Open Access: Zweitveröffentlichungsrecht gefordert

Im Nachgang zu der gestrigen Anhörung des Bundesjustizministerium zum Thema Open Access fordern Grüne, SPD und Union eine Zweitveröffentlichungsrecht für wissenschaftliche Urheber:

Bündnis 90/Die Grünen: „Wissen als Ressource der Informationsgesellschaft nutzbar machen“, 13.07.2010

CDU/CSU: „Kretschmer/Schipanski: Open Access mit Zweitveröffentlichungsrecht flankieren“, 13.07.2010

SPD: „Zweitverwertungsrecht fuer freien Zugang zu Wissen ermoeglichen und wissenschaftliche Autoren staerken„, 14.07.2010

Spiegel Online greift das Thema heute in einem Artikel auf: „Union will Urheberrecht von Forschern stärken„.  Auf heise.de berichtet Stefan Krempl unter dem Titel „CDU/CSU und Grüne für mehr Freiheiten bei wissenschaftlichen Publikationen„. Auf iRights.info gibt Matthias Spielkamp einen Einblick in die Diskussion.

Web 2.0 – Nutzung und Relevanz in der Wissenschaft

Eine lesenswerte Studie des Research Information Network (RIN) untersucht die Nutzung und die Bedeutung des Web 2.0 für Forschung und Lehre.

Unter dem Titel „If you build it, will they come? How researchers perceive and use Web 2.0“ wird, wenig überraschend, festgestellt, dass Werkzeuge des Web 2.0 auch mittelfristig nur Ergänzungen der etablierten Formen und Mechanismen der Wissenschaftskommunikation sein werden.

„Overall, there is little evidence at present to suggest that web 2.0 will prompt in the short or medium term the kinds of radical changes in scholarly communications advocated by the open research community. Web 2.0 services are currently being used as supplements to established channels, rather than a replacement for them. While a small number of researchers are making frequent and innovative use of web 2.0 tools, the majority use them only sporadically, or not at all.“ (S. 8 )

Interessanter sind die Ergebnisse im Detail:

  • Web 2.0-Anwendungen in der Wissenschaftskommunikation

„We found that current levels of take-up are relatively low, with 13% of respondents using such tools frequently (once a week or more), 45% using them occasionally, and 39% using them not at all.“ (S.6)

  • Open Science – Der Blick auf den Schreibtisch

„Our findings show that very few researchers are as yet operating in this way. About half of respondents to our survey share their work with colleagues, but only a small group of enthusiastic open researchers – 5% of our respondents – publish their outputs and their work in progress openly, using blogs and other tools.“ (S. 6)

  • Soziale Netzwerke

„Researchers communicate for many purposes other than sharing their results, and our research found that 13% of respondents frequently – at least once a week – use social networking services for purposes related to their work.“ (S. 6)

Die Studie endet mit Empfehlungen für Infrastruktureinrichtungen, Hochschulen und Förderer sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

Literatur

Procter, R.; Williams, R.; Stewart, J. (2010): If you build it, will they come? How researchers perceive and use web 2.0. Research Information Network. 2010. Online.

Grundsätze zum Umgang mit Forschungsdaten veröffentlicht

Die Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen hat im Juni „Grundsätze zum Umgang mit Forschungsdaten“ verabschiedet. Auszug aus der Pressemitteilung:

„Qualitätsgesicherte Forschungsdaten bilden die Grundlage wissenschaftlichen Erkenntnisgewinns. Allein in Deutschland kostet es mehrere Milliarden Euro pro Jahr, diese Ergebnisse zu erstellen. Ein großer Teil dieser Daten wird jedoch von Forschenden oder Arbeitsgruppen nach Abschluss ihrer Vorhaben nicht angemessen dauerhaft archiviert und ist daher einer späteren Wiederverwertung nicht mehr zugänglich. Hinzu kommt, dass mit Hilfe moderner wissenschaftlicher Methoden Daten in enormen Umfang erzeugt werden und adäquate informationsfachliche Methoden sowie die erforderlichen Infrastrukturen nicht ausreichend zur Verfügung stehen.“

Die Grundsätze wurden im Rahmen der Schwerpunktinitiative „Digitale Information“ veröffentlicht. Folgende Themenfelder werden aufgegriffen:

  • Sicherung und Zugänglichkeit
  • Unterschiede der wissenschaftlichen Disziplinen
  • Wissenschaftliche Anerkennung
  • Lehre und Qualifizierung
  • Verwendung von Standards
  • Entwicklung von Infrastrukturen

Diese Allianz-Grundsätze sind der bisherige Höhepunkt der Diskussion um den zeitgemäßen Umgang mit Forschungsdaten. In der Vergangenheit haben sich u.a. folgende Institutionen im Rahmen von Positionspapieren und anderen Veröffentlichungen mit dem Thema beschäftigt:

April 2010: Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) verankert das Thema in ihrem „Leitfaden für Antragsteller“. (Siehe dazu auch wisspub.net)

August 2009: Die Arbeitsgruppe „Grid/eScience und Langzeitarchivierung“ des deutschen Kompetenznetzwerkes zur digitalen Langzeitarchivierung – NESTOR veröffentlicht den Bericht „Digitale Forschungsdaten bewahren und nutzen“.

