? Gibt es Fächer- oder Wissenschaftskulturen, die Open Access aus Ihrer Sicht eher kritisch gegenüberstehen?

Open Access hat es in Deutschland möglicherweise etwas schwerer als anderswo, weil die Diskussion gerade in den Massenmedien oft von einer habituellen Internetfeindlichkeit vernebelt wird. Und nicht zuletzt auch, weil die Forscher hierzulande sehr zurückhaltend sind, was derartige neue Entwicklungen angeht. Da ist man anderswo offener. Aber Wissenschaftler sind insgesamt eher konservativ, nicht nur in Deutschland, und deswegen stehen dem Trend zu Open Access überall erhebliche Beharrungskräfte in der Wissenschaft und dem Publikationswesen entgegen.

Der Erfolg, den Open Access international in den letzten Jahren hatte, ist nicht selbstverständlich und zeugt von der enormen Durchsetzungskraft, die der Gedanke im Zusammenhang mit neuen technischen Möglichkeiten entfaltet.

Vielen Dank für das Interview.

Ein weiteres lesenswertes Interview mit Lars Fischer hat Richard Poynder in Rahmen der Interview-Reihe „Open and Shut?“ veröffentlicht.

Die Petition kann noch bis zum 22.12.2009 unterzeichnet werden.

Update 27.08.2011:

Zum weiteren Verlauf der Petition siehe Teil 2 des Interviews.

JISC-Studie zum Thema Open Science

Liz Lyon (University of Bath) hat einen spannenden Consultative Report für das Joint Information Systems Committee (JISC) zum Thema Open Science veröffentlicht:

Lyon, L.: Open Science at Web-Scale. Optimising Participation and Predictive Potential Consultative Report, 2009. Online.

Inhalt:

„This report has attempted to draw together and synthesise evidence and opinion associated with data-intensive open science from a wide range of sources. The potential impact of data-intensive open science on research practice and research outcomes, is both substantive and far-reaching. There are implications for funding organisations, for research and information communities and for higher education institutions.“

In der Zusammenfassung werden sechs „Consultation Challenge“ benannt, die zentrale Herausforderungen im Themenfeld Open Science beschreiben:

1. Scale, Complexity and Predictive Potential
2. Continuum of Openness
3. Citizen Science
4. Credentials, Incentives and Rewards
5. Institutional Readiness and Response
6. Data Informatics Capacity and Capability

Besonders interessant ist dabei der Fokus auf dem Thema „Citizen Science“.

Frage an die Leserinnen und Leser: Gibt es bereits eine Zusammenfassung deutscher „Citizen Science“ Programme?

ERAB über E-Science und Open Access

Der Beirat für den Europäischen Forschungsraum (ERAB) greift in seinem „First Report of the European Research Area Board“ Themenfelder der Wissenschaftskommunikation auf.

In der Publikation „Preparing Europe for a New Renaissance – A Strategic View of the European Research Area“ (PDF) werden die Themen Open Access, E-Science und Science 2.0 thematisiert.

Im Kapitel 3 „An ERA based on a shared responsibility between science, policy and society“ wird Open Access als ein Milestone genannt (S. 18):

All outputs of public, non-military funded research will be available via ‘open access’ to all concerned and interested.

Im Kapitel 5 „An ERA to deliver excellence“ werden unter dem  Stichwort E-Science die Herausforderungen im Umgang mit Forschungsdaten aufgriffen. Weiter wird auch der Terminus Science 2.0 erwähnt (S. 25).

The changing internal dynamics of science challenge the way we reward excellence. ‘E-science’ transforms how researchers gather data, store them, search them, share them and publish them. Efficiency rises and simulation becomes routine. Science 2.0 is already a term coined, by analogy to the social networking methods of Web 2.0, to describe this new scientific revolution. At the same time, the provenance and curation of data is already becoming a major issue. The questions, ‘Who holds the truth in a virtual research environment?’ and, ‘How to determine excellence in an environment of abundance (of data, researchers, publication outlets, etc.)’ imply an ever-greater need for an ethical charter that binds researchers to a common set of principles.

Das Thema E-Science wird auch im Kapitel 2 „An ERA driven by societal needs“ behandelt. Hier wird die Bedeutung von E-Science-Werkzeugen in einem Milestone festgehalten (S. 16):

The tools of ‘e-science’ are deployed throughout the ERA, permitting international collaboration so that all researchers will see themselves as part of the global research system.

