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Archiv für die Kategorie ‘Wissenschaftskommunikation

Tagungsbericht der „Berlin 6 Open Access Conference“ erschienen

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Im November 2008 fand die Berlin 6 Konferenz unter dem Titel „Changing Scholarly Communication in the Knowledge Society“ in Düsseldorf statt. Der jetzt etwas verspätet erschienene Tagungsband „Towards Open Access Scholarship“ bietet einen lesenswerten Einblick in einige Aspekte von Open Access.

Die Berlin-Konferenzen werden von der Max-Planck-Gesellschaft jährlich in Kooperation mit wechselnden Partnern organisiert und begleiten die in der „Berliner Erklärung“ formulierte Forderung nach einem freien Zugang zu Wissen und Information.

Im Folgenden möchte ich auf drei der acht Artikel des Tagungsbandes hinweisen:

Der Beitrag „Peer Reviewed Data Publication in Earth System Sciences“ (S. 77-84) meiner ehemaligen Helmholtz-Kollegin Sünje Dallmeier-Tiessen und meines Kollegen Hans Pfeiffenberger beleuchtet die Chancen und Herausforderungen bei der Publikation von geowissenschaftlichen Forschungsdaten am Beispiel der Open-Access-Zeitschrift Earth System Science Data (ESSD), die seit 2008 bei Copernicus Publications erscheint.

Unter dem Titel „Access to Scientific Information in the Digital Age“ beschreibt Deirdre Furlong die Open-Access-Aktivitäten der Europäischen Kommission. (S. 21-26) Die Kommission verabschiedete 2008 ein Open-Access-Pilotprojekt: Begutachtete Publikationen, die auf Basis geförderter Projekte im 7. EU-Forschungsrahmenprogramm entstehen, sollen nach einer Sperrfrist von 6 bis zu längstens 12 Monaten frei zugänglich sein.

John Houghton bietet in seinem Artikel „Alternative Publishing Models: Exploring Costs and Benefits“ (S. 27-40) eine gesamtwirtschaftliche Betrachtung von Open Access in Großbritannien. (Wer sich ausführlicher mit diesem Thema beschäftigen möchte, dem sei der 2009 veröffentlichte Houghton Report „Economic Implications of Alternative Scholarly Publishing Models: Exploring the costs and benefits“ empfohlen.)

Nicht unerwähnt bleiben sollte, dass WissPub-Autor Cornelius Puschmann einer der Köpfe hinter der Berlin 6 war.

In diesem Jahr wird die Berlin-Konferenz erstmals außerhalb Europas stattfinden. Vom 25. bis 27. Oktober 2010 richten die Max-Planck-Gesellschaft und die Chinese Academy of Sciences gemeinsam in Berlin 8 in Peking aus.

Literatur:

Puschmann, C.; Stein, D. A. (Hrsg.): Towards Open Access Scholarship. Selected Papers from the Berlin 6 Conference. Düsseldorf: Düsseldorf University Press, 2010. Online.

Web 2.0 – Nutzung und Relevanz in der Wissenschaft

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Eine lesenswerte Studie des Research Information Network (RIN) untersucht die Nutzung und die Bedeutung des Web 2.0 für Forschung und Lehre.

Unter dem Titel „If you build it, will they come? How researchers perceive and use Web 2.0“ wird, wenig überraschend, festgestellt, dass Werkzeuge des Web 2.0 auch mittelfristig nur Ergänzungen der etablierten Formen und Mechanismen der Wissenschaftskommunikation sein werden.

„Overall, there is little evidence at present to suggest that web 2.0 will prompt in the short or medium term the kinds of radical changes in scholarly communications advocated by the open research community. Web 2.0 services are currently being used as supplements to established channels, rather than a replacement for them. While a small number of researchers are making frequent and innovative use of web 2.0 tools, the majority use them only sporadically, or not at all.“ (S. 8 )

Interessanter sind die Ergebnisse im Detail:

  • Web 2.0-Anwendungen in der Wissenschaftskommunikation

„We found that current levels of take-up are relatively low, with 13% of respondents using such tools frequently (once a week or more), 45% using them occasionally, and 39% using them not at all.“ (S.6)

  • Open Science – Der Blick auf den Schreibtisch

„Our findings show that very few researchers are as yet operating in this way. About half of respondents to our survey share their work with colleagues, but only a small group of enthusiastic open researchers – 5% of our respondents – publish their outputs and their work in progress openly, using blogs and other tools.“ (S. 6)

  • Soziale Netzwerke

„Researchers communicate for many purposes other than sharing their results, and our research found that 13% of respondents frequently – at least once a week – use social networking services for purposes related to their work.“ (S. 6)

Die Studie endet mit Empfehlungen für Infrastruktureinrichtungen, Hochschulen und Förderer sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

Literatur

Procter, R.; Williams, R.; Stewart, J. (2010): If you build it, will they come? How researchers perceive and use web 2.0. Research Information Network. 2010. Online.

