DFG verlängert Förderprogramm „Open Access Publizieren“

Die DFG verlängert die Unterstützung von institutionellen OA-Publikationsfonds bis Ende 2020. Neu wird dabei eine höhere Eigenbeteiligung von 20% (erste zwei Jahre) auf bis zu 60% (sechstes Jahr) verlangt. Diplomatisch heisst es dazu in der Information für die Wissenschaft vom 23.9.2014:

Mit der stufenweisen Erhöhung des Eigenanteils soll es den wissenschaftlichen Hochschulen leichter gemacht werden, den Publikationsfonds auch nach Beendigung der DFG-Förderung aus dem eigenen Budget fortzuführen.

Aus Sicht der DFG ist dieser Schritt gut nachvollziehbar. Einerseits möchte man den Institutionen, die bisher Gold OA vernachlässigt haben, weiterhin Anreize bieten, sich endlich dem Thema ernsthaft anzunehmen. Anderseits möchte die DFG – das Negativbeispiel RCUK vor Augen –  auch nicht übermässig lange zusätzliches Geld ins Publikationssystem hineinwerfen. Deshalb weist sie Institutionen indirekt darauf hin, dass es eigentlich ihre Aufgabe ist, Budget von den Subskriptionen nach Gold OA umzulenken.

Aus Sicht eines Elsevier-Aktionärs bin ich nur mässig über die Ankündigung von der DFG beunruhigt. Um das zusätzliche Geld der öffentlichen Hand für Gold OA abzufangen, gründet Elsevier fleissig (wie so viele andere Verlage auch) neue unbekannte Open Access Journals. Gerade geschehen mit Preventive Medicine Reports, das neue Companion Journal von etablierten Preventive Medicine. Damit sichert sich Elsevier weiterhin das Einkommen aus den Subskriptions-Lizenzen und kassiert zusätzlich die APCs. Die Leute von Elsevier sind halt schon clever und wissen genau was sie tun. Nicht von ungefährt, leistet sich Reed Elsevier auch einen Posten mit dem Titel „Head of Governmental Affairs Germany„.

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