April 2009: Die Arbeitsgruppe „Elektronisches Publizieren“ der Deutsche Initiative für Netzwerkinformation (DINI) veröffentlicht ihr „Positionspapier Forschungsdaten“.

Januar 2009: Der Unterausschuss für Informationsmanagement (Ausschuss für Wissenschaftliche Bibliotheken und Informationssysteme) der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) veröffentlicht „Empfehlungen zur gesicherten Aufbewahrung und Bereitstellung digitaler Forschungsprimärdaten“.

Juni 2008: Die Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen startet die Schwerpunktinitiative „Digitale Information“. Im Handlungsfeld „Forschungsprimärdaten“ „sehen alle Wissenschaftseinrichtungen einen dringenden Handlungsbedarf “.

Apps für die Wissenschaft

Die Anzahl der Apps für Mobilgeräte wie iPhone, iPod Touch und iPad wächst. In der aktuellen Ausgabe der Research Information fasst Sian Harris unter dem Titel „Research in an ‚app'“ den Stand der Entwicklungen für Forschung und Lehre zusammen. Neben der Vorstellung einiger Apps (z.B. von IOP, Nature und OECD) und mobiler Webseiten beschreibt der Autor die Herausforderungen für Verlage und andere Akteure im Feld. Beispiel Authentifizierung: Während der Zugriff auf closed access Journale wie Nature und Co. normalerweise über die IP-Adressen einer wissenschaftlichen Institution, per Lizenzierung, geregelt ist, erwarten Nutzerinnen und Nutzer eines iPhones oder iPads den ortsunabhängigen Zugriff ohne Barrieren:

„For the moment, the approach with many apps is to offer them without authentication barriers but only to provide some of the information and services that is available to subscribers. IOPscience express, for example, is free and does not require any log in. However, it only has the last two years of content, users are limited to 20 downloads per month and they can’t synchronise the PDFs that they access on their iPhone with their PC.“

Open-Access-Journale haben dieses Problem nicht. Seit März 2010 gibt es das PLoS Medicine iPhone App. Dieses erlaubt den kostenfreien Zugriff auf alle Artikel der Open-Access-Zeitschrift, egal ob auf dem Campus oder aus der U-Bahn.

Einen Blick in die Zukunft bietet der PLoS Reader, der für das iPad entwickelt wurde und seit dem 15. Juni 2010 kostenlos zugänglich ist.

Interessant wird sein, wie sich das iPad in der Wissenschaft etabliert. Zum einen eröffnet die Mobilität des Gerätes eine Vielzahl von interessanten Einsatz-Szenarien z.B. in der Feldforschung. Zum anderen behindert die Geschlossenheit des Systems die enge Verknüpfung von wissenschaftlichem Arbeitsprozess, Publikationsprozess und Rezeption. Es sei denn, es wird ein schickes App programmiert, das eine Verknüpfung zwischen den genannten Prozessen herstellt.

Spannend wird insbesondere die Entwicklung der Apps zur Literaturverwaltung werden. Nach meinem Wissen gibt es außer dem Papers App bisher keine Anwendung zur wissenschaftlichen Literaturverwaltung. (Siehe dazu auch die Diskussionen im Mendeley-und im Zotero-Forum.)

Literatur:

Harris, S.: Research in an ‚app‘. In: Research Information, June/July 2010. Online.

DFG erwartet Aussagen zum Umgang mit Forschungsdaten

Jens Klump weist im Zeigertelegraph, dem Blog des Zentrums für Geoinformationstechnologie am Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ, darauf hin, dass die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) seit April 2010 von Antragstellern Aussagen zum Umgang mit Forschungsdaten erwartet.

In der aktuellen Version des „Leitfaden für Antragsteller“ (Nr. 1.02) heißt es auf Seite 19:

Die Verbesserung des Umgangs mit Forschungsdaten hat sowohl bei nationalen und internationalen Forschungsorganisationen, als auch in der Wissenschaft eine hohe Bedeutung. Die DFG ist daher bestrebt, durch ihre Förderung auch zur Sicherung, Aufbewahrung und nachhaltigen Verfügbarkeit der Forschungsdaten beizutragen.