Geschrieben von Heinz Pampel

13.07.2010 um 06:46

Digitale Wissenschaft 2010: Programm erschienen

mit einem Kommentar

Das Programm für die Tagung „Digitale Wissenschaft 2010″ ist online. Wir freuen uns auf eine spannende Konferenz und hoffen auf reges Interesse!

Apps für die Wissenschaft

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Die Anzahl der Apps für Mobilgeräte wie iPhone, iPod Touch und iPad wächst. In der aktuellen Ausgabe der Research Information fasst Sian Harris unter dem Titel „Research in an ‘app’“ den Stand der Entwicklungen für Forschung und Lehre zusammen. Neben der Vorstellung einiger Apps (z.B. von IOP, Nature und OECD) und mobiler Webseiten beschreibt der Autor die Herausforderungen für Verlage und andere Akteure im Feld. Beispiel Authentifizierung: Während der Zugriff auf closed access Journale wie Nature und Co. normalerweise über die IP-Adressen einer wissenschaftlichen Institution, per Lizenzierung, geregelt ist, erwarten Nutzerinnen und Nutzer eines iPhones oder iPads den ortsunabhängigen Zugriff ohne Barrieren:

„For the moment, the approach with many apps is to offer them without authentication barriers but only to provide some of the information and services that is available to subscribers. IOPscience express, for example, is free and does not require any log in. However, it only has the last two years of content, users are limited to 20 downloads per month and they can’t synchronise the PDFs that they access on their iPhone with their PC.“

Open-Access-Journale haben dieses Problem nicht. Seit März 2010 gibt es das PLoS Medicine iPhone App. Dieses erlaubt den kostenfreien Zugriff auf alle Artikel der Open-Access-Zeitschrift, egal ob auf dem Campus oder aus der U-Bahn.

Einen Blick in die Zukunft bietet der PLoS Reader, der für das iPad entwickelt wurde und seit dem 15. Juni 2010 kostenlos zugänglich ist.

Interessant wird sein, wie sich das iPad in der Wissenschaft etabliert. Zum einen eröffnet die Mobilität des Gerätes eine Vielzahl von interessanten Einsatz-Szenarien z.B. in der Feldforschung. Zum anderen behindert die Geschlossenheit des Systems die enge Verknüpfung von wissenschaftlichem Arbeitsprozess, Publikationsprozess und Rezeption. Es sei denn, es wird ein schickes App programmiert, das eine Verknüpfung zwischen den genannten Prozessen herstellt.

Spannend wird insbesondere die Entwicklung der Apps zur Literaturverwaltung werden. Nach meinem Wissen gibt es außer dem Papers App bisher keine Anwendung zur wissenschaftlichen Literaturverwaltung. (Siehe dazu auch die Diskussionen im Mendeley-und im Zotero-Forum.)

Literatur:

Harris, S.: Research in an ‘app’. In: Research Information, June/July 2010. Online.

Geschrieben von Heinz Pampel

22.06.2010 um 08:07

Eine kurze Auswertung der BibCamp³-Aktivität auf Twitter (#bib3)

mit 5 Kommentaren

In der letzten Monaten habe ich damit begonnen, mich an mein nächstes Forschungsvorhaben heranzupirschen: eine Untersuchung der Nutzung von Social Web-Tools (mit besonderem Fokus auf Blogs und Mikroblogs) durch Wissenschaftler. Das Projekt befindet sich noch in einer frühen Phase — vor allem sammle ich Daten und erarbeite die Methodik — aber einen sehr kleinen Ausblick kann ich jetzt schon bieten.

Ich habe für das BibCamp³ in Hannover (7.-8. Mai) einmal die Gelegenheit ergriffen, einige von mir entwickelte Twitter-Scripte für Konferenzen auszuprobieren. Eine sehr ähnliche (und noch etwas hübscher aufbereitete) Auswertung gibt es hier. Die „Ergebnisse“ sind bislang noch nicht besonders aufregend, aber ich wollte sie für die Teilnehmer und andere Interessenten trotzdem hier posten.

