Startups im Feld der Wissenschaftskommunikation: JUSMEUM

Heute beginnt die Open Access Week 2010. Ziel der Aktionswoche ist es, das Thema Open Access weltweit aufzugreifen, um für den freien Zugang zu Information und Wissen aus der öffentlich geförderten Forschung zu werben. Bis Freitag werden wissenschaftliche Institutionen auf der ganzen Welt die Aktionswoche begleiten. Über die Aktivitäten in Deutschland informiert die Informationsplattform open-access.net.

Ich nehme die diesjährige Open Access Week zum Anlass, um eine kleine Interview-Serie zum Thema Startups im Feld der Wissenschaftskommunikation zu starten.

JUSMEUMDen Anfang macht JUSMEUM: ein Netzwerk für juristische Kommunikation. Timo Ehmann, einer der Gründer, war so nett und hat mir fünf Fragen zu dem noch jungen Unternehmen beantwortet. Dabei beschreibt er u.a. auch die Bedeutung des Themas Open Access für JUSMEUM.

1. Wer steckt hinter JUSMEUM.de?

Hinter JUSMEUM stecken die Rechtsanwälte Timo Ehmann und Jan Christian Seevogel, der Designer Andreas Rintzner und der Informatiker Fabian Graßl. Diese Teamstruktur ist aus unserer Sicht fast ideal, weil gerade bei komplexen Internetprojekten wie JUSMEUM die Schnittstellenkommunikation das A und O ist. Man braucht also jemanden, der genau weiß, wo der Schuh bei der Zielgruppe drückt, jemanden, der daraus ein grafisches Produktkonzept macht und jemanden, der das Ganze programmiert und dabei auch mitdenkt. Die letzten 20% der Konzeptionierung erfolgen nämlich immer erst während der Programmierung.

2. Welche Mission verfolgt JUSMEUM?

JUSMEUM ist ein interaktives Netzwerk für juristische Kommunikation. Wir wollen Juristen miteinander vernetzen, Anwälte und Mandanten vernetzen und alle näher zusammenbringen.

3. Wie kam es zu der Gründung von JUSMEUM?

Am Anfang stand der Gedanke, dass der Markt für juristische Fachinformationen im Internet ein Riesenpotential hat, aufgrund seiner Nischenposition aber weniger Innovationskraft hat als Publikumsmärkte. Anders als in anderen Fachbereichen mangelt es bei juristischen Informationen auch nicht an zahlungskräftigen Abnehmern in Rechtsanwaltskanzleien und Unternehmen. Diese Marktsituation hat Timo Ehmann während seiner Dissertation am Max-Planck-Institut für Geistiges Eigentum analysiert und ist dann die ersten Schritte in Richtung JUSMEUM gegangen.

4. Wie finanziert sich JUSMEUM?

Bis Mitte 2009 war JUSMEUM durch Mittel des Bundeswirtschaftsministeriums und des Europäischen Sozialfonds finanziert (EXIST-Gründungsstipendium). Seither finanzieren wir JUSMEUM quer durch www.JUSMEUM-Webservices.de. Wir bauen Webseiten jeder Art, von der einfachen Anwalts-Webvisitenkarten, über interne Suchlösungen, Dokumentenverwaltungssysteme, Repositorien bis hin zu komplexen Netzwerk- und Kommunikationslösungen. Dabei können wir natürlich auf der JUSMEUM-Technologie aufbauen und können so schneller und billiger Arbeiten als andere Anbieter. Nicht gerade nachteilig ist es, dass wir die schwierigen urheberrechtlichen Fragen, die manchmal zusätzlichen Einfluss auf ein Projektkonzept haben, nebenbei noch miterledigen können.

5. Welche Relevanz hat das Thema Open Access für JUSMEUM?

Eine große Relevanz! Hohe Preise für Fachinformationen haben die Open-Access-Bewegung hervorgebracht und hohe Preise für juristische Informationen haben die Marktlücke für das Geschäftsmodell von JUSMEUM geöffnet. Daher gibt es bei JUSMEUM auch ein interaktives Repositorium, in dem jeder Nutzer seine eigenen Dokumente hochladen oder verlinken und so in die Suchmaschine einspeisen kann. Das ist einerseits für Studenten interessant, die darüber Hausarbeiten und Klausuren austauschen können, andererseits auch für Rechtswissenschaftler, die ihre Zweitverwertungsrechte nutzen können, um bereits veröffentlichte Werke im Internet zu publizieren. Leider wissen bislang noch zu wenige Rechtswissenschaftler, dass ihnen z.B. an ihren Festschriftenbeiträgen und an vielen Zeitschriftenbeiträgen nach Ablauf eines Jahres die erforderlichen Nutzungsrechte zustehen. Nicht zuletzt daran wollen wir etwas ändern.

Vielen Dank für das Interview!

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Ein Gedanke zu “Startups im Feld der Wissenschaftskommunikation: JUSMEUM

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