ERAB ist das Nachfolgegremium des Europäischen Forschungsbeirats (EURAB). ERAB wurde von der Europäischen Kommission 2008 ins Leben gerufen. Der ERAB berät die Kommission bei der Gestaltung des Europäischen Forschungsraums.

European Research Area Board: Preparing Europe for a New Renaissance. A Strategic View of the European Research Area. First Report of the European Research Area Board, 2009. Online.

RIN/JISC-Studie zum wissenschaflichen Publikationsverhalten

Das Research Information Network (RIN) und das Joint Information Systems Committee (JISC) haben eine lesenswerte Studie zum wissenschaftlichen Publikationsverhalten in Großbritannien veröffentlicht: Communicating knowledge. How and why UK researchers publish and disseminate their findings (Website).

Die Studie widmet sich folgenden drei Themenfeldern (S. 9):

1. Publication and dissemination behaviour
2. Citation behaviour
3. The perceived influence of research assessment (past and anticipated)

Die Ergebnisse der Studie werden in vier Kernaussagen zusammengefasst:

1. Researchers need better guidance on the value of different communication channels

2. The attribution and listing of multiple authors varies widely between disciplines

3. Citation behaviour and motivations are related to research discipline and the researcher’s age or experience

4. The influence of the Research Assessment Exercise (RAE) is a major concern for researchers

Auch die Themen Blogging und Open Access werden unter die Lupe genommen:

Only a relatively small minority of researchers, however, as yet make much use of open access repositories, or of blogs, wikis and other web-based tools to publish and disseminate their work. For those who do use open access repositories, it is notable that the key influences are the desire to reach key audiences speedily: funder requirements have relatively little influence. (S. 42)

Eine Zusammenfassung der Studie gibt es auch als Podcast.

Deutschsprachige Blogs zum Thema Open Access

Im Folgenden soll ein Verzeichnis deutschsprachiger Blogs und Nachrichtenangebote entstehen, die sich – auch abseits des Heidelberger Appells – regelmäßig mit dem Themenfeld Open Access befassen.

Hinweise auf weitere Blogs und Nachrichtenangebote sind in den Kommentaren willkommen.

1. Blogs

Archivalia: Seit 2003 existierendes Gemeinschaftsblog zum Thema Archivwesen. In der Rubrik Open Access bloggt Klaus Graf rund um das Thema. Link: Rubrik Open Access

IBI-Weblog: Das Weblog des Instituts für Bibliotheks- und Informationswissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin informiert seit 2003 über aktuelle Entwicklungen aus dem bibliothekarischen Feld und angrenzenden Themengebieten. Auch über Open Access wird gebloggt. Link: Kategorie Open Access

Infobib: Das Gemeinschaftsblog Infobib existiert seit 2006. In der Kategorie Open Access informiert meist Christian Hauschke zum Thema. Links: Rubrik Open Access

IUWIS-Webblog:  Das 2009 gestartete DFG-geförderte Projekt „Infrastruktur Urheberrecht für Wissenschaft und Bildung“ widmet sich dem Aufbau einer Informationsplattform zu urheberrechtlichen Rahmenbedingungen für Wissenschaft und Bildung. Das Blog des Projektes befasst sich auch mit Open Access. Link: Thema Open Access

Medinfo: 2004 gestartetes Gemeinschaftsblog, welches sich mit dem Informationswesen in der Medizin befasst. Speziell Oliver Obst bloggt über das Thema Open Access. Link: Kategorie Open Access

Netbib-Weblog: Seit 2002 widmet sich das Gemeinschaftsblog bibliothekarischen Themen. Dabei wird auch das Themenfeld Open Access behandelt. Link: Kategorie Open Access

Open-Access-Netzwerk: Das von der DFG geförderte Projekt Open-Access-Netzwerk (OA-Netzwerk) bloggt seit 2009. Das Blog informiert über Hintergründe und aktuelle Entwicklungen aus dem Projekt. Link: Blog

Wissenschaftsurheberrecht: Blog von Eric W. Steinhauer, das sich seit 2008 mit dem Themenfeld Urheberrecht in der Wissenschaft befasst. Die Beiträge berühren häufig Open Acces relevante Themen. Einige weitere Beiträge des Autors zu Open Access finden sich in dessen weiterem Blog Skriptorium (Tag: Open Access). Link: Tag Open Access

Wisspub.net: 2009 gestartetes Gemeinschaftsblog zum Thema Wissenschaftskommunikation, welches auch das Thema Open Access behandelt. Link: Kategorie Open Access