Datenbasis sind 1003 Tweets (beginnend mehrere Wochen vor dem Camp bis gestern) von 114 verschiedenen Personen, von denen vermutlich nicht alle körperlich anwesend waren (identifiziert über das Hashtag #bib3). Insgesamt gab es circa 120 physische Teilnehmer, soweit ich weiß. Twapperkeeper hat etwas mehr Datensätze (1067 Tweets) allerdings sehen die Ergebnisse relativ ähnlich aus. Die unten aufgeführten Charts geben weniger Themen und Diskussionslinien wider, als vielmehr eine Serie von Statistiken, aber ich hoffe sie sind trotzdem interessant.

Tweets über den Untersuchungszeitrum

Die X-Achse zeigt den Zeitpunkt im Stundenintervall, die Y-Achse die Anzahl der Tweets. Vor Beginn des Camps ist der Graph insofern lückenhaft, als dass er nicht alle Zeiträume der Inaktivität anzeigt.

Die Konferenztage sind klar zu erkennen. „Höhepunkt“ ist die Mittagszeit des ersten Tages (7.5.) mit 104 Tweets in einer Stunde. Beim Abfall in der Mitte beider Tage dürfte es sich um die Mittagspause handeln. :-)

Ich bin leider nicht hundertprozentig sicher, ob die angebenen Zeiten CET +/- 0 oder möglicherweise CET – 1 sind, d.h. möglichweise ist 12:00 tatsächlich 13:00 Uhr Ortszeit. Auch sind alle Zeit abgerundet, d.h. 13:01 und 13:58 = 13:00 Uhr.

Aktivste Twitterer

Die X-Achse zeigt in dieser Darstellung die Namen der User sofern angegeben (nicht den @-Usernamen), die Y-Achse wieder die Anzahl der Tweets (Maxium: 63). Da der Graph nur die Top 50 von 114 darstellt, ergibt sich eine ziemlich eindeutige „Long Tail“-Distribution, wenn man sich den Verlauf nach rechts weiterdenkt (auch schön zu sehen bei Summarizr). Eine relativ kleine Spitzengruppe (@bsu_news, @NGC6544 und @MedioMartin) vereint eine hohe Zahl von Tweets auf sich, dann fällt es deutlich ab. Der Mittelwert liegt bei 8,8 Tweets.

Beliebte Begriffe

Auf der X-Achse sieht man die frequentesten Begriffe, auf der Y-Achse deren Frequenz (Maximum: 62). Hier sieht man ein wenig mehr als bei Summarizr, weil ich bis auf wenige Ausnahmen nur Nomen gezählt, wenig aussagekräftige Wörter wie „der“, „die“, „jetzt“, usw also weggelassen habe. Überrascht hat mich hier eigentlich nur die Frequenz des Begriffs „Scheitern“ (und Varianten davon) mit ingesamt 15 Nennungen. Sind Bibliothekare vielleicht doch ein etwas skeptisches Völkchen? Die Statistik sagt natürlich nichts zum größeren Zusammenhang…

Empfänger von @-Messages

Hier misst Summarizr „Gespräche“ zwischen bestimmten Benutzern, mein Chart listet hingegen einfach die Anzahl der @-Nachrichten an die Benutzer (X-Achse: Username, Y-Achse: @-Messages, bei einem Maximum von 59). Das Ergebniss ist interessant (sofern sich da kein Fehler eingeschlichen hat): auf Anne Christensen (@xenzen) entfallen fast doppelt so viele @-Messages, wie auf Platz 2 (@bibcamp mit 31 @s; der Mittelwert liegt bei 5 @s). Man muss berücksichtigen, dass bei manchen @-Nachrichten möglicherweise das #bib3-Hashtag nicht benutzt wurde, wodurch sie aus dem Datensatz herausfallen, aber andere Fehlerquellen fallen mir eigentlich nicht ein.

Ganz allgemein sollte man im Kopf behalten, dass nicht alle @s auch etwas mit „Konversation“ zu tun haben, sondern auch RTs und andere Verweise einschließen. Trotzdem ist es zumindest auf den ersten Blick spannend, wie wenig die Anzahl der Tweets mit der Anzahl der Erwähnungen korreliert. Auch hier wieder ein (very) Long Tail: 94 Benutzer werden mindestens einmal erwähnt, also fast alle Twitter-Teilnehmer.