Wenn aus Projektmitteln systematisch (Mess-)Daten erhoben werden, die für die Nachnutzung geeignet sind, legen Sie bitte dar, welche Maßnahmen ergriffen wurden bzw. während der Laufzeit des Projektes getroffen werden, um die Daten nachhaltig zu sichern und ggf. für eine erneute Nutzung bereit zu stellen. Bitte berücksichtigen Sie dabei auch – sofern vorhanden – die in Ihrer Fachdisziplin existierenden Standards und die Angebote bestehender Datenrepositorien.

Interessant ist auch der Blick in die USA: Die National Science Foundation (NSF) erwartet von Antragstellern zukünftig einen Datenmanagementplan. Siehe dazu auch: Mervis, J.: NSF to Ask Every Grant Applicant for Data Management Plan. ScienceInsider, 05.05.2010. Online.

Wie ein solcher Datenmanagementplan aussehen kann, zeigt z.B. das UK Data Archive in folgender Publikation: Van den Eynden, V. et al.: Managing and Sharing Data: a best practice guide for researchers. 2009. Online.

Eine kurze Auswertung der BibCamp³-Aktivität auf Twitter (#bib3)

In der letzten Monaten habe ich damit begonnen, mich an mein nächstes Forschungsvorhaben heranzupirschen: eine Untersuchung der Nutzung von Social Web-Tools (mit besonderem Fokus auf Blogs und Mikroblogs) durch Wissenschaftler. Das Projekt befindet sich noch in einer frühen Phase — vor allem sammle ich Daten und erarbeite die Methodik — aber einen sehr kleinen Ausblick kann ich jetzt schon bieten.

Ich habe für das BibCamp³ in Hannover (7.-8. Mai) einmal die Gelegenheit ergriffen, einige von mir entwickelte Twitter-Scripte für Konferenzen auszuprobieren. Eine sehr ähnliche (und noch etwas hübscher aufbereitete) Auswertung gibt es hier. Die „Ergebnisse“ sind bislang noch nicht besonders aufregend, aber ich wollte sie für die Teilnehmer und andere Interessenten trotzdem hier posten.

Datenbasis sind 1003 Tweets (beginnend mehrere Wochen vor dem Camp bis gestern) von 114 verschiedenen Personen, von denen vermutlich nicht alle körperlich anwesend waren (identifiziert über das Hashtag #bib3). Insgesamt gab es circa 120 physische Teilnehmer, soweit ich weiß. Twapperkeeper hat etwas mehr Datensätze (1067 Tweets) allerdings sehen die Ergebnisse relativ ähnlich aus. Die unten aufgeführten Charts geben weniger Themen und Diskussionslinien wider, als vielmehr eine Serie von Statistiken, aber ich hoffe sie sind trotzdem interessant.

Tweets über den Untersuchungszeitrum

Die X-Achse zeigt den Zeitpunkt im Stundenintervall, die Y-Achse die Anzahl der Tweets. Vor Beginn des Camps ist der Graph insofern lückenhaft, als dass er nicht alle Zeiträume der Inaktivität anzeigt.

Die Konferenztage sind klar zu erkennen. „Höhepunkt“ ist die Mittagszeit des ersten Tages (7.5.) mit 104 Tweets in einer Stunde. Beim Abfall in der Mitte beider Tage dürfte es sich um die Mittagspause handeln. 🙂

Ich bin leider nicht hundertprozentig sicher, ob die angebenen Zeiten CET +/- 0 oder möglicherweise CET – 1 sind, d.h. möglichweise ist 12:00 tatsächlich 13:00 Uhr Ortszeit. Auch sind alle Zeit abgerundet, d.h. 13:01 und 13:58 = 13:00 Uhr.

Aktivste Twitterer

Die X-Achse zeigt in dieser Darstellung die Namen der User sofern angegeben (nicht den @-Usernamen), die Y-Achse wieder die Anzahl der Tweets (Maxium: 63). Da der Graph nur die Top 50 von 114 darstellt, ergibt sich eine ziemlich eindeutige „Long Tail“-Distribution, wenn man sich den Verlauf nach rechts weiterdenkt (auch schön zu sehen bei Summarizr). Eine relativ kleine Spitzengruppe (@bsu_news, @NGC6544 und @MedioMartin) vereint eine hohe Zahl von Tweets auf sich, dann fällt es deutlich ab. Der Mittelwert liegt bei 8,8 Tweets.

