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Archiv für die Kategorie ‘Urheberrecht

„Das Recht auf Sichtbarkeit“

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Unter diesem schönen Titel hat der Bibliotheksjurist Eric Steinhauer eine sehr lesenswerte Publikation zum Verhältnis der Themen Wissenschaftsfreiheit und Open Access veröffentlicht.

Die Anmerkung zum Titel des Buches macht Steinhauers Verständnis von Wissenschaftsfreiheit deutlich (S. 10):

Der Titel des vorliegenden Buches ist programmatisch zu verstehen. Es geht um das Recht des wissenschaftlich arbeitenden Menschen, sich in seinem Streben nach Wahrheit und Erkenntnis in einer Weise mitteilen zu können, die nicht wissenschaftsfremden ökonomischen Zielen, sondern allein der wissenschaftlichen Sache selbst verpflichtet ist. Eine so verstandene Mitteilungsfreiheit ist die unabdingbare Voraussetzung dafür, dass echter wissenschaftlicher Fortschritt durch Erkenntnisaustausch, durch Diskussion und Kritik möglich ist. Kann eine Wissenschaft das Maß ihrer Sichtbarkeit nicht mehr selbst bestimmen, hört sie auf, eine freie Wissenschaft zu sein.

Mir hat dieses Buch in der letzten Woche eine lange Bahnfahrt versüßt. Es versammelt zwei Vorträge von Steinhauer auf den Göttinger Urheberrechtstagungen 2008 und 2009.

Steinhauer beschreibt, in einer für Nicht-Juristen sehr verständlichen Form, die relevanten Aspekte des Themenkomplexes in Grundgesetz, Dienstrecht, Hochschulrecht und Urheberrecht. Dabei plädiert er u.a. für ein unabdingbares Zweitveröffentlichungsrecht. Eine Forderung, die auch von der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen in einer erweiterte Stellungnahme (PDF) zur Novellierung des Urheberrechts aus dem Juli vertreten wird.

Literatur:

Steinhauer, Eric W.: Das Recht auf Sichtbarkeit. Münster : Monsenstein und Vannerdat, 2010. Online. Print.

Geschrieben von Heinz Pampel

17.08.2010 um 20:47

Das Urheberrecht im digitalen Zeitalter

mit 2 Kommentaren

Die British Library hat eine interessante Sammlung von Essays zum UK Copyright veröffentlicht. In dreizehn lesenswerten Beiträgen beschreiben Personen aus Wissenschaft und Bildung ihre Sicht auf das Copyright. Der Titel der Publikation “Driving UK Research. Is copyright a help or a hindrance?” (PDF) macht das Spannungsfeld des Urheberrechtes im digitalen Zeitalter deutlich.

Lynne Brindley, Generaldirektorin der British Library, beschreibt im Vorwort die Relevanz des Themas:

Copyright is at the heart of our successful knowledge economy. In the 21st century, access to technology, information and knowledge are the key to economic success and are governed by our current copyright laws.
Copyright has successfully maintained a balance in the public interest for creators and researchers for 300 years – yet copyright is under threat in the digital age.
There is a supreme irony that just as technology is allowing greater access to books and other creative works than ever before for education and research, new restrictions threaten to lock away digital content in a way we would never countenance for printed material.
Let’s not wake up in five years’ time and realise we have unwittingly lost a fundamental building block for innovation, education and research in the UK. Who is protecting the public interest in the digital world? We need to redefine copyright in the digital age and find a balance to benefit creators, educators, researchers, the creative industries – and the knowledge economy.

Auf eine weitere interessante Veröffentlichung zum Thema weist Netzpolitik.org hin: Die Forschungsabteilung der Deutschen Bank „Deutsche Bank Research“ befasst sich in einer Analyse (PDF) aus dem Juli mit dem Urheberrecht im digitalen Zeitalter. Die Studie kommt zu einigen lesenswerten Ergebnissen. Beispiel:

Die Öffnung von Wertschöpfungsnetzwerken und das damit einhergehende, steigende Angebot digitaler, freier Inhalte (z.B. eGovernment, Wikis, Open Design, Open Music, Open Science, Open Access) sorgt für eine gestaltungsfreiere Dimension des Internets. Es entstehen neue Anwendungen im Wissensmanagement, der Technologietransfer wird stimuliert und für Selbständige eröffnen sich neue Geschäftsideen. Der Austausch von Informationen wird schneller und effizienter. Dadurch entsteht eine größere Wissensallmende, die einer breiteren Bevölkerungsschicht zugutekommt.

Literatur:

British Library: Driving UK Research. Is copyright a help or a hindrance? London : British Library, 2010. Online.

Dapp, T. F. : Der Pirat in uns. In den Tiefen des Urheberrechts. Frankfurt am Main : Deutsche Bank Research, 2010. Online.

Geschrieben von Heinz Pampel

10.08.2010 um 13:36

Open Access: Zweitveröffentlichungsrecht gefordert

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Im Nachgang zu der gestrigen Anhörung des Bundesjustizministerium zum Thema Open Access fordern Grüne, SPD und Union eine Zweitveröffentlichungsrecht für wissenschaftliche Urheber:

Bündnis 90/Die Grünen: „Wissen als Ressource der Informationsgesellschaft nutzbar machen“, 13.07.2010

CDU/CSU: „Kretschmer/Schipanski: Open Access mit Zweitveröffentlichungsrecht flankieren“, 13.07.2010

SPD: „Zweitverwertungsrecht fuer freien Zugang zu Wissen ermoeglichen und wissenschaftliche Autoren staerken„, 14.07.2010

Spiegel Online greift das Thema heute in einem Artikel auf: „Union will Urheberrecht von Forschern stärken„.  Auf heise.de berichtet Stefan Krempl unter dem Titel „CDU/CSU und Grüne für mehr Freiheiten bei wissenschaftlichen Publikationen„. Auf iRights.info gibt Matthias Spielkamp einen Einblick in die Diskussion.

Geschrieben von Heinz Pampel

14.07.2010 um 16:16

Veröffentlicht in Open Access, Urheberrecht

„Yes, we are open – Wissenschaft, E-Books und das Urheberrecht“

mit einem Kommentar

Es war der Titel der Veranstaltung, der mich bisher abgeschreckt hat. Aber: Die Aufzeichnung des 52. Zukunftsgespräches ist durchaus hörenswert.

Am 02.03.2010 diskutierten:

  • Claudia Lux (Stiftung Zentral- und Landesbibliothek Berlin)
  • Katja Mruck (Freie Universität Berlin, CeDiS)
  • Eric Merkel-Sobotta (Springer Science+Business Media)
  • Florian R. Simon (Duncker & Humblot Verlag)

über die Zukunft der wissenschaftlichen Informationsversorgung.

Neben den Themenfeldern Open Access und Urheberrecht wurde u.a. das zukünftige Rollenverständnis von Bibliotheken und Verlagen thematisiert.

Insbesondere die Beiträge von Mruck („[...] das Buch ist die Postkutsche der Zukunft.“) und Merkel-Sobotta („Wir nutzen Google Book Search als eines der wichtigsten Marketingtools [...]„) sind interessant.

Zur Aufzeichnung.

Die Veranstaltungsreihe Zukunftsgespräche wird von der Berliner Landesinitiative Projekt Zukunft in Zusammenarbeit mit dem Inforadio veranstaltet.

Geschrieben von Heinz Pampel

01.04.2010 um 22:05