Empfänger von RTs

Wieder zeigt die X-Achse die Benutzernamen, die Y-Achse die Anzahl der RTs. Wieder liegt Anne Christense vorne, wobei man bedenken muss, dass die oben gezeigten @-Messages bereits die RTs enthalten (ein Chart mit beiden Frequenzen wäre sinnvoll gewesen, aber mir fehlte die Zeit). Das Maximum liegt bei 17, der Mittelwert bei 3,1 (152 RTs an 49 Nutzer).

So, die Zahlenschlacht war hoffentlich nicht allzu ermüdend. Wie gesagt, ich werde in der Zukunft noch wesentlich mehr mit solchen Daten anfangen und natürlich auch eine qualitative Untersuchung anschließen.

Den BibCamp-Twitterern sei gesagt: ihr wart sehr fleißig, weiter so — und beim nächsten Mal bin ich hoffentlich dabei!

Geschrieben von Cornelius Puschmann

11.05.2010 um 22:00

Veröffentlicht in Wissenschaftskommunikation

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Call for Papers: Digitale Wissenschaft 2010

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Ich melde mich mal wieder mit einem Beitrag in eigener Sache, auch wenn es hoffentlich  unter den Wisspub-Lesern zahlreiche Interessenten an dieser Veranstaltung geben wird. Auch für jede Weiterverbreitung dieses Calls sind wir sehr dankbar!

Am 20. und 21. September veranstaltet das hbz NRW in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (KWI) und dem Zentrum für Medien und Interaktivität der Justus-Liebig-Universität Gießen die Tagung Digitale Wissenschaft 2010 (Tagungs-Website, Call als PDF). Aus dem Call:

Der Aufruf zur Teilnahme durch Forschungsbeiträge richtet sich unter anderem an:

  • Wissenschaftler aller Fachrichtungen, (um die Entwicklung und den Bedarf ihrer Disziplin zu schildern)
  • Wissenschaftsforscher (Wissenschaftssoziologen und -historiker, Kulturwissenschaftler)
  • Bibliotheks- und Informationswissenschaftler
  • Unterstützer des wissenschaftlichen Forschungs- und Kommunikationsprozesses an Bibliotheken, Forschungsinstituten und Fördereinrichtungen

Der Fokus der Veranstaltung und geplanten Publikation richtet sich dabei unter anderem auf folgende Bereiche:

  • Elektronisches Publizieren
  • Open Access / Open Data
  • Digitalisierung
  • Langzeitarchivierung
  • Linked Data und Semantic Web
  • Kultur- und kommunikationswissenschaftliche und medientheoretische Grundlagen digitaler Wissenschaft
  • Methoden, Werkzeuge und Infrastrukturen in verschiedenen Wissenschaftsbereichen und Disziplinen (eScience / eSocial Science / eHumanities)

Gewünscht sind u.a Beiträge in folgenden Formaten:

  • Überblicksartikel zur einzelnen Fachdisziplinen und Teilaspekten des Themenkomplexes “Digitale Wissenschaft”
  • Theoretische Studien über kultur-, kommunikations- und informationswissenschaftliche Grundlagen digitaler Wissenschaft
  • Fallstudien/case studies zum Einsatz integrierter Foschungsumgebungen in konkreten Fachkontexten (z.B. ArcheoInf, WALS, HapMap, Pangaea, WormBase, TextGrid)
  • Empirische Untersuchungen zur Nutzung und Akzeptanz digitaler Recherche-, Kommunikations- und Publikationstechniken

Alle Details finden sich wie erwähnt auch auf der Website.

Wichtige Termine

  • 15.6.2010 Eingang der Abstracts (400 Wörter)
  • 1.7.2010 Benachrichtigung der Annahme
  • 20./21.09.2010 Konferenz
  • 15.10.2010 Erweiterte Abstracts (1.500 – 2.000 Wörter)
  • Dezember 2010 Publikation

Im Anschluss an die Konferenz werden zentrale Ergebnisse in Form von Extended Abstracts (1.500 – 2.000 Wörter) gemeinsam mit einigen zentralen Langartikeln in einem hybriden Band (elektronisch + print) publiziert werden.