Beliebte Begriffe

Auf der X-Achse sieht man die frequentesten Begriffe, auf der Y-Achse deren Frequenz (Maximum: 62). Hier sieht man ein wenig mehr als bei Summarizr, weil ich bis auf wenige Ausnahmen nur Nomen gezählt, wenig aussagekräftige Wörter wie „der“, „die“, „jetzt“, usw also weggelassen habe. Überrascht hat mich hier eigentlich nur die Frequenz des Begriffs „Scheitern“ (und Varianten davon) mit ingesamt 15 Nennungen. Sind Bibliothekare vielleicht doch ein etwas skeptisches Völkchen? Die Statistik sagt natürlich nichts zum größeren Zusammenhang…

Empfänger von @-Messages

Hier misst Summarizr „Gespräche“ zwischen bestimmten Benutzern, mein Chart listet hingegen einfach die Anzahl der @-Nachrichten an die Benutzer (X-Achse: Username, Y-Achse: @-Messages, bei einem Maximum von 59). Das Ergebniss ist interessant (sofern sich da kein Fehler eingeschlichen hat): auf Anne Christensen (@xenzen) entfallen fast doppelt so viele @-Messages, wie auf Platz 2 (@bibcamp mit 31 @s; der Mittelwert liegt bei 5 @s). Man muss berücksichtigen, dass bei manchen @-Nachrichten möglicherweise das #bib3-Hashtag nicht benutzt wurde, wodurch sie aus dem Datensatz herausfallen, aber andere Fehlerquellen fallen mir eigentlich nicht ein.

Ganz allgemein sollte man im Kopf behalten, dass nicht alle @s auch etwas mit „Konversation“ zu tun haben, sondern auch RTs und andere Verweise einschließen. Trotzdem ist es zumindest auf den ersten Blick spannend, wie wenig die Anzahl der Tweets mit der Anzahl der Erwähnungen korreliert. Auch hier wieder ein (very) Long Tail: 94 Benutzer werden mindestens einmal erwähnt, also fast alle Twitter-Teilnehmer.

Empfänger von RTs

Wieder zeigt die X-Achse die Benutzernamen, die Y-Achse die Anzahl der RTs. Wieder liegt Anne Christense vorne, wobei man bedenken muss, dass die oben gezeigten @-Messages bereits die RTs enthalten (ein Chart mit beiden Frequenzen wäre sinnvoll gewesen, aber mir fehlte die Zeit). Das Maximum liegt bei 17, der Mittelwert bei 3,1 (152 RTs an 49 Nutzer).

So, die Zahlenschlacht war hoffentlich nicht allzu ermüdend. Wie gesagt, ich werde in der Zukunft noch wesentlich mehr mit solchen Daten anfangen und natürlich auch eine qualitative Untersuchung anschließen.

Den BibCamp-Twitterern sei gesagt: ihr wart sehr fleißig, weiter so — und beim nächsten Mal bin ich hoffentlich dabei!

Call for Papers: Digitale Wissenschaft 2010

Ich melde mich mal wieder mit einem Beitrag in eigener Sache, auch wenn es hoffentlich  unter den Wisspub-Lesern zahlreiche Interessenten an dieser Veranstaltung geben wird. Auch für jede Weiterverbreitung dieses Calls sind wir sehr dankbar!

Am 20. und 21. September veranstaltet das hbz NRW in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (KWI) und dem Zentrum für Medien und Interaktivität der Justus-Liebig-Universität Gießen die Tagung Digitale Wissenschaft 2010 (Tagungs-Website, Call als PDF). Aus dem Call:

Der Aufruf zur Teilnahme durch Forschungsbeiträge richtet sich unter anderem an:

  • Wissenschaftler aller Fachrichtungen, (um die Entwicklung und den Bedarf ihrer Disziplin zu schildern)
  • Wissenschaftsforscher (Wissenschaftssoziologen und -historiker, Kulturwissenschaftler)
  • Bibliotheks- und Informationswissenschaftler
  • Unterstützer des wissenschaftlichen Forschungs- und Kommunikationsprozesses an Bibliotheken, Forschungsinstituten und Fördereinrichtungen

Der Fokus der Veranstaltung und geplanten Publikation richtet sich dabei unter anderem auf folgende Bereiche:

  • Elektronisches Publizieren
  • Open Access / Open Data
  • Digitalisierung
  • Langzeitarchivierung
  • Linked Data und Semantic Web
  • Kultur- und kommunikationswissenschaftliche und medientheoretische Grundlagen digitaler Wissenschaft
  • Methoden, Werkzeuge und Infrastrukturen in verschiedenen Wissenschaftsbereichen und Disziplinen (eScience / eSocial Science / eHumanities)