Zugang zum Wissen Journal: Seit 2006 bloggt Eberhard R. Hilf über Open Access. Link: Blog

2. Newsletter und andere Nachrichtenangebote:

Deutsche Initiative für Netzwerkinformation (DINI): Die DINI-Website informiert über aktuelle Entwicklungen im Feld der wissenschaftlichen Informations- und Kommunikationstechnologie und angrenzende Felder, so auch über Open Access. Link: Nachrichten

Helmholtz Open Access Newsletter: Seit 2006 informiert der Newsletter über Open Access. Herausgeber ist das Open Access Projekt der Helmholtz-Gemeinschaft. Links: Newsletter

Informationsplattform open-access.net: Die DFG-geförderte Informationsplattform informiert seit 2007 umfassend über das Thema Open Access. Aktuelle Nachrichten zum Thema sind unter dem Menüpunkt News zu finden. Links: News

[Grafik: francescopozzi]

Ergebnisse des CREST-Fragenkatalogs zu Open Access und dLZA online

Die Europäische Kommission hat im Juni eine Zusammenfassung der Ergebnisse eines CRESTFragenkatalogs zum Thema Open Access und  digitale Langzeitarchivierung veröffentlicht.

Die Kommission befasst sich seit 2006 mit dem wissenschaftlichen Publikationswesen. Die damals veröffentlichte „Study on the economic and technical evolution of the scientific publication markets in Europe“ (online) und die anschließende öffentliche Konsultation haben einen Prozess ausgelöst, der 2008 zu einem Open-Access-Pilotprojekt im siebten Forschungsrahmenprogramm führte. (Eine Übersicht der Aktivitäten der Kommission findet sich auf deren Website.)

Die nun veröffentlichten Ergebnisse des Fragenkatalogs „Questionnaire To Crest Members And Observers – Summary Of Responses Follow-Up Of The Council Conclusions On Scientific Information In The Digital Age: Access, Dissemination And Preservation (22-23 November 2007,  14865/07)“ bieten eine lesenswerte Zusammenfassung der Aktivitäten in den Feldern Open Access und digitale Langzeitarchivierung in den EU-Mitgliedstaaten.

Mit Blick auf Deutschland werden die Aktivitäten der Schwerpunktinitiative „Digitale Information“ in der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen betont. Weiter werden die Deutsche Initiative für Netzwerkinformation (DINI) und das Kompetenznetzwerk Langzeitarchivierung NESTOR als Akteure benannt. Im Bereich Forschungsdaten wird auf die DOI-Registrierungsagentur der Technischen Informationsbibliothek (TIB) hingewiesen.

Den Mitgliederstaaten werden folgende drei Handlungsfelder vorgeschlagen (S. 3):

Formulate clear and coherent national strategies on access and dissemination:

Where not yet the case, Member States should formulate national strategies on access and dissemination by building on existing initiatives initiated  by other actors. Ideally, these should address open access, copyright, investment in the dissemination of research results, VAT rates for digital subscriptions, repository and interoperability issues, and the inclusion of stakeholders. The development of clear national strategies will facilitate European policy coordination.

Enhance Member State coordination of policies on access and dissemination:

Member States should build on existing coordination initiatives to further enhance the coordination of policies and practices on access and dissemination. Issues to address are open access, improving the transparency of big deals and negotiating contractual arrangements ensuring open access (versus only access  for a limited group of users), and further work towards implementing trans-border interoperability of repositories. The European Commission can assist Member State coordination through support actions.

Member States should ensure that the specificities of scientific information are taken into account within existing national preservation strategies.

In particular, this means addressing the needs of the scientific community and the functioning of the science and research system. Moreover, Member States should invest in raising researchers‘ awareness of the importance of preserving scientific information.

Der Fragenkatalog befasst sich auch mit den Anforderungen an die Kommission aus Sicht der Antwortenden. Die benannten Themen sind vielfältig. Zusammenfassend werden folgende Handlungsfelder benannt (S. 19):

  • Encouraging coordination and cooperation of Member State policies
  • Supporting the further development of a pan-European e-Infrastructure
  • Developing principles on access and dissemination for future EU-funded research, including funding projects experimenting with open access and new publishing business models
  • Developing EU copyright rules for research
  • Supporting provision of access to scientific knowledge produced in developing countries

Der Fragenkatalog wurde von 25 Mitglieder des Scientific and Technical Research Committee (CREST) und 5 sogenannten CREST-Beobachtern beantwortet.