Deutsche Hochschulen auf Twitter

Cornelius Puschmann hat mit seinem Beitrag „Die Universität Düsseldorf auf Twitter“ bereits das Themenspektrum dieses Blogs von dem Feld „scholarly communication“ hin zu „science communication“ erweitert. Ich führe diese Öffnung fort und greife das Thema Hochschulen auf Twitter auf.

Während US-amerikanische Hochschulen schon seit langem „zwitschern“, scheint sich Twitter nur langsam an deutschen Hochschulen zu etablieren. Auf Uni-Versum, einem Blog der Wirschaftswoche, hat Daniel Rettig im April eine Zusammenstellung deutscher twitternder Hochschulen veröffentlicht. Ich habe diese Liste nun etwas erweitert.

Eine kurze Fallstudie zur Twitter-Nutzung der großbritannischen Sussex University zeigt die vielfältige Nutzung von Twitter im hochschulischen Umfeld. Neben einem offiziellen Account der Hochschule gibt es weitere Accounts verschiedener Fachbereiche und Bibliotheken.

Eine vollständige Liste „zwitschernder“ Hochschulen in Deutschland kann hier nicht gegeben werden. In der folgenden Liste sind lediglich die mir bekannten „offiziellen“ Accounts genannt:

Auf die Auflistung einzelner Fachbereiche oder Infrastruktureinrichtungen, die Twitter nutzen, habe ich hier verzichtet.  Diese machen jedoch die Masse der Hochschul-Accounts aus. Bestes Beispiel ist die RWTH Aachen. Während meines Wissens die Hochschule selbst über keinen offiziellen Account verfügt, „zwitschern“ die Mensen und Cafeterien (z.B. rwthCafete2 und rwthMensa7) sowie der Studiengang Technik-Kommunikation.

Die Authentizität der Twitter-Accounts ist häufig eher schwer einzuschätzen. Während z.B. der Account der Universität Duisburg-Essen von der dortigen Pressestelle betreut wird, werden für die Mehrheit der Accounts keine Ansprechpartner genannt. (Eine zukünftige Lösung könnte hier ggf. ein Twitter Verified Account bieten.)

Im Falle der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (siehe dazu den Beitrag von Cornelius Puschmann) und der Hochschule der Medien Stuttgart werden die Accounts von Studenten betrieben. An der Hochschule der Medien werden die Tweets der Studenten aggregiert und über den Account hdmstuttgart als Tweet versendet (siehe die „Anleitung“ dazu). Auch hinter dem Account der Fachhochschule Köln steckt ein Aggregator. Hier die Liste der „inoffiziellen“ Twitter-Accounts:

Vielleicht kann hier eine Liste der „offiziellen“ Accounts entstehen? Hinweise auf weitere Accounts sind in den Kommentaren willkommen.

[Grafik: Matt Hamm]

Erste Meinungen zu Google Wave als Wissenschaftstool

SciFoo-Teilnehmer Martin Fenner hat in seinem Blog einen interessanten Beitrag zu Google Wave als Werkzeug in der Wissenschaftskommunikation, sowie Links zu Beiträgen anderer Wissenschaftler. Wir bleiben gespannt auf Wave und schreiben uns SciFoo 2010 schon einmal groß in den Terminkalender.

Forschungsverbund Interactive Science

Auch in einer digitalen Welt fühlt man sich als netzaffiner Wissenschaftler bisweilen wie mit Scheuklappen bestückt. So zum Beispiel heute morgen, als mir Christina Weyher, Projektmanagerin beim MPG-Publikationsportal Living Reviews, einen Hinweis auf den Forschungsverbund Interactive Science per Mail schickte. Die in den einzelnen Teilprojekten untersuchten Aspekte digitaler Kommunikation unter Wissenschaftlern haben klare Bezugspunkte zu Fragen, mit denen ich mich in der letzten Zeit auch ausgiebig beschäftigt habe. Vielleicht bietet sich ja in Zukunft einmal die Gelegenheit zu einem Gedankenaustausch, etwa am 24 Juni in Köln?

Die Universität Düsseldorf auf Twitter

Es geht zwar bei dieser Meldung streng genommen nicht um wissenschaftliche Kommunikation (also Kommunikation unter Wissenschaftlern), sondern eher um Wissenschaftskommunikation (Kommunikation zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit), und zudem handelt es sich noch um einen Beitrag in eigener Sache, aber ich denke, die Information ist dennoch einen kurzen Post wert: seit gestern Vormittag twittert die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, wenn auch nur strikt inoffiziell*.

Ich habe mir erlaubt, die bereits vorhandenen Feeds verschiedener Uni-Einrichtungen via Twitterfeed.com an einen neuen Twitter-Account zu hängen, damit man sich schnell und bequem einen Überblick darüber verschaffen kann, was an der HHU aktuell so alles geschieht. Leider können im Moment nur die Feeds der Pressestelle und des ZIM aggregiert werden, da die Fakultäten zwar Nachrichten anbieten, dies aber (noch) nicht im RSS- oder Atom-Format tun. Die Universitäts- und Landesbibliothek und die Juristische Fakultät besitzen zwar Newsfeeds, diese sind aber nicht mit Twitterfeed.com kompatibel (d.h. vermutlich nicht standardkonform). Trotzdem, ein Anfang ist gemacht – es können problemlos weitere Feeds ’nachgerüstet‘ werden.

Möglicherweise ist die HHU damit die erste Uni in Deutschland die twittert (ich habe allerdings nur sehr oberflächlich recherchiert), aber auch falls nicht und jenseits jeglichen Web 2.0-Hypes ergeben sich ganz praktische Vorteile aus dem gesamtuniversitären Gezwitscher:

  • die zahlreichen atomisierten Nachrichtenkanäle der Uni (auf den Ebenen Rektorat, Fakultäten, zentrale Einrichtungen, Institute….) werden an einer Stelle zentral zusammengefasst,
  • die Meldungen sind auch mobil auf jedem Twitter-fähigen Endgerät abrufbar und nicht mehr nur über die Website der jeweiligen Einrichtung zu erreichen,
  • die Meldungen sind knapp und ‚überfliegbar‘, wodurch man zeitsparend auf den aktuellsten Informationsstand gelangt und
  • die Uni kann einen direkte(re)n Kontakt zu Mitarbeitern, Studenten, Journalisten usw. herstellen.

Und auch wenn dies nur meiner eigenen Informationsversorgung dient – was für CNN oder die Indiana University funktioniert, das kann auch für die Alma Mater der Bundesministerin für Bildung und Forschung kaum schlecht sein.

* Auf twitter.com/hhuduesseldorf werden ausschließlich offizielle Meldungen von Uni-Seiten automatisch zusammengefasst und wiedergegeben, allerdings ist der Account von mir auf eigene Initiative hin eingerichtet worden. Es handelt sich nicht um einen offiziellen Dienst der Pressestelle.