Gewünscht sind u.a Beiträge in folgenden Formaten:

  • Überblicksartikel zur einzelnen Fachdisziplinen und Teilaspekten des Themenkomplexes “Digitale Wissenschaft”
  • Theoretische Studien über kultur-, kommunikations- und informationswissenschaftliche Grundlagen digitaler Wissenschaft
  • Fallstudien/case studies zum Einsatz integrierter Foschungsumgebungen in konkreten Fachkontexten (z.B. ArcheoInf, WALS, HapMap, Pangaea, WormBase, TextGrid)
  • Empirische Untersuchungen zur Nutzung und Akzeptanz digitaler Recherche-, Kommunikations- und Publikationstechniken

Alle Details finden sich wie erwähnt auch auf der Website.

Wichtige Termine

  • 15.6.2010 Eingang der Abstracts (400 Wörter)
  • 1.7.2010 Benachrichtigung der Annahme
  • 20./21.09.2010 Konferenz
  • 15.10.2010 Erweiterte Abstracts (1.500 – 2.000 Wörter)
  • Dezember 2010 Publikation

Im Anschluss an die Konferenz werden zentrale Ergebnisse in Form von Extended Abstracts (1.500 – 2.000 Wörter) gemeinsam mit einigen zentralen Langartikeln in einem hybriden Band (elektronisch + print) publiziert werden.

Neu: Microblogging im Wissenschaftsnetzwerk ResearchGATE

Die Online-Community für Wissenschaftler ResearchGATE hat mittlerweile die Publikumsmedien (u. a. Spiegel, Deutschland Radio) erreicht und beschert seinen Nutzern neue Features. Wer die Microblogging-Option in seinem Profil aktiviert, kann nun Kontakte mit Twitter-ähnlichen Kurzinformationen von 420 Zeichen Länge versorgen oder den Microblog-Feeds anderer User folgen, Bewertung und Kommentierung von Postings sind ebenfalls möglich. Feeds aus LinkedIn, Facebook, FriendFeed oder Twitter können ins ResearchGATE-Profil eingebunden werden, umgekehrt können ResearchGATE-Feeds auch in vorhandenen Profilen der vier genannten Services angezeigt werden. Zusätzlich können User jede Microblog-Nachricht um Dateien, Bilder, Links oder Publikationsinformationen ergänzen, um möglichst rasch und unkompliziert Forschungsinformation zu kommunizieren. Damit haben die ResearchGATE-Macher die Funktionalitäten ihres Parallelprojekts ScienceFeed nun auch in ResearchGATE implementiert.

Forschen in virtuellen Umgebungen

Zwei aktuelle Studien widmen sich den technischen und organisatorischen Dimensionen virtueller Forschungsumgebungen.

Ende Januar veröffentlichte das britische Joint Information Systems Committee (JISC) seine „Virtual Research Environment Collaborative Landscape Study“ [1]:

The VRE Landscape Study aimed to investigate international developments in Virtual Research Communities (VRCs) and to evaluate them in relation to the activities in the JISC’s VRE programme. The study examined programmes in a number of key countries along with significantprojects and communities as well as some countries where developments on this front are just beginning. There has been a great deal of activity over the past few years in terms of prototype and demonstration systems moving into the mainstream of research practice. Notable trends areemerging as researchers increasingly apply collaborative systems to everyday research tasks.

Die Studie „Collaboratories: Connecting Researchers“ [2], die die niederländische SURFfoundation im April publizierte hat einen ähnlichen Fokus:

The report Collaboratories: Connecting Researchers compares eight software systems, evaluates the experience gained in twelve Dutch projects, and gives an overview of international trends. The report provides a more solid basis for providing facilities for the research community. It offers insights into the selection, construction, and use of online research collaboratories.

Die JISC-Studie betont die kulturelle Dimension virtueller Forschungsumgebungen und beschreibt das Potenzial kollaborativer Plattformen, die den gesamten Forschungsprozess begleiten.

Die SURF-Studie, welche acht Software-Lösungen und zwölf niederländische Projekte analysiert, kommt zum selben Schluss:

One thing that has become very clear in the course of this study is that ‘software’, though important, is not the crucial issue. It may ultimately be more about the question of ‘how to deal with differences’ – in applications, needs, tools, and software. And about the ambition and ability to tackle that question.

Quellen:

[1] Carusi, Annamaria; Reimer, Torsten: Virtual Research Environment Collaborative Landscape Study. JISC, 2010.

[2] Van der Vaart, Lilian: Collaboratories: Connecting Researchers. How to facilitate choice, design and uptake of online research collaboratories. SURFfoundation, 2010.