Verlag verklagt Bibliothekar auf 3 Millionen US-Dollar

Unglaublich: Dale Askey, der auch in Deutschland kein Unbekannter ist, wird von der Edwin Mellen Press wegen eines kritischen Blogpost aus dem Jahr 2010 mit einer 3 Millionen US-Dollar Verleumdungsklage überzogen.

Der Blogpost, der mittlerweile offline ist, befasst sich mit der Geschäftspraxis des Wissenschaftsverlags. Bemängelt wird die Qualität der Publikationen. Eine Kopie des Artikels vom 30.06.2011 im Internet Archive weist 40 Kommentare nach, in denen der Verlag und die bibliothekarische Erwerbungspraxis diskutiert werden.

Die Klage wird in der Blogosphäre als Angriff auf die akademische Freiheit gewertet. Auch der Arbeitgeber von Dale Askey, die kanadischen McMaster University,  hat ein Statement veröffentlicht, in welchem die Klage verurteilt wird:

„The University will continue to rigorously defend its commitment to academic freedom and freedom of speech as the case proceeds before the courts.“

Eine Petition auf change.org steht zur Unterschrift bereit. Unterschriften aus dem deutschsprachigen Raum schaden ganz sicher nicht! (Der Blog auf dem Artikel veröffentlicht wurde entstand im Rahmen von Askeys Professur an der HTWK Leipzig.)

Lesenswerte Beiträge zum Hintergrund gibt es u.a. auf Academic Librarian und Inside Higher Ed. Darüber hinaus lohnt sich auch ein Blick auf Askeys Twitter Account.

via Archivalia und Boing Boing.

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8 Gedanken zu “Verlag verklagt Bibliothekar auf 3 Millionen US-Dollar

  1. Hab das auch gerade gebloggt. Dieser Versuch, Kritiker mundtot zu machen, ist wirklich unfassbar!

  2. Pingback: Infobib » Die Edwyn-Mellen-Petition

  3. Pingback: Gelesen in Biblioblogs (8.KW’13) | Lesewolke

  4. Stellungnahme

    Bibliothek & Information Deutschland (BID), der Dachverband der bibliothekarischen Verbände, ist tief besorgt, dass Edwin Mellen Press mit einer privaten Klage gegen Dale Askey versucht, massiven Einfluss auf die Meinungsfreiheit von wissenschaftlichen Bibliothekaren und damit auf die Freiheit von Forschung und Lehre zu nehmen. Die Veröffentlichung einer qualifizierten Bewertung von Publikationen durch Bibliothekare ist Ausdruck einer pluralistischen und demokratischen Gesellschaft. Der Versuch der Unterdrückung einer derartigen öffentlichen Meinungsbildung stellt einen sehr ernsten Angriff auf unsere Demokratie und die freie Meinungsäußerung dar.
    Daher appelliert Bibliothek & Information Deutschland an Edwin Mellen Press auch die private Klage gegen Dale Askey zurück zu nehmen.

    Dr. Heinz-Jürgen Lorenzen
    Präsident
    Bibliothek & Information Deutschland e.V.

    Die Mitglieder von BID sind:

    Der Deutsche Bibliotheksverband (dbv) e.V. (2000 Mitglieder),
    Berufsverband Information Bibliothek (BIB) e.V. (6.500 Mitglieder),
    Verein Deutscher Bibliothekare (VDB) e.V. (1.700 Mitglieder),
    Bertelsmann Stiftung,
    ekz.bibliotheksservice GmbH,
    Goethe-Institut

  5. Pingback: Thank you for the support | The Bibliobrary

  6. Hallo Herr Lorenzen,
    gut gesagt! :)
    Können Sie das bitte auch auf der BID-Website und als BID-Presseerklärung verbreiten?
    Besten Dank + viele Grüße,
    Lambert Heller

  7. Pingback: Infobib » Stellungnahme des BID zu Edwin Mellen Press vs. Dale Askey

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