Geschrieben von Cornelius Puschmann

04.05.2010 um 14:09

Neu: Microblogging im Wissenschaftsnetzwerk ResearchGATE

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Die Online-Community für Wissenschaftler ResearchGATE hat mittlerweile die Publikumsmedien (u. a. Spiegel, Deutschland Radio) erreicht und beschert seinen Nutzern neue Features. Wer die Microblogging-Option in seinem Profil aktiviert, kann nun Kontakte mit Twitter-ähnlichen Kurzinformationen von 420 Zeichen Länge versorgen oder den Microblog-Feeds anderer User folgen, Bewertung und Kommentierung von Postings sind ebenfalls möglich. Feeds aus LinkedIn, Facebook, FriendFeed oder Twitter können ins ResearchGATE-Profil eingebunden werden, umgekehrt können ResearchGATE-Feeds auch in vorhandenen Profilen der vier genannten Services angezeigt werden. Zusätzlich können User jede Microblog-Nachricht um Dateien, Bilder, Links oder Publikationsinformationen ergänzen, um möglichst rasch und unkompliziert Forschungsinformation zu kommunizieren. Damit haben die ResearchGATE-Macher die Funktionalitäten ihres Parallelprojekts ScienceFeed nun auch in ResearchGATE implementiert.

Geschrieben von Ulrich Herb

20.04.2010 um 12:14

Videos des Science Commons Symposium online

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Die Videoaufzeichnungen des Science Commons Symposium sind seit einigen Tagen online.

Die von Science Commons veranstaltete Konferenz fand am 20.02.2010 unter dem Motto „The Future of Science“ in Redmond (Washington) auf dem Microsoft Campus statt.

Die Aufzeichnungen geben einen sehr guten Überblick über den Stand der aktuellen Diskussion rund um die Zukunft des wissenschaftlichen Arbeitens im Kontext von Open Science.

Session 1 (Netcast, Video)
Cameron Neylon (ISIS): „Science in the Open: Why do we need it? How do we do it?“
Jean-Claude Bradley (Drexel Universit): „Using Free Hosted Web2.0 Tools for Open Notebook Science“

Session 2 (Netcast, Video)
Antony Williams (Royal Society of Chemist) „ChemSpider: Collecting and Curating the World’s Chemistry with the Community“
Peter Murray-Rust (University of Cambridge) „Open Data and how to achieve it“

Session 3 (Netcast, Video)
Heather Joseph (SPARC): „Is Open Access the ‘New Normal’?“
Stephen Friend (Sage): „Setting Expectations: Need for Distributed Tasks and Evolving Disease Models“

Session 4 (Netcast, Video)
Peter Binfield (PLoS ONE): „PLoS ONE and article-level metrics – A case study in the Open Access publication of scholarly journals“
John Wilbanks (Science Commons): Keynote

Die digitale Begleitdiskussion lässt sich auf FriendFeed nachvollziehen. Eine detaillierte Zusammenfassung bietet Brian Glanz.

Geschrieben von Heinz Pampel

13.03.2010 um 16:19

Survival of the newest? Sind wissenschaftliche Mailinglists vom Aussterben bedroht?

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Einen interessanten Beitrag zu diesem Thema hat Anita Bader vom Forschungsverbund Interactive Science gebloggt. Sie geht darin der Frage nach, ob neue Dienste wie Sciencefeed die altehrwürdige Mailinglist bald ablösen könnten:

Was geschieht denn eigentlich wenn zwei oder mehrere Formate Ähnliches zu leisten versuchen? Welche Auswirkungen haben solche Konkurrenzfälle auf die „älteren” Formaten, die bisher für diese Zwecke genutzt wurden? Werden sie einfach von den neueren und innovativeren Formaten abgelöst und sterben aus?

Einen ganz so simplen „Verdrängungswettbewerb“ zwischen unterschiedlichen Formaten erkennt Bader aber nicht. Tatsächlich ändern sich die Funktionen, die unterschiedliche Formate übernehmen:

Beispiele, bei denen wir einen Nutzungsrückgang beobachten können, der möglicherweise auf das Hinzutreten eines neuen Formats zurückzuführen ist, gibt es zweifellos. Trotzdem – ganz so einfach wie in Kellys Hypothese scheint es bei genauerer Betrachtung doch nicht zu sein. Denn es gibt durchaus auch Beispiele, in denen die Malinglists alles andere als auszusterben scheinen. Stattdessen können wir dort andere interessante Entwicklungen beobachten.

Als Beispiel zieht Bader den in der Sprachwissenschaft sehr populären Dienst LINGUIST List heran, bei dem sich ein Wandel vom Diskussionsforum zu einer Art wissenschaftlichen Nachrichtendienst vollzogen hat:

Anstelle von Diskussionsbeiträgen werden jetzt fast nur Beiträge mit Service-Charakter über die Liste verschickt, also Stellenausschreibungen, Tagungsankündigungen, Call for Papers, Rezensionen und Ähnliches. Es hat sich also in diesem Fall ein Funktionswandel vollzogen: Die Liste hat sich von einer Diskussions- und Serviceliste zur fast reinen Serviceliste entwickelt. (Im Gegensatz dazu gibt es aber auch durchaus noch Listen, in denen sehr lebhafte Diskussionen geführt werden und über die dagegen nur ganz selten Service-Beiträge verschickt werden, wie z.B. die Luhmann-Liste, Shakesper oder die Argthry-List.)

Interessant an dieser Formalisierungstendenz (von „offenen“ Diskussionen und spontanen Beiträgen hin zu Meldungen mit einer zumeist relativ starren Form) finde ich die Tatsache, dass sich eine ähnliche Entwicklung ja auch bei wissenschaftlichen Journals vollzogen hat. Die frühen Beiträge in den Proceedings der Royal Society hatten eher den Charakter von persönlichen Briefen und wurden erst mit der Zeit immer stärker formalisiert, bis hin zum modernen scientific paper.

Geschrieben von Cornelius Puschmann

19.02.2010 um 02:17

Scienefeed – des Forschers Twitter

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Seit heute existiert ein weiteres Web 2.0 Phänomen in einer Wissenschaftler-Variante: Der Microblogging-Service Sciencefeed (aus der Werkstatt der ResearchGate-Macher) ging online.

Ausgestattet mit einem exklusiven Test-Account  konnte WissPub.net vorab einen Blick auf die Anwendung werfen.

Sciencefeed ist eng mit Facebook, Friendfeed, Twitter verbunden – wer einen Account bei einem dieser Services hat kann diesen zum Sciencefeed- Login verwenden, braucht also keinen neuen Zugang. Daher können Postings in Sciencefeed auch in die erwähnten Services – so der Nutzer will – übergeben werden und umgekehrt Postings aus diesen Services in Sciencefeed angezeigt werden.

Eigene Postings können eine Länge von 420 Zeichen haben und um Bilder, Dateien, Links oder Publikationen ergänzt werden. Um eine Publikation an ein Posting zu heften, kann entweder ein Import aus einem ganzen Pool von Suchmaschinen und Datenbanken (RePEc, PubMed, CiteSeer, DOAJ, arXiv, NASA Technical Report Server, IEEE, BioMed Central, einer Auswahl an OAI-Servern oder dem Katalog der Cornell University) vorgenommen werden oder eine Website mit Coins-Tags bzw. ein RSS-Feed eingelesen werden. Neben Postings können auch private Nachrichten, direct messages, verschickt und ebenfalls um Bilder, Dateien, Links oder Publikationen ergänzt werden. Userprofile geben Auskunft über verfasste Kommentare, positiv bewertete Postings, die Anzahl der Follower eines Teilnehmers sowie die Anzahl der Teilnehmer, deren Follower man ist. Selbstredend können Nutzer Gruppen gründen, Kontakte verwalten sowie Postings anderer Nutzer bewerten oder kommentieren. Gruppen können drei unterschiedliche Sichtbarkeitsstufen haben, von privat (nur für Eingeladene) über Standard (jeder kann kommentieren, nur der Gruppengründer kann posten) bis öffentlich (jeder kann posten und kommentieren). Sehr schick: Wird eine Gruppe als Event, etwa als Konferenz, markiert, wird mit allen Hashtags im Event ein Pull auf Twitter ausgeführt und alle dortigen Posts mit passenden Hashtags werden in den Feed der Sciencefeed Gruppe übertragen.

Wissenschaftler, denen Twitter zu wenig nützliche Werkzeuge lieferte, könnten bei Sciencefeed fündig werden: Über das Verfolgen von Nachrichten anderer User hinaus existieren in Sciencefeed Funktionen zur Kollaboration, zum Informations- und Datenaustausch und zur Vernetzung.

Link: http://www.sciencefeed.com

Geschrieben von Ulrich Herb

15.02.2010 um 17:57

Veröffentlicht in Web 2.0, Wissenschaftskommunikation

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