Die Studie „Ökonomische Auswirkungen einer Bildungs- und Wissenschaftsschranke im Urheberrecht“, die im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) von Justus Haucap, Ina Loebert, Gerald Spindler und Susanne Thorwarth erstellt wurde, ist jetzt online.
- „Im Jahr 2014 gaben die öffentlichen Bildungs- und Wissenschaftseinrichtungen etwa 1 Mrd. Euro für den Erwerb von urheberrechtlich geschütztem Material aus. Davon entfiel etwa die Hälfte auf die wissenschaftlichen Bibliotheken von Hochschulen und Forschungsinstituten.“ (S. 7)
- „Die an die Verwertungsgesellschaften gezahlte Vergütung für die Anwendung der Schranken des Urheberrechts im Bereich der Bildungs- und Wissenschaftseinrichtungen belief sich hingegen auf etwa 32,5 Millionen Euro.“ (S. 7)
„Die geltenden Schrankenregelungen sind für die meisten Bibliotheken nur schwer handhabbar – vor allem im Hinblick auf zahlreiche unbestimmte Rechtsbegriffe und auf die Komplexität der Ausgestaltung einzelner Regelungen.“ (S. 8)
Die Studie spricht sich für die Einführung einer allgemeine Bildungs- und Wissenschaftsschranke aus. Die Einführung einer solche Schrankenreglung im Urheberrechtsgesetz haben CDU, CSU und SPD 2013 im Koalitionsvertrag angekündigt. Hierzu stellt die Studie u. a. fest: „Die Einführung der allgemeinen Bildungs-und Wissenschaftsschranke dürfte für die Verlagsbranche insgesamt erlösneutral ausfallen.“ (